Zweite Chemotherapie hinter mich gebracht

So, Dienstag hatte ich das zweite Mal Chemotherapie. Entsprechend fühle ich mich heute auch: Schlecht. Und das ist auch wieder wörtlich zu nehmen. Allerdings ist mir nicht ganz so übel wie vor drei Wochen, ich habe diesmal bereits am Tag der Chemotherapie damit begonnen die Tabletten zu nehmen. Ich nehme diesmal tatsächlich die Ondansetron Hexal 8 mg. Beim letzten Mal habe ich den Fehler gemacht und als es mir schon richtig schlecht ging die Nebenwirkungen durchgelesen. Und die klangen mir dann doch zu furchteinflößend.

Die schlimmen Nebenwirkungen vom Ondansetron sind bei mir zwar nicht aufgetreten, dafür habe ich seit gestern Kopfschmerzen. Ist aber noch auszuhalten.

Chemotherapie bekommen ist ja nicht schlimm. Fünf bis sechs Stunden rumliegen und was in die Venen zu bekommen ist ja wirklich kein Akt. Aber die Nebenwirkungen sind einfach nur gemein.

Gestern kam dann auch noch mein Arzt vorbei. Zweimal. Beim ersten Mal wollte er wissen welche Nebenwirkungen ich beim letzten Mal hatte und wie lange mir übel war. Und er meinte, dass der Arzt von der Bestrahlung angerufen hätte, denn der hatte eigentlich unbedingt gewollt, dass ich die Chemotherapie voll begleitend bekommen sollte und damit jede Woche. Der von der Chemotherapie hatte dann aber entschieden, da ich keine Port habe und die Chemo daher direkt in die Venen kommt, dass das besser wäre, das auf zwei Mal zu bündeln. Irgendwie gab es darüber dann wohl einen ärztlichen Disput. Mein Arzt von der Chemotherapie hat sich dann wohl durchgesetzt.

Und irgendwie bekomme ich nur zwei Mal Chemotherapie statt, was wohl bei sieben Wochen Bestrahlung üblicher wäre, drei Mal. Das liegt daran, dass ich aufgrund eines der vielen Missverständnisse in meiner Behandlung eine Woche später mit der Chemotherapie angefangen habe. Soll mir recht sein. Die eine fehlende Chemotherapie wird sicherlich keinen zweistelligen Prozentsatz bei meiner Überlebensrate bedeuten. Und da mir die Chemotherapie ja gar nicht bekommt, werde ich eine dritte nicht unbedingt vermissen.

Als ich mit der Chemotherapie dann fast durch war und die beiden anderen Damen, die auch Infusionen bekommen haben, raus aus dem Zimmer waren, kam mein Chemo Arzt erneut. Diesmal erklärte er mir, dass die Zahl meiner Leukozyten heute wohl überhaupt nicht gut gewesen sein, wohl fast grenzwertig für die Chemotherapie. Als ich das erste Mal da gewesen sei, also eine Woche vor der ersten Chemotherapie hätte die Zahl meiner weißen Blutkörperchen noch bei 5000 gelesen. Das sei gut, der Normalwert sei nämlich bei 4000 bis 10.000. Bei der letzten Chemotherapie habe man wohl die Zahl nicht ermittelt und heute seien sie dann bei nur 2.500 gewesen. Besondere Vorsichtsmaßnahmen meinerseits seien jetzt nicht vonnöten, von offensichtlich kranken Menschen sollte ich mich halt fernhalten. Und außerdem hätte ich jetzt noch Sondertermine für die Freitage, Blut abnehmen und Leukozyten zählen. Na, toll. Aber ich sag es immer wieder, Krebs haben ist und bleibt ein Fulltime Job.

Ich bin mal gespannt, wie viele weiße Blutkörperchen am Freitag in meinem Blut rumschwimmen.

Zweite Chemotherapie steht an

Morgen ist es soweit, meine zweite (von insgesamt auch nur zwei) Chemotherapie steht an. Ich habe jetzt schon Horror davor. Nach der letzten Chemotherapie vor drei Wochen war mir tagelang richtig übel. Mir war so schlecht, dass ich heftige Medikamente nehmen musste. Und nach der Chemotherapie hat sich auch meine Mundschleimhaut verabschiedet. Und die hatte sich gerade so weit erholt, dass ich am Wochenende kurz darüber nachgedacht habe, mal wieder etwas Suppe zu schlürfen (ich war dann aber am Abend immer so erschöpft vom Tag, dass ich auf die Suppe doch verzichtet habe). Gerade habe ich also die Nebenwirkungen der Chemotherapie einigermaßen überwunden, mir geht es fast schon wieder gut, und nun steht die zweite Chemotherapie an.

Ach, eine weitere Nebenwirkung der Chemo war, dass ich sehr schlecht schlafen konnte. Nachts bin ich ständig aufgewacht. Und Tagsüber war höchstens mal zehn Minuten Dösen am Stück drin. Am Wochenende habe ich sogar bei der Siesta mal eine halbe Stunde schlafen können.

Absoluter Horror vor morgen.

Dabei ist die Chemotherapie nicht schlimm. Man liegt ca. fünf bis sechs Stunden auf einem halbwegs bequemen Liegesessel rum. Bisschen Dösen geht, Schlafen nicht wirklich. Dafür ist da viel zu viel Aktion. Beim letzten Mal ging es mir am Tag der Chemotherapie auch gut, die Übelkeit kam erst am Tag danach. Und auch das kaum noch Schlafen können trat nicht sofort auf. Und jetzt geht das bestimmt wieder von vorne los.

Also morgen Chemotherapie. Und noch insgesamt 13 Bestrahlungen. Noch 2,5 Wochen und ich hab zumindest die Therapie überstanden. Dann noch zwei, drei Wochen und ich kann vielleicht endlich wieder etwas essen. Hoffentlich.

Smalltalk übers Rauchen

Die Tage war ich mal wieder drüben bei unserem Edeka. Ich bin da bekannt, die meisten wissen natürlich, dass ich gerade eine Kanüle im Hals habe etc. An der Fleischbedienung hatten die ja im Dezember auch richtig Spaß mit mir und meinen Zettel als ich noch gar nicht sprechen konnte. Die Tage hat der nette Mann mich auch gefragt, ob die Kanüle irgendwann wieder raus kommt. Ich konnte ihn zum Glück beruhigen. Auch dass ich dann irgendwann wieder richtig essen kann.

Weiter ging es an die Kasse. Auch da habe ich mich kurz mit der Kassiererin unterhalten. Die raucht auch. Also meinte ich zu ihr, das ich das auch mal getan hätte, aber jetzt natürlich aufgehört hätte. Und sie kam mit ihrem Opa, der seit seinem 12. Lebensjahr oder so geraucht habe. Und zwar nicht das saubere Zeug von heute, sondern den Dreck von früher (irgendwie glaube ich ja fast, dass Tabak vor sechzig Jahren sauberer war, als das Zeug heute. Oder meint jemand, dass man in den 1950er Jahren bereits Hustenmittel oder Zucker untergemischt hat?). Und ihr Opa sei nicht am Rauchen oder gar Krebs gestorben, der würde wahrscheinlich immer noch leben, aber irgendwann sei er überfahren worden.

Also eine typische private Helmut Schmidt Geschichte. Ich glaube, so jemand, der trotz Rauchen stein alt geworden ist, kennt doch jeder. Spätestens wenn man dann doch selbst an Krebs erkrankt, weiß man, dass jemanden zu kennen, der uralt geworden ist, nicht dafür schützt selbst krank zu werden.

Krebsrisiko senken

Inzwischen erkrankt ja fast jeder Zweite in Deutschland an Krebs. Um genau zu sein, sind es 51 Prozent der Männer und 43 Prozent der Frauen, die im Laufe ihres Lebens an Krebs erkranken. Wer kein Krebs hat, stirbt wahrscheinlich vorher an eine andere Zivilisationskrankheit.

Seit dem ich zu den 43 Prozent der Frauen gehöre lese ich natürlich fast alles über Krebs, was es so gibt. Gerade bei Google News gibt es ja immer wieder Meldungen rund um das Thema. Gerade nach dem David Bowie, Lemmy Kilmister und Alan Rickman an den Folgen ihrer Krebserkrankungen gestorben sind.

Jetzt gibt es eine Liste mit Möglichkeiten das persönliche Krebsrisiko zu senken. Es sind acht Tipps rund um das Thema. Versprochen wird natürlich nicht, das wer sich daran hält, garantiert nicht an Krebs erkrankt oder womöglich daran stirbt sondern man senkt eben sein Krebsrisiko.
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Informationsfluss ist und bleibt seltsam Wie oft werde ich eigentlich bestrahlt?

Also irgendwie finde ich das total seltsam mit der Bestrahlung. Ich habe jetzt drei Mal nachgefragt, ich weiß aber eigentlich immer noch nicht wie oft ich insgesamt Bestrahlung habe. Ganz am Anfang meinte eine MTA es wären 33 Bestrahlungen. Neulich bekomme ich einen Zettel auf den Steht ca. 30/60 Gray. Also heißt wohl: Etwa 30 Bestrahlungen, insgesamt 60 Gray. Ich frage nach, dann heißt es erst 28. Dann guckt sie nach, dann heißt es wieder 33. Dann sag ich heute der MTA, die immer alles einrichtet und mir die Maske aufsetzt, dass ich heute Halbzeit habe. Guckt sie am Computer und meint, das wäre längst gewesen, schließlich wäre ich heute zum 18. Mal da und es wären ja nur 28 Termine. Ehm. Was denn nun?

Auch mit der 18. Bestrahlung habe ich so nicht auf den Zettel. Für mich ist es die 17. Bestrahlung. Wobei ich denke, dass es für die der 18. Termin ist und sie auch den ersten Termin mitrechnen, den ich nicht mitrechne, da ich davon ausgegangen bin, dass da nur die Striche auf der Maske eingezeichnet worden sind.

Als vorsichtiger Mensch, der lieber positiv überrascht werden möchte, gehe ich nun davon aus, dass ich heute Termin Nr. 17 hatte und es 33 Termine sind. Natürlich habe ich aber auch schon das ganze mit Termin 18 von 33 ausgerechnet und, wobei das glaube ich nicht wirklich, mit 18 von 28.

Nach meiner bisherigen Rechnung habe ich am Donnerstag, dem 18. Februar 2016 meine letzte Bestrahlung. Also in drei Wochen und einem Tag. Wenn es heute aber Termin Nr. 18 bei der Bestrahlung war, dann bin ich in genau drei Wochen, am 17. Februar 2016 fertig.

Sollten es, soviel Glück habe ich aber sicherlich nicht, doch wirklich nur 28 Bestrahlungen sein, dann wäre ich bereits in zwei Wochen, also am 10. oder 11. Februar mit der Bestrahlung fertig.

Tsja. Eigentlich sollte ich mir mal wieder einen Arzttermin geben lassen. Aber außer der Frage nach der Bestrahlung hab ich gerade nichts. Ich rechne mal weiter mit 33 Terminen.

Halbzeit bei der Bestrahlung

So, heute ist es soweit. Ich bin bei der Mitte angekommen. Heute liegen ebenso viele Bestrahlungstermine vor mir wie hinter mir, nämlich genau 16. Aber erst, wenn ich auf der Pritsche liege. Insgesamt 33 Mal muss ich demnach zur Bestrahlung.

Im Moment habe ich mit folgenden Nebenwirkungen zu kämpfen:

Meine Mundschleimhaut ist immer noch stark angegriffen. Wie ich es mir aber fast gedacht habe, kam wohl die Hauptschädigung von der Chemotherapie und nicht von der Bestrahlung selbst. Denn die Chemotherapie war vor genau zwei Wochen und einem Tag und seit zwei Tagen kann ich deutlich besser schlucken, seit gestern ist es sogar fast schmerzfrei. Wäre die Mundschleimhaut einzig von der Bestrahlung zerstört, dürfte es ja eine Besserung erst geben, wenn ich keine Bestrahlung mehr habe. Und ich kann auch besser sprechen. Bevor sich die Mundschleimhaut aber völlig erholt haben wird, gibt es wohl die zweite Zerstörung. Am Dienstag ist nämlich mein zweiter Termin Chemotherapie. Aber ok. Jetzt weiß ich ja, wie lange es dann ungefähr dauert, bis ich wenigstens wieder Wasser trinken kann. Vielleicht versuche ich heute Abend auch zur Feier des Tages ein wenig Spargelcremesuppe.

Die zweite Nebenwirkung ist Schlaflosigkeit. Wobei sich das gebessert hat. Letzte Woche bin ich nachts jede Stunde aufgewacht und habe ewig gebraucht um wieder einzuschlafen. Wenn ich es überhaupt hinbekommen habe. An ein Schläfchen tagsüber war gar nicht zu denken. Zudem hatte ich ein Problem mit meinen Beine, die waren absolut ruhelos und zuckten im Bett vor sich hin. Nervig. Kann man nicht wirklich mit schlafen.

Das mit den Beinen ist zu 95 Prozent weg. Vielleicht liegt das auch daran, dass ich mich inzwischen dazu zwinge jeden Tag mindestens 1,5 Liter Wasser zu konsumieren (trinken ist ja nicht wirklich). Und ich schlafe inzwischen doch tatsächlich auch mal drei Stunden am Stück. Und ich brauche nicht ganz so lange zum wieder einschlafen. Mehr als sechs Stunden Schlaf gibt es nachts für mich nicht. Ich zwinge mich jetzt immer, obwohl hundemüde, erst um 1.30 Uhr ins Bett zu gehen. Ab 7 Uhr bin ich meist dann richtig wach. In der Hoffnung wenigstens noch ein wenig zu dösen bleib ich dann meist bis 8 Uhr im kuschligen Bett. Das geht also noch.

Und mittags lege ich mich auch wieder zwei Stunden hin. Allerdings auch mehr zum ausruhen als zum schlafen. Obwohl ich meist wieder komplett erschöpft bin, einschlafen gelingt mir mittags derzeit so gut wie gar nicht. Und es ist ja nicht so, dass man sagen könnte, wovon sollte ich auch müde sein? Um 15 Uhr war ich schon zwei Mal mit dem Hund draußen (insgesamt zwischen 1,5 und 2 Stunden an der frischen Luft also). Ich war bei der Bestrahlung und ich war meist noch einkaufen. Dazu kommen Dinge wie Duschen, ein wenig aufräumen, ein bisschen arbeiten. Also, es gäbe wirklich Grund müde zu sein. Ich bin ja auch müde. Schlafen geht trotzdem nicht.

Aber ok. Gibt schlimmeres als keinen Mittagsschlaf halten zu können. Zwar würde ich gerne Abends noch was arbeiten, aber dafür bin ich dann einfach zu fertig. Aber ich muss ja nicht.

Dritte Woche Bestrahlung überstanden

So, die dritte Woche Bestrahlung ist überstanden. Bleiben nur noch vier Wochen. Ächtz.

Zwischenfazit: Meine Mundschleimhaut hat sich (entweder durch die Bestrahlung und/oder durch die Chemotherapie vor zehn Tagen) verabschiedet. Ohne meine PEG würde ich verhungern. Aber immerhin, gestern Abend habe ich eine kleine Kartoffel mit ein wenig Soße geschafft. Heute Abend werde ich das erneut versuchen. Nicht, dass ich noch das Schlucken verlerne. Selbst Trinken geht derzeit so gut wie nicht. Wenn es hoch kommt, schaffe ich so 100 ml Wasser am Tag durch den Mund zu schleusen. Ich will die ganze Zeit schon Eis probieren. Aber irgendwie habe ich mich dazu noch nicht aufraffen können.

Außerdem ist mir immer noch etwas übel. Gar kein Vergleich zu der Übelkeit in den drei Tagen direkt nach der Chemotherapie, aber so eine Grundübelkeit ist immer noch als leicht nerviges Element vorhanden.

Ebenfalls nervig: Ich kann nicht schlafen. Da hätte ich mal die Gelegenheit, den ganzen Tag auf Schlafmütze zu machen und was ist? Schlafen geht nicht. Mittags lege ich mich zwar zwei Stunden ins Bett, aber wenn ich da dann 20 Minuten döse, das ist schon voll. Und nachts wache ich ständig auf. Gestern Nacht bin ich um 1.10 Uhr ins Bett gegangen. Irgendwann bin ich aufgewacht, fühlte mich fast ein wenig erholt und dachte, prima, waren bestimmt drei Stunden. Geh ins Bad, guck da auf den Wecker: 2:03 Uhr. Grrrrr. Immerhin hatte ich letzte Nacht kaum Probleme mit meinen Beinen, in der Nacht davor hatten die eine volle Tanzkarte und haben mangels Tanzpartner so im Bett getanzt. Restless Legs nennt sich das Phänomen wohl. Sehr nervig. Mit ruhelosen Beinen kann ich nämlich nicht schlafen.

Naja. Noch vier Wochen Bestrahlung und noch eine Chemotherapie. Noch ziemlich lange. Seufz. Wenn ich wenigstens was richtiges Essen könnte.

Zwei von sieben Wochen Bestrahlung geschafft

Ob ich das durchstehe? Zwei von sieben Wochen Bestrahlung habe ich überstanden. Wow. Noch fünf liegen vor mir.

In Wochen gerechnet habe ich also 28,6 Prozent der Bestrahlungen und 50 Prozent der Chemotherapie absolviert. Fähnchen schwenk.

Nach Sitzungen habe ich neun von 33 Bestrahlungen hinter mich gebracht. Es fehlen also nur noch 24. Ganz toll. Dann sind es übrigens nur 27,3 Prozent, die ich überstanden habe. Nach Wochen rechnen ist also derzeit günstiger.

Ein Drittel ist geschafft, wenn ich elf Sitzungen hinter mir habe. Das ist dann also am Dienstag der Fall. Und für 50 Prozent brauche ich 16,5 Sitzungen. Damit wäre Halbzeit Mittwoch in einer Woche.

Und mir fällt gerade mit Schrecken auf, dass heute Sonntagabend ist. Das heißt, morgen geht es also weiter mit Bestrahlung. Wenigstens hat mein Mann eine Woche Urlaub, das heißt, eine Woche muss ich mindestens nicht mit Bus und Bahn fahren und mich vor allem nicht vor der Bestrahlung und direkt danach um unseren Hund kümmern. Sehr angenehm. Und vielleicht klappt es dann ja zur Woche drauf mit dem Taxischein, die Hoffnung stirbt schließlich zuletzt.

Entmündigung durch Ärzte? Drohung mit Einweisung …

Freitag war ja Tag drei der Übelkeit nach Behandlung mit Zystostatikum am Dienstag. Mir ging es auch echt schlecht an dem Tag. Morgens habe ich mich mit Mühe und Not mit unserem Hund aus dem Haus gequält, danach mehr oder weniger ab ins Bett. Normalerweise habe ich um 13.45 Uhr meinen Termin bei der Bestrahlung, den habe ich auf 15.30 Uhr verlegt, denn mein Mann hatte mir zugesichert rechtzeitig von der Arbeit zurück zu sein, so dass wir bis spätestens 15.30 Uhr dort sein konnten.

Begeistert waren die bei der Bestrahlung nicht. Ich sollte doch wenn irgend möglich schon um 15 Uhr oder wenigstens 15.15 Uhr da sein. Konnte ich nicht zusichern. Da waren wir dann um 15.18 Uhr. Aber auch nur wegen einem Trick. Und zwar hat mich mein Mann bislang immer vor dem Gelände im Sackgassenkreisel aus dem Auto gelassen. Von dort sind es aber noch ca. 200 Meter bis zur Praxis. Dahin führt eine Straße, davor eine Schranke. Wir dachten bislang, da dürften wohl nur Taxen durch. Aber wir haben es ausprobiert. Pförtner-Klingel und Termin Bestrahlung mit Namen und die Schranke öffnete sich. Zeit gespart.

Dann war ich drin. Wie gesagt, ich ging davon aus, nur einen Termin zur Bestrahlung zu haben. Aber irgendwie fühle ich mich ja gar nicht halb Entmündigt, wenn dann plötzlich wie aus dem Nichts mein Arzt vor mir steht. Hätte mich man ja mal kurz vorwarnen können? Hätte ich nämlich meinen Mann Bescheid sagen können, dass es länger dauert und er schon mal alleine mit dem Hund an die Alster geht. Und ich hätte mir vielleicht die eine oder andere Frage zurechtlegen können? Nö, einfach so, gibt’s den Arzt als Termin. Ok. Natürlich besser, als wenn sich keiner kümmert. Aber das muss die bei der Anmeldung doch gewusst haben. Warum also keinen Hinweis?

Der Arzt hat mich dann ziemlich rund gemacht, warum ich den das Ondansetron nicht nehmen würde, das mit den Nebenwirkungen würde da ja mehr pro Forma drin stehen, nach dem Motto.

Ehm, also ich glaube ja nicht, dass die Firma Hexal aus Jux und Dollerei in ihren Beipackzettel schreibt, dass mit einer Wahrscheinlichkeit von 1:100 Krampfanfälle und Bewegungsstörungen auftreten können. Kann ich mir nicht vorstellen. Mag sein, dass es nur 1:200 ist, aber dennoch. Ich werde wohl aufgrund von Nebenwirkungen und Co. doch noch selbst entscheiden dürfen, ob und welche Medikamente ich nehme? Ok, ich hätte vielleicht aber mal nach einer Alternative fragen sollen, aber bis zu dem Zeitpunkt, Freitag 15.30 Uhr, sah mein Plan ja eigentlich noch so aus, dass ich, am Samstag das Medikament nehme. Ab Samstag hat mein Mann nämlich neun Tage frei. Sollte ich also total ausfallen wegen Nebenwirkungen, könnte er sich kümmern, um den Hund und um mich.

Achja, der Arzt kam mir dann wieder mit Einweisen. Hallo! Ich bin ja wohl kaum entmündigt! Zwangseinweisung ist also nicht. Die einzige wirksame Drohung, die sie hätten, wäre, dass sie ansonsten die Behandlung abbrechen. Aber einweisen lassen können die mich nicht einfach. Grmpf.

Das Wort Einweisung fiel dann noch mal bei der Bestrahlung selbst. Ich rein, Hinweis, mir wäre immer noch übel. Ok, aber heute müssten Bilder gemacht werden. Das hat dann auch noch ewig gedauert und ist ja toll: Ich liege da wie angenagelt mit meiner Maske auf der Liege und es dauert ewig. Ab und an kommt dann eine Helferin rein und dreht was an der Liege rum. Sehen kann ich die Dame nicht, ich merke aber, dass jemand rein kommt. Kein Ton. Kein Hinweis. Nur rein, wieder raus, wieder rein, ich liege da wie doof. Na ganz toll. Es ist schon ein Unterschied, ob man nur für die Bestrahlung vier oder fünf Minuten unter der Maske zubringen muss oder eben zehn Minuten. Anschließend habe ich gemeint, sie hätte ja mal was sagen können. Echt.

Achja, beim rausgehen meinte sie dann, ich sollte was essen, wenigstens eine Brühe oder so. Ansonsten bliebe wohl nur die Einweisung.

Ehm, hallo, geht’s noch?

Wenigstens war Freitag. Grmpf.

Ich war froh, als ich bei meinem Mann im Auto war.

Krankenkasse Strahlenklinik will es ganz genau wissen

Heute sah es gut aus. Ich war um 13.31 Uhr in der Klinik und hatte mich damit klar vor den Patienten gesetzt, der ansonsten vor mir bestrahlt werden würde und daher mir wohl immer den 13.45 Uhr Termin wegschnappt. Heute hatte ich es aber geschafft und war vor ihm da und 13.44 Uhr wurde mein Name aufgerufen und fast sofort ging es zur Bestrahlung. Ich lag gut in der Zeit, freute mich schon auf zu Hause da hieß es: Frau Ditzel, schauen Sie doch gleich noch bei Herrn Doktor P. vorbei.

Erst habe ich mich gefreut, ich habe nämlich noch eine Frage wegen der Zahnschiene, die ich nicht habe. Aber die Freude verging schnell und meine Frage ist immer noch nicht beantwortet. Es ging nämlich um meine Krankenkasse bzw. meine Versicherung, um den schnöden Mammon. Klar ist, solange nicht klar ist, ob ich in der Krankenkasse bin oder nicht und ich wohl auch eine Krebstherapie kaum aus eigener Tasche bezahlen kann, müsste ich eigentlich die Behandlungen unterbrechen. Vor allem, wenn ich eben weiß, dass ich es kaum privat zahlen kann. Und wer gibt schon jemanden mit Krebs Kredit? Lasse ich die Behandlungen durchführen, wäre das Betrug. Und der ist strafbar.

Ok, die Klinik mit der Bestrahlung weiß ja schon Bescheid, was ich aber völlig verdrängt habe, ist ja am Dienstag die Chemotherapie. Während die Bestrahlung wohl ungeachtet der unklaren finanziellen Lage wohl weiter gehen wird, wobei der Arzt wohl eher pessimistisch ist, was die Bezahlung angeht, ist das bei der Chemotherapie wohl noch nicht klar. Das sehe ich wohl erst morgen früh.
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