Krankenkasse Strahlenklinik will es ganz genau wissen

Heute sah es gut aus. Ich war um 13.31 Uhr in der Klinik und hatte mich damit klar vor den Patienten gesetzt, der ansonsten vor mir bestrahlt werden würde und daher mir wohl immer den 13.45 Uhr Termin wegschnappt. Heute hatte ich es aber geschafft und war vor ihm da und 13.44 Uhr wurde mein Name aufgerufen und fast sofort ging es zur Bestrahlung. Ich lag gut in der Zeit, freute mich schon auf zu Hause da hieß es: Frau Ditzel, schauen Sie doch gleich noch bei Herrn Doktor P. vorbei.

Erst habe ich mich gefreut, ich habe nämlich noch eine Frage wegen der Zahnschiene, die ich nicht habe. Aber die Freude verging schnell und meine Frage ist immer noch nicht beantwortet. Es ging nämlich um meine Krankenkasse bzw. meine Versicherung, um den schnöden Mammon. Klar ist, solange nicht klar ist, ob ich in der Krankenkasse bin oder nicht und ich wohl auch eine Krebstherapie kaum aus eigener Tasche bezahlen kann, müsste ich eigentlich die Behandlungen unterbrechen. Vor allem, wenn ich eben weiß, dass ich es kaum privat zahlen kann. Und wer gibt schon jemanden mit Krebs Kredit? Lasse ich die Behandlungen durchführen, wäre das Betrug. Und der ist strafbar.

Ok, die Klinik mit der Bestrahlung weiß ja schon Bescheid, was ich aber völlig verdrängt habe, ist ja am Dienstag die Chemotherapie. Während die Bestrahlung wohl ungeachtet der unklaren finanziellen Lage wohl weiter gehen wird, wobei der Arzt wohl eher pessimistisch ist, was die Bezahlung angeht, ist das bei der Chemotherapie wohl noch nicht klar. Das sehe ich wohl erst morgen früh.

Wobei der Arzt in der Strahlenklinik nun auch optimistischer ist. Heute Morgen vor unserem Gespräch hat er wohl gedacht, ich wäre gar nicht mehr krankenversichert und es gäbe keine Chance darauf, dass sich das noch ändert. Nach unserem Gespräch heute Mittag, bei dem ich ihm auch meinen Sachbearbeiter von der Krankenkasse kurz gab, glaubt er wohl nun auch an ein gutes Ende und hat die von der Chemotherapie darüber informiert.

Ich bin aber immer noch ziemlich erstaunt darüber, wie mich die Arge bzw. das Jobcenter einfach von der Krankenkasse abmelden kann. Vor allem habe ich jetzt ziemlich viel Papierkram vor mir. Die wollen noch einmal alles neu und aktuell an Verdienstbescheinigungen etc. Ich soll doch bitte mit Steuerbescheid nachweisen, was ich verdient habe. Das war im letzten Juli schon ein Problem, ich bin ja erst im April aus Spanien nach Deutschland zurückgekehrt, also habe ich für 2014 keine deutsche Steuererklärung. Und ich kann mir gerade im Moment auch keinen Steuerberater leisten, nur weil die Krankenkasse mir vielleicht sonst nicht glaubt. Im letzten Sommer bin ich mit einer Art Einnahmen-Überschuss-Aufstellung zurück in die Krankenkasse gekommen, ich bin mal gespannt, ob das diesmal auch ausreicht.

Und wetten: Wäre ich jetzt nicht krank und hätte mich die Arge im Dezember abgemeldet und wäre mir das sagen wir mal im April erst aufgefallen. Hätte ich dann bei der Krankenkasse angerufen, dann wäre das gar kein Problem für die gewesen, ich hätte einfach nur für Dezember rückwirkend bezahlen müssen, denn Abmeldung wäre ja nicht gültig gewesen, schließlich gibt es in Deutschland eine Pflichtversicherung. Das nervt mich ja am meisten. Wenn es in Deutschland eine Pflichtversicherung gibt und man auch rückwirkend immer nachzahlen soll, wieso kann man dann einfach von jemand anderem aus der Krankenkasse abgemeldet werden????

Denn auch wenn ich davon ausgehe, dass die Chemotherapie morgen stattfindet, eine Zusage Übernahme Taxikosten habe ich nicht. Und ich kann mir im Moment es nicht wirklich leisten, knapp 60 Euro Taxikosten selbst zu zahlen. Eine Strecke, damit es mir morgen zeitlich irgendwas nutzt, müsste ich beide Fahrten zahlen, dann wäre ich bei 120 Euro, nur weil irgendein Idiot mich abgemeldet hat. Da werde ich wohl lieber 6,20 Euro in ein Tagesticket stecken und morgen Nachmittag platt wie eine Flunder sein. Danke schön Arge!

Veröffentlicht von

Anabell

45 Jahre, weiblich, Krebsart: Pharynxkarzinom, genauer: Oropharynx (T3). Und mehr über mich hier im Blog. Oder hier: Wer ich bin.

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