Vorbereitung Bestrahlung – Maske anpassen in Bestrahlungsklinik

So, im Moment warte ich ja darauf, dass die nächste Runde meiner Behandlung weiter geht. Wegen Weihnachten und Silvester verschiebt sich das ganze ein wenig. Als nächstes steht ja im Kampf gegen den Krebs eine kombinierte Bestrahlungs-Chemotherapie an. Die Bestrahlung wird wohl sechs oder sieben Wochen dauern und wird jeweils fünf Mal die Woche über die Bühne gehen. Und das ganze dann in St. Georg, gleich um die Ecke vom Hamburger Hauptbahnhof. Die Chemotherapie hingegen wird ganz wo anders sein, diese werde ich wohl im Krankenhaus in Reinbek erhalten.

Irgendwie kompliziert. Heute war ich nun in der Strahlenklinik. Erst wusste da wieder niemand was mit mir anzufangen, da man mich mal wieder im Computer nicht gefunden hat. Dann ging es aber doch weiter. Und zwar wurde heute die Maske angepasst für die Bestrahlung. Auf der Maske wird dann eingezeichnet, wo bestrahlt wird. Und da ich ja den Krebs an der Rachenhinterwand hatte, ist es natürlich eine Gesichtsmaske.

Für die Maske musste ich in zwei Zimmer. Im ersten Zimmer wurde die Maske selbst angelegt und angepasst. Die Maske besteht wohl aus irgendeinem Kunststoff. Dieser liegt zuvor in einem Wasserbad. Dann wird dieser Kunststoff von zwei Personen aufs Gesicht gedrückt. Der Kunststoff ist nicht Luftdurchlässig. Daher ist es etwas unangenehm, solange die Löcher für die Nase bzw. in meinem Fall vor allem für die Tracheotomie noch nicht gemacht worden sind. Dazu ist der Kunststoff erst etwas warm. Zwar aushaltbar, aber das ganze fühlt sich schon sehr seltsam an. Aber zum Glück dauert das nicht wirklich lange, bis aus dem Kunststoff eine Maske geworden ist.

Achja, bevor der Kunststoff aufs Gesicht und den Hals kommt, muss man wie früher beim Kieferorthopäden, auf eine verformbare Masse beißen für einen Abdruck. Mit dem Abdruck im Mund wird dann die Maske angepasst.

Ist das ganze erledigt darf man sich kurz wieder anziehen und muss zwei, drei Türen weiter gehen.

Dort darf man sich dann wieder oben rum nackig machen, muss wieder erklären, dass man nix künstliches am Leibe hat, auch keine falschen Zähne und dann darf man sich wieder hinlegen. Dann gibt es den gerade gemachten Abdruck von den Zähnen in den Mund und die Maske auf. Die Maske wird außerdem fixiert, so dass man sich nicht mehr wirklich mit dem Kopf bewegen kann. Aber ist ja klar, schließlich sollen die Strahlen bei der Bestrahlung zielgenau dort landen, wo die bösen Krebszellen sein können und nicht irgendwo. Dann ging es durch die Röhre, ein MRT wurde gemacht, zum Glück ohne Kontrastmittel und ohne Atemkommandos. Das ganze hat vielleicht drei Minuten gedauert. Allerdings musste ich gleich zwei Mal ran. Irgendwie hat die Dame dort bei mir die Zahnschiene vergessen. So hatten wir dann ein MRT ohne Zahnschiene und eins eben mit. Aber es war wie gesagt leicht zum aushalten.

Das ganze hat 45 Minuten gedauert, mehr nicht.

Weiter geht es dann mit der Strahlentherapie im neuen Jahr. Auf meinem Zettel steht Simulator.

Achja, mit der Maske klinge ich passenderweise zum neusten Star Wars Film nicht nur wie Darth Vader, nein, ich sehe auch beinahe so aus. Ok, die Maske scheint eher weiß zu sein, nicht schwarz. Hm. Dann bin ich wohl Darth Vader, der sich als Sturmtruppler tarnt 🙂

Radiochemotherapie

Irgendwie wird jeder Krebs wohl anders bekämpft. In meinem Bekanntenkreis kämpft eine Frau in meinem Alter gerade gegen Brustkrebs. Operation hat sie wohl erfolgreich überstanden. Derzeit ist sie in Chemotherapie und anschließend wird sie wohl in die Bestrahlung gehen.

Ich gehe mit meinem Krebs gleich in das volle Programm. Und man gönnt mir gleich eine kombinierte Strahlen- und Chemotherapie. Angeblich soll das erfolgreicher sein und die simultane Radiochemotherapie verbessert wohl nicht nur das Therapieergebnis, sie verkürzt eben auch die Behandlungsdauer für die Patienten. Und wenn ich meinen Terminplan so richtig im Kopf habe, habe ich ja bereits in der zweiten Märzhälfte wieder einen Termin im Krankenhaus Winsen in der Tumorsprechstunde habe.

Veröffentlicht von

Anabell

45 Jahre, weiblich, Krebsart: Pharynxkarzinom, genauer: Oropharynx (T3). Und mehr über mich hier im Blog. Oder hier: Wer ich bin.

2 Gedanken zu „Vorbereitung Bestrahlung – Maske anpassen in Bestrahlungsklinik“

  1. Hallo.
    Auch ich habe Rachenkrebs, vor 8 Wochen operiert worden und nun folgen Chemo und Bestrahlung. Heute hat man mir die Maske angepasst, meine 1. Bestrahlung erfolgt am 04.10.
    In Summe werden es 32 Stück. Egal mit welchem Arzt ich spreche, die Nebenwirkungen lesen sich wie ein schlechter Horrorroman.
    Wie hast du die Strahlentherapie empfunden und welche Nebenwirkungen waren für dich am schlimmsten? Wie geht es dir heute?
    Liebe Grüße
    Dörte

    1. Hallo Dörte,
      entschuldige bitte, ich war lange nicht mehr auf meinem Krebstagebuch.
      Die Bestrahlung war grauenvoll, insbesondere die Begleitumstände. Ein Heulkrampf => Androhung Einweisung etc.
      ja, die Nebenwirkungen sind schlimm. Aber man sollte sich auch immer vor Augen halten, dass das ganze ja einem Ziel dient, nämlich länger zu überleben bzw. den Krebs erstmal zu überstehen.
      Mir geht es heute, relativ gut. Ich kann immer noch nicht alles essen, bin ständig müde und schlapp, Narben nerven, das nicht richtig schlucken können nervt, nicht durch die Nase atmen nervt, die Stimme, das Nuscheln etc.
      aber Verglichen mit der Zeit der Behandlung ist das meckern auf hohem Niveau.
      Es wird besser. Es wird nicht wie früher. Aber es wird besser.
      Viele liebe Grüße,
      Bella

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