Umgewöhnung wegen Tracheotomie

Bei einer Operation haben mir die Ärzte im Krankenhaus ja einen Luftröhrenschnitt, Tracheotomie, verpasst. An einige Punkte musste ich mich ja erst gewöhnen, nach dem ich nun eine Kanüle im Hals zum atmen habe und dafür nicht mehr Mund oder Nase nutze:

  • Heiße Suppe auf dem Löffel? Pusten bringt nun nix mehr. Zumindest nicht durch den Mund.
  • Höflichkeit und Husten? Hand gehört nicht mehr vor den Mund, sondern vor die Kanüle.
  • Schlafen und dabei bis zur Nasenspitze unter die Decke kuscheln? Würde gehen, aber nur wenn ich ein großes Loch für die Kanüle auf Halshöhe in die Decke schneide.
  • Schwimmen gehen kann ich getrost solange ich die habe vergessen.
  • Baden lasse ich besser. Dürfte ich zwar, aber wohl nur im Sitzen. Da Dusche ich lieber gleich.

Ja, es gibt schlimmeres als so eine Kanüle. Und langsam lernt mein Mann das auch, wenn ich in Flüstersprache was von ihm will. Ist allerdings keine taugliche Methode, um sich zum Beispiel im Auto zu unterhalten. Und es gelingt mir zum Beispiel nicht -ei- auszusprechen. Aber mein ständiger Begleiter ist nun eh ein Notizbuch.

Zu Hause ist nun ständig mein PC an (wegen Skype) und ich hab nun immer mein Handy in der Nähe 🙂

Das einzige was mich absolut abnervt an der Tracheotomie: Keiner fühlt sich zuständig mir zu sagen, wie ich das wieder los werde? Meine Hausärztin behauptet meine HNO-Ärztin und meine HNO-Ärztin behauptet, da müsste ich die Ärzte im Krankenhaus fragen, wobei es noch ziemlich ungewiss ist, ob der behandelte Arzt dort überhaupt eine Kassenzulassung hat. Grübel. Und keiner der beiden Ärzte will mir eine Überweisung zum Logopäden schreiben. Denn meine Überlegung ist ja: Ich hab die geblockte Kanüle ja vor allem deswegen, weil irgendwie das Schlucken gestört ist. Ich bin ja kurz vor der Entlassung durch den Wackelpuddingtest gefallen. Wenn ich aber beim Logopäden lernen würde, wieder richtig zu schlucken, dann könnte ich die Tracheotomie ja irgendwann los werden.

Aber welcher Arzt dafür zuständig ist? Irgendwie war das gestern Abend dann auch Grund für einen kleinen Hänger bei mir. Man fühlt sich doch etwas alleine gelassen. Es gibt irgendwie kein Arzt, der sich so 100 Prozent für mich zuständig füllt. Meine Hausärztin ist zwar nett, aber hat irgendwie nie richtig Zeit. Und die HNO-Ärztin, hm, ich glaube, die nerve ich nur.

Ich guck jetzt selbst mal im Internet nach Übungen zum Schlucken lernen bzw. zu Infos zum Schlucktraining.

Veröffentlicht von

Anabell

45 Jahre, weiblich, Krebsart: Pharynxkarzinom, genauer: Oropharynx (T3). Und mehr über mich hier im Blog. Oder hier: Wer ich bin.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.