Entmündigung durch Ärzte? Drohung mit Einweisung …

Freitag war ja Tag drei der Übelkeit nach Behandlung mit Zystostatikum am Dienstag. Mir ging es auch echt schlecht an dem Tag. Morgens habe ich mich mit Mühe und Not mit unserem Hund aus dem Haus gequält, danach mehr oder weniger ab ins Bett. Normalerweise habe ich um 13.45 Uhr meinen Termin bei der Bestrahlung, den habe ich auf 15.30 Uhr verlegt, denn mein Mann hatte mir zugesichert rechtzeitig von der Arbeit zurück zu sein, so dass wir bis spätestens 15.30 Uhr dort sein konnten.

Begeistert waren die bei der Bestrahlung nicht. Ich sollte doch wenn irgend möglich schon um 15 Uhr oder wenigstens 15.15 Uhr da sein. Konnte ich nicht zusichern. Da waren wir dann um 15.18 Uhr. Aber auch nur wegen einem Trick. Und zwar hat mich mein Mann bislang immer vor dem Gelände im Sackgassenkreisel aus dem Auto gelassen. Von dort sind es aber noch ca. 200 Meter bis zur Praxis. Dahin führt eine Straße, davor eine Schranke. Wir dachten bislang, da dürften wohl nur Taxen durch. Aber wir haben es ausprobiert. Pförtner-Klingel und Termin Bestrahlung mit Namen und die Schranke öffnete sich. Zeit gespart.

Dann war ich drin. Wie gesagt, ich ging davon aus, nur einen Termin zur Bestrahlung zu haben. Aber irgendwie fühle ich mich ja gar nicht halb Entmündigt, wenn dann plötzlich wie aus dem Nichts mein Arzt vor mir steht. Hätte mich man ja mal kurz vorwarnen können? Hätte ich nämlich meinen Mann Bescheid sagen können, dass es länger dauert und er schon mal alleine mit dem Hund an die Alster geht. Und ich hätte mir vielleicht die eine oder andere Frage zurechtlegen können? Nö, einfach so, gibt’s den Arzt als Termin. Ok. Natürlich besser, als wenn sich keiner kümmert. Aber das muss die bei der Anmeldung doch gewusst haben. Warum also keinen Hinweis?

Der Arzt hat mich dann ziemlich rund gemacht, warum ich den das Ondansetron nicht nehmen würde, das mit den Nebenwirkungen würde da ja mehr pro Forma drin stehen, nach dem Motto.

Ehm, also ich glaube ja nicht, dass die Firma Hexal aus Jux und Dollerei in ihren Beipackzettel schreibt, dass mit einer Wahrscheinlichkeit von 1:100 Krampfanfälle und Bewegungsstörungen auftreten können. Kann ich mir nicht vorstellen. Mag sein, dass es nur 1:200 ist, aber dennoch. Ich werde wohl aufgrund von Nebenwirkungen und Co. doch noch selbst entscheiden dürfen, ob und welche Medikamente ich nehme? Ok, ich hätte vielleicht aber mal nach einer Alternative fragen sollen, aber bis zu dem Zeitpunkt, Freitag 15.30 Uhr, sah mein Plan ja eigentlich noch so aus, dass ich, am Samstag das Medikament nehme. Ab Samstag hat mein Mann nämlich neun Tage frei. Sollte ich also total ausfallen wegen Nebenwirkungen, könnte er sich kümmern, um den Hund und um mich.

Achja, der Arzt kam mir dann wieder mit Einweisen. Hallo! Ich bin ja wohl kaum entmündigt! Zwangseinweisung ist also nicht. Die einzige wirksame Drohung, die sie hätten, wäre, dass sie ansonsten die Behandlung abbrechen. Aber einweisen lassen können die mich nicht einfach. Grmpf.

Das Wort Einweisung fiel dann noch mal bei der Bestrahlung selbst. Ich rein, Hinweis, mir wäre immer noch übel. Ok, aber heute müssten Bilder gemacht werden. Das hat dann auch noch ewig gedauert und ist ja toll: Ich liege da wie angenagelt mit meiner Maske auf der Liege und es dauert ewig. Ab und an kommt dann eine Helferin rein und dreht was an der Liege rum. Sehen kann ich die Dame nicht, ich merke aber, dass jemand rein kommt. Kein Ton. Kein Hinweis. Nur rein, wieder raus, wieder rein, ich liege da wie doof. Na ganz toll. Es ist schon ein Unterschied, ob man nur für die Bestrahlung vier oder fünf Minuten unter der Maske zubringen muss oder eben zehn Minuten. Anschließend habe ich gemeint, sie hätte ja mal was sagen können. Echt.

Achja, beim rausgehen meinte sie dann, ich sollte was essen, wenigstens eine Brühe oder so. Ansonsten bliebe wohl nur die Einweisung.

Ehm, hallo, geht’s noch?

Wenigstens war Freitag. Grmpf.

Ich war froh, als ich bei meinem Mann im Auto war.

Veröffentlicht von

Anabell

45 Jahre, weiblich, Krebsart: Pharynxkarzinom, genauer: Oropharynx (T3). Und mehr über mich hier im Blog. Oder hier: Wer ich bin.

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