Zwei sichere Ereignisse gibt es …

In unserem Leben gibt es tatsächlich nur zwei wirklich sichere Ereignisse:

  • Wir werden geboren.
  • Wir sterben.

Es sind tatsächlich die beiden einzigen Ereignisse, die sind. Ob wir Kinder haben werden, heiraten, glücklich sind, oder traurig. Ob wir geliebt werden. Alles nicht vorhersagbar.

Noch nicht einmal wie wir sterben oder meist auch nicht wann wir sterben. Sicher ist nur: Wir sind nicht unsterblich.

Das steht so unumstößlich fest, dass einen das ganze nicht mehr schocken sollte.

Hat man eigentlich Angst davor Tot zu sein? Oder Angst diesen letzten Abschnitt zu erleben?

Veröffentlicht von

Anabell

45 Jahre, weiblich, Krebsart: Pharynxkarzinom, genauer: Oropharynx (T3). Und mehr über mich hier im Blog. Oder hier: Wer ich bin.

2 Gedanken zu „Zwei sichere Ereignisse gibt es …“

  1. Hallo Anabell,
    ich bin erst am Anfang dieses schweren Weges (Diagnose 01.2019, OP+Radiochemo-Therapie mit allen möglichen Nebenwirkungen der Therapie).
    Beim besten Willen kann ich keinen Augenblick die Krankheit vergesssen, da die Nebnwirkungen der Behandlung immer da sind, ohne Aussicht auf Besserung. Man hat mir die Hälfte der Zähne gezogen, nach der Chemo bin ich fast taub, die Brillen passen alle nicht mehr, der Essens, das ich überhaupt schlucken kann, ist scheusslich. Und dann die Mundtrockenheit…, wenn ich morgens aufwache, ist die Zunge wi ein Stück Holz, da ich wegen der verengten Nase mit offenem Mund schlafe.
    Und dann die permanente Angst vor dem Rezidiv.
    Wie geht es Dir jetzt, 3 Jahre mit dem Krebs? Lernt man mit all den Qualen und der Angst zu leben?
    Liebe Grüße aus Heidelberg, Christine

    1. Uh, du Arme.
      Das mit den Zähnen war bei mir auch sehr nervig, zumal die mir bis heute noch fehlen. Als Krebsüberlebende schwimme ich nicht gerade in Geld und die Kassenlösung war mir zu schmerzhaft auf dem Zahnfleisch. Zu wenig Zähne, noch schlechter Kauen, noch weniger feste Nahrung => Aber Suppen sind ja auch lecker.

      Qualen: Ja, es nervt nicht alles essen zu können und wenn nur sehr langsam. Noch mehr nervt manchmal die eigene Unvernunft, mal wieder etwas zu probieren, was eigentlich viel zu gefährlich/anstrengend ist (Steak zum Beispiel oder auch leckere Linsen). Ich wäre tatsächlich schon beinahe zwei Mal erstickt und ein Bekannter, der einen ähnlichen Krebs hatte, ist sogar erstickt.
      Noch mehr nervt, immer noch nicht wirklich fit zu sein. Diese MÜdigkeit, das nicht mehr wirklich durchschlafen. Erschöpfung etc.
      Ich bin müde, ich nuschle, ich kann nur durch den Mund atmen (im Winter sehr nervig), ich habe oft das Gefühl zu ersticken, ich hüste, ich habe sehr viele Schmerzen im Halsbereich. ich hasse meine Narben. Ich finde mich seitdem sehr hässlich und seit dem mein Mann gestorbne ist, dazu noch sehr einsam.

      Eine permanente Angst vor dem Rezidiv habe ich nicht. Ich habe vieles geordnet, sogar jemanden, der dann meinen Hund nimmt, aber ansonsten: Ich tue alles, damit es nicht zum Rückfall kommt (gesünder essen, natürlich nicht rauchen, wenn Alkohol, dann nur ein viertel Glas und das maximal ein oder zwei Mal im Jahr).

      Wenn ich einen Rückfall haben sollte, steht für mich fest, dass ich dann versuche möglichst früh alles zu ordnen, mich aber nicht mehr quäle. Aber ich denke darüber nicht permanent nach, da es mir ja nicht nach Rückfall geht. Liegt aber vielleicht auch daran, dass ich nmich wie schon geschrieben eher einsam fühle. Hätte ich meinen Hund nicht, hätte ich auch keinen echten Grund mehr hier zu sein.

      Mach dich wegen einem möglichen Rückfall nicht verrückt, du hast genug zu kämpfen. Nach zwei Jahren wurde das mit der Mundtrockenheit bei mir etwas besser. Auch das Schlucken. Wenn das mit dem Essen bei dir noch so schlimm ist und vor allem so eine Qual, solltest du vielleicht mal mit deinem Arzt reden, ob nicht eine PEG gut wäre. Dann hättest du alle Nährstoffe und Vitamine ohne dich zu quälen und könntest dich auf den Rest konzentrieren. Essen kannst du ja mit PEG dennoch zusätzlich, aber der Druck wäre weg.

      Ich wünsche dir weiterhin alles gute und freue mich, wenn du noch mal schreibst,
      Bella

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.