Erste Bestrahlung

Heute habe ich nun meine erste Bestrahlung gehabt. Ganz normal war der Termin noch nicht, bei dieser ersten Runde war auch ein Arzt dabei. Keine Ahnung warum, kurz vorgestellt hat er sich, da lag ich aber schon auf der Liege und hatte schon den Zahnschutz drin. Also mit dem Arzt reden oder ihn gar etwas fragen war nicht.

Wieder ging es also auf die Liege. Nun weiß ich, dass ich ein Hemdchen mit dünnen Trägerchen anbehalten dürfte. Ich muss mich also, wenn ich beim Anziehen daran denke, nicht immer ganz nackig machen.

Auf der Liege gab es wieder den Zahnschutz, dann ging es in die Horizontale und ich bekam auch das Teil für unter die Knie. Dann wurde die Maske wieder aufgesetzt und fixiert. Ein sehr seltsames Gefühl, der Kopf lässt sich dann nämlich höchstens noch wenige Millimeter bewegen, auch für den Mund gibt es keine Öffnung, nur Nasenlöcher und ein Loch für die Trachealkanüle. Bei der nehme ich dann immer den vorderen Aufsatz ab, damit ich besser Luft bekomme.

Dann sind alle aus dem Raum raus. Natürlich bis auf mir, denn ich lag ja durch die eingerastete Bestrahlungsmaske fixiert auf der Liege. Dann begann wohl die Bestrahlung. Keine Ahnung ob es nur Einbildung war oder ob ich wirklich was gemerkt habe, ich hatte das Gefühl, dass in meinem Mund und Rachen etwas passiert. Also das Gefühl war nicht unangenehm und tat natürlich auch nicht weh, war aber irgendwie fremd.

Nach ein paar Minuten kam dann die Frau wieder rein, es würde noch ein kurzen Moment dauern, sie müsste auf der Bestrahlungsmaske noch einen Strich einzeichnen und ein Foto machen. Von wegen ein Strich, plötzlich waren gleich drei Leute da und malten fleißig rum und klebten noch irgendwie an der Maske was an. Irgendwelche Markierungen. Zum Glück gibt es für Bestrahlungen im Gesicht und Hals eine solche Maske, ansonsten gäbe es die Bestrahlungsmarkierungen bestimmt mit Permanent-Edding auf die Haut.

Wofür das Foto dann war? Keine Ahnung. Ich kann mich dunkel erinnern, dass beim ersten Besuch in St. Georg ebenfalls ein Foto von mir gemacht wurde. Damals allerdings von meinem Gesicht ohne Maske. Wenn ich morgen dran denke, werde ich mal nachfragen wofür die Bilder sind.

Dann war ich fertig. Ich glaube, etwa 20 Minuten hat das ganze gedauert. Ich bin mal gespannt, wie lange es dauert, wenn nur Bestrahlung gemacht wird. Im Moment ist das ja alles noch mit Vorbereitung. Morgen dürfte dann der erste echte Bestrahlungstermin sein.

Diese Woche ist meine Bestrahlung wohl immer um 13.45 Uhr. Das ist ein wenig doof, aber irgendwie lassen sich die Termine in St. Georg nicht einfach so umlegen oder verschieben. Ich muss mal sehen wie ich das dann mit Bus und Bahn mache, denn so lange ich noch fit genug bin, möchte ich eigentlich ganz gerne ohne Taxi von Reinbek zur Bestrahlung fahren. Mittags ist ja nicht so viel los in den öffentlichen Verkehrsmitteln, müsste ich zur Rushhour am Morgen oder Abend, würde ich wohl doch lieber mit Taxi fahren. Und wenn das noch so knapp zwei Wochen geht, tut mir das vielleicht auch ganz gut.

Die erste von insgesamt 33 Bestrahlungen habe ich also hinter mir. Dem Oropharynxkarzinom geht es also weiter an den Kragen. Wobei der Oropharynxkarzinom ja eigentlich bereits bei der Operation im November entfernt worden ist, aber mit der Bestrahlung und der Chemotherapie wollen die Ärzte ja weitere Punkte auf meiner Überlebenswahrscheinlichkeitsskala gut machen.

Ich werde mir gleich mal einen kleinen Bestrahlungsterminkalender basteln. Ich hab auch schon überlegt so etwas zu machen wie ein Adventskalender, damit ich immer deutlich sehe wie viel noch vor mir liegt, wie viel ich geschafft habe, so als Motivationshilfe. Im Moment ist das ganze zwar noch easy going, aber wenn in ca. zwei Wochen die Nebenwirkungen auftreten sieht das ganze wohl anders aus.

Vorläufiger Bestrahlungsplan

1. Woche
4. Januar 2015: 1 von 33 Bestrahlungen
8. Januar 2015: 4 von 33 Bestrahlungen steht an. Außerdem Termin Onkologie Reinbek wegen Chemotherapie.
2. Woche
11. Januar: 5 von 33 Bestrahlungen
12. Januar: 1 von 2 Chemotherapie, dauer wohl ca. 5 Stunden
15. Januar: 9 von 33 Bestrahlungen, 2. Woche geschafft
3. Woche
In dieser Woche sollen die Nebenwirkungen spürbar werden.
18. Januar: 10 von 33 Bestrahlungen
20. Januar: Geburtstag Mann
22. Januar: 14 von 33 Bestrahlungen, 3. Woche geschafft
4. Woche
25. Januar: 15 von 33 Bestrahlungen
27. Januar: 17 von 33 Bestrahlungen – Halbzeit bzw. Bergfest!!!
29. Januar: 19 von 33 Bestrahlungen, 4. Woche geschafft
5. Woche
In dieser Woche auch 2. von 2 Chemotherapien.
1. Februar: 20 von 33 Bestrahlungen
5. Februar: 24 von 33 Bestrahlungen
6. Woche
8. Februar: 25 von 33 Bestrahlungen
12. Februar: 29 von 33. Bestrahlungen. Tonko Geburtstag.
7. Woche – Letzte Woche Bestrahlung
15. Februar: 30 von 33 Bestrahlungen
18. Februar: 33 von 33 Bestrahlungen. Letzte Bestrahlung. Letzte Woche geschafft.

Mitte März, erster Termin Tumorsprechstunde im Krankenhaus Winsen.

So, und jetzt überlege ich mir, wie ich das ganze als Kalender umsetzen kann, damit ich immer sehen kann, dass ich mich Schritt für Schritt auf das Ende zubewege. Leider weiß ich noch nicht wie oft und wann die Termine Chemotherapie sind, das erfahre ich ja leider erst am Freitag.

Sobald ich mit der ganzen Bestrahlung durch bin, wird es auch Zeit mich drum zu kümmern, dass meine Zahnlücken gefüllt werden und vor allem, dass ich die Trachealkanüle wieder los werde …

Veröffentlicht von

Anabell

45 Jahre, weiblich, Krebsart: Pharynxkarzinom, genauer: Oropharynx (T3). Und mehr über mich hier im Blog. Oder hier: Wer ich bin.

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