Nachwirkungen Halslymphknoten Operatione

So. Gestern war ja die Operation zur beidseitigen Entfernung der Halslymphknoten. Das Ergebnis in wieweit dort Krebs gefunden wurde, das liegt wohl erst zum Wochenende vor. Auch erfahre ich dann erst, was beim Lasern an der Rachenhinterwand rausgekommen ist. Dort mussten sie ja noch mal ran, da bei der ersten Operation wohl nicht alles an Krebszellen erwischt worden ist.

Naja. Ich hatte ja vor der Halslymphknoten Operation eine ganze Liste von möglichen Komplikationen unterschrieben. Ich fasse jetzt mal kurz zusammen, wie der Sachstand 24 Stunden nach der OP ist:

Mir tun die vorderen Zähne tüchtet weh. Das fühlt sich an, als wenn ich da mit Gewalt während der Operation irgendwo drauf gebissen hätte. Und irgendwie fühlen sich die Zähne geschärft an. Und ich bekomme Ober- und Unterkiefer nicht gut auseinander. Was jetzt nicht so gut ist, schließlich soll ich noch diese Woche die Magensonder bekommen und wenn ich das richtig verstanden habe, wird die PEG durch den Mund verlegt. Dafür sollte ich den Mund aber irgendwie aufbekommen???

Ansonsten habe ich außerdem schon einen Blick in den Spiegel riskiert. Ich sehe aus wie ein Hamster mit dicken Hals. Oder wie Arnold Schwarzenegger in Total Recal als er sich für die Einreise auf dem Mars die Maske aufsetzt. Die Maske von der dicken Frau, die dann kurz danach explodiert. Also mit der habe ich wirklich Ähnlichkeiten zu Zeit. Oder ich bin Draculas kleine Schwester. Schließlich hängt mir noch links und rechts jeweils ein Schlauch aus der Wunde…. Eine Drainage. Mit der Drainage will man wohl erreichen, dass ich nicht zu viele blaue Flecken am Hals haben werde und auch das es nicht zu dick anschwillt. Allerdings ist bei der Drainage gestern etwas schief gegangen. Die Schläuche enden jeweils in einer Flasche in der wohl ein ziemlicher unterdruck herrscht (ich korrigiere: Es sind Vakuumflaschen). Tsja, auf der einen Seite hat man aber vergessen den Schlauch aufzumachen, der war noch abgeklemmt. Das ist so am Abend, also so sechs Stunden nach der Operation, meinem Mann aufgefallen. Ich ruf so die Schwester, weil ich ihr das zeigen will. Sie kommt passender weise gleich mit der Ärztin an, die mir noch sagen wollte, dass bei der Operation im Großen und Ganzen alles Gut gegangen ist. So, die Schwester macht dann die Blockung aus dem einen Schlauch raus. Und in dem Moment fühlte sich das an als wenn ich in einem Flugzeug sitze und das in ein Luftloch fällt und wir so einige tausend Meter an Höhe verlieren. Zumindest fühlte sich mein eines Ohr so an. Das hatte was.

Aber ich war ja eigentlich bei den bis jetzt festgestellten Komplikationen nach der Operation gestern: Meine linke Gesichtshälfte spinnt etwas. Ich hab vorhin noch mal in den Spiegel geguckt. Ich lächele ziemlich schief, da die Lippen links sich nicht mitbewegen. Und beidseitig sind die Ohrläppchen komisch. Und der Hals, sofern ich dran komme, auch. Naja, vielleicht verschwindet ja das eine oder andere Symptom noch?

Die Drainage wird wohl zwei oder drei Tage bleiben. Ich habe die Vakuumflaschen jetzt zu meinen Handtaschen erklärt, die ich nicht vergessen darf, wenn ich aufs Klo will 🙂

Operation Lymphknoten Entfernung

So, gestern stand ja erneut eine Operation an, schon die dritte Operation hier in Winsen seit dem ich im Krankenhaus bin. Und ich bin ja gerade erst acht Tage hier. Gestern wurden mir am Hals beidseitig die Lymphknoten entfernt und außerdem musste an der Rachenhinterwand noch einmal mit Laser nachgearbeitet werden.

Ging gestern recht pünktlich los. Ich war noch wach als ich zur Vorbereitung geschoben wurde. Dann wurde ich auf eine Liege mit Heizung gepackt und in den Vorbereitungsraum für den Laser geschoben. Dort wurde dann geschaut ob einer meiner Zugänge noch was taugt, war sogar bei beiden der Fall. Bei dem Test hat mir der Pfleger oder Arzt erst mal schön gegen die Kanüle im Hals gehauen. Hat sich aber natürlich entschuldigt.

Dann kam der Arzt, der mich schlafen schicken sollte. Der war auch sehr nett. Da bei mir am Hals ja noch alles gereizt ist, schließlich ist der Luftröhrenschnitt erst eine Woche her, fing ich gleich an zu husten, als er an die Kanüle das Gas zum Schlafen gehen stecken wollte. Er hat es daher dran gehalten und wohl erst festgesteckt, als ich eingeschlafen war. Danach hab ich noch mitbekmmen, wie sie mich losgeschoben haben und dann bin ich schon eingeschlafen gewesen.

Aufgewacht bin ich dann im Aufwachraum. Ein Fortschritt zu den Operationen eine Woche zuvor, da bin ich ja auf der Intensivstation wach geworden. Im Aufwachraum bekam derjenige der mich dorthin brachte einen Rüffel, denn irgendwie war an dem Tag bei den Operationen wohl mit den Heizdecken übertrieben worden. Mir war jedenfalls auch tüchtig warm. Naja. Auf der Aufwachstation blieb ich so eine Stunde. War ziemlich unruhig da. Ein armer anderer Patient ist wohl an der Nase operiert worden und hatte über dieser einen dicken Verband. Und hatte dann aber ständig das Bedürfnis sich die Nase zu putzen. Was aber wohl nicht wirklich möglich war, wie ihm die Schwestern alle paar Minuten erklären mussten.

Und einer im Aufwachraum hielt sich für den Nabel der Welt. Ein Mann, ca. 35 Jahre alt, dr sich für arm und bedauernswert hielt, weil er eine Mandeloperation hinter sich hatte. Mal abgesehen davon, dass ich mich für bedauernswerter hielt als ihn (schließlich waren meine Operationen in den letzten Tagen gesammelt inversiver gewesen als seine Mandel-OP), fand ich ihn ziemlich weinerlich. Und ich hatte eher noch Mitleid mit dem armen Kerl, der sich gerne die Nase hätte putzen wollen als mit dem albernen Kerl, der seinen Mandeln hinter her jammerte….

Naja. Nach einer Stunde Unruhe dort ging es wieder in mein Zimmer zurück.

Entfernung Halslymphknoten beidseitig

Heute steht eine weitere Operation an und zwar die Entfernung der Halslymphknoten beidseitig. Da meine Lymphknoten am Hals stark geschwollen sind vermutet man da wohl auch Krebs. Und eigentlich sollte die Operation am Hals schon letzte Woche zusammen mit der OP im Rachen durchgeführt werden. Aber da die Tumorentfernung an der Rachenhinterwand wohl deutlich länger gedauert hatte als gedacht, hat man das wohl auf heute verschoben.

Schade, mir ging es nach der letzten Operation endlich wieder gut und jetzt schon wieder eine Operation.

Nett sind ja die möglichen Komplikationen, die dieser Eingriff haben kann: Es gibt wohl diee Möglichkeit den einen oder anderen Nerven zu verletzen was eine dauerhafte Lähmung zur Folge hben könnte: Zungennerv, Zwerchfellnerv, Stimmbandnerv, Mundast des Gesichtsnerven (hätte Asymmetrie und Speichelfluss zur Folge), Armhebenerv (dann könnte ich die Arme wohl nur noch bis in Schulterhöhe aber nicht über Kopf heben, was schlecht wäre, beim Haare waschen oder Haare kämmen), Geschmacksstörrungen, Lymphfistel, Narbe, Gefühlsstörungen von Hals udn Ohrmuschel und: Unbefriedigendes kosmetisches Ergebnis (eh, ja, die wollen die Lymphknoten entfernen, da wird wohl auch geschnitten werden).

Also eine ganze Menge Nebenwirkungen, bin mal gespannt wieviel Glück ich habe.

Achja. Heute werden nicht nur die Halslymphknoten beidseitig entfernt, nein, auch an die Rachenhinterwand wollen die noch einmal ran. Diesmal mit Laser. Es soll mit Laser noch weiteres Gewebe an der Rachenhinterwand entfernt werden. Offenbar haben die bei der ersten Operation vor einer Woche nicht alles vom Krebs erwischt. Jetzt wird noch einmal mit dem Laser nachgearbeitet in der Hoffnung wirklich alles zu erwischen. Auch hier gibt es wieder eine ganze Menge an möglichen Komplikationen. Ächtz.

Mein Wunsch heute doch auch gleich in einem Aufwasch die PEG zu legen wird man nicht nachkommen. Es wäre ja wünschenswert gerade für uns Patienten, wäre aber einfach organisatorisch nicht möglich. … Ok. Bald geht es los.

Intensivstation ist Horror

Eigentlich ist die Intensivstation ja ganz nett. Die Schwestern sind sehr nett und solange man nicht aus Versehen das Teil für die Sauerstoffsättigung vom Finger zieht und es deswegen fürchterlichen Alarm gibt, ist auch alles recht unaufgeregt. Zumindest um einen selbst herum. Besuch darf man auch haben. Fernseher gäbe es auch und ansonsten habe ich am ersten Abend viel gelesen.

Die Nacht war allerdings der Horror. Ich war wirklich müde und wollte schlafen. Aber zum Ausruhen und Schlafen ist eine Intensivstation nicht wirklich gedacht. Im Bett neben mir lag eine verwirrte Frau, wohl Schlaganfall, die ständig versucht hat aufzustehen. Was natürlich bei den Schwestern ständig den Alarm ausgelöst hat. Also kam gefühlte alle 20 Minuten eine ins Zimmer bzw. um die Ecke und erklärte der armen Frau, dass sie im Krankenhaus auf der Intensivstation sei und bitte nicht aufstehen solle etc. Und so ging es die gesamte Nacht. Und nein, auch nicht auf die Toilette, sie hätte eh einen Katheder.

Und da ich den ganzen Kabeln und Schläuchen an mir selbst nicht ganz getraut habe, hatte ich Angst mir ein Schlafmittel geben zu lassen. Also habe ich am Ende vielleicht zwei Mützen Schlaf in der Nacht bekommen und war dann wie gerädert.

Aber ich komme ja heute wieder zurück auf Station. Also alles halb so schlimm.

Erste und zweite Operation von drei geglückt – Erster Krebs entfernt

Ok, das schreib ich jetzt nachträglich. Es war Donnerstag Nachmittag als ich aufwachte (Mittwoch morgen war ich in die Operation gegangen). Und irgendwie war das alles wohl viel größer und komplizierter als gedacht. Also haben die Ärzte mich Mittwoch gar nicht aufgeweckt nach dem ersten Teil der Operation (eigentlich war die OP ja für 4 Stunden angesetzt in denen sie alles hatten schaffen wollen) sondern zum weiterarbeiten am Donnerstag in die Intensivstation gebracht. Am Mittwoch haben sie dabei wohl den Tumor von meiner Rachenhinterwand entfernt. Ob sie alles erwischt haben, müssen jetzt entsprechende Proben zeigen.

Und am Donnerstag haben sie mir dann zum besseren Beatmen einen Luftröhrenschnitt gemacht und ich hab jetzt eine Kanüle zu atmen. Sie haben wohl große Angst, dass ich sonst ersticken könnte, wenn ich wach bin und nicht an der Beatmung hänge. Hat wieder etwas mit meinem kleinen komischen Kopf zu tun. Irgendwie kann ich mich nicht erinnern, dass wir uns auch auf eine Tracheotomie geeinigt haben. Aber mir wurde schon versichert, dass diese nur für ein paar Wochen maximal Monate bleiben soll. Wäre nur für den Übergang.

War aber auf jeden Fall wenig nett wach zu werden und nicht reden zu können. Ok, wäre ich intubiert gewesen hätte ich auch nicht reden können. Aber plötzlich so eine Kanüle im Hals zu haben ist schon eine ganz andere Erfahrung. Immerhin lagen schon ein Block und Kugelschreiber bereit und im großen und ganzen können die hier auch alle meine Schrift lesen. Gibt also schlimmeres.

Auch die eigentliche Krebs-Operation soll gut gelaufen sein.

Jetzt hänge ich bis Freitag auf der Intensivstation rum.

Achja, meinen Mann hat man dann auch angerufen. Der saß natürlich nun seit Mittwoch morgen wie auf glühenden Kohlen zu Hause. Aber er kam dann auch bald und hat mich eine gute Stunde besucht. War ganz lustig. Und so schlecht ging es mir für zwei Tage Operation am Donnerstag auch nicht.

Achja: Zwar hab ich nun eine Tracheotomie, dafür musste mir nix am Kiefer gebrochen werden und auch nicht der Hals aufgeschnitten werden, um an den Tumor zu kommen. Luftröhrenschnitt gegen Kieferbruch, das ist doch mal ein Tausch 🙂

Für die Tracheotomie hat man sich hier wohl auch deswegen entschieden, da ja immer noch eine Operation und zwar die an den Lymphknoten fehlt. Und diese wird wohl wieder so um die vier Stunden dauern.

Voruntersuchungen Krebs Operation

Morgen ist die Operation angesetzt, um meinen Tumor an der Rachenhinterwand zu entfernen. Wobei es noch nicht ganz sicher ist, das alles so läuft wie geplant. Achso, wenn ich das richtig verstanden habe, hae ich ein Oropharynxkarzinom, zu deutsch: Mundrachenkrebs.

Ich hatte heute noch Kernspin. Dabei ist heraus gekommen, dass mein Tumor wohl ziemlich gewachsen ist, fast vier Zentimeter und das man wohl noch am Hals ran muss, da wohl auch die Lymphknoten befallen sind. Und alles in allem sieht es nicht so günstig aus, wie gehofft. Das Problem ist auch, dass ich wohl einen komischen kleinen Kopf habe und der alles kompliziert macht. Das kenne ich schon. Wenn ein Zahnarzt bei mir eine Wurzelbehandlung machen will, verzweifelt der auch immer daran, dass er nicht an den Zahn dran kommt, weil irgendwas mit meinem Kopf nicht so ist, wie es sein sollte.

Die Ärzte hier im Krankenhaus befürchten wegen meinem seltsamen kleinem Kopf nicht an den Tumor in meinen Hals ran zu kommen. Schon als die Probe vor knapp drei Wochen entnommen worden ist, gab es Probleme da ran zu kommen.

Es gibt jetzt wohl einige Möglichkeiten den Krebs zu operieren:

  1. Mit einer 50 Prozent hohen Wahrscheinlichkeit gehe ich morgen in Narkose, die gucken und stellen fest, dass nichts geht bzw. es gar keinen Sinn macht mich zu quälen, weil der Tumor viel zu groß ist. Dann wach ich nach kurzer Zeit in meinem Zimmer wieder auf und dem Tumor muss doch nur mit Bestrahlung und Chemotherapie zu Leibe gerückt werden. Große Operation würde nicht statt finden.
  2. Mit 50 Prozent Wahrscheinlichkeit kommt es zur großen Operation. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten: Sie machen es so, wie sie es gerne machen würden und gehen durch den Hals und versuchen den Tumor so zu erwischen. Es könnte passieren, dass sie mir, um da ran zu kommen irgendwie den Kiefer aufsägen müssen. Ahja. Oder sie versuchen es von außen, also schneiden sich praktisch durch den Hals zum Rachen durch. Egal wie sie operieren, in diesem Fall werde ich wohl auf jeden Fall auf der Intensivstation aufwachen. Hm.

Ganz ehrlich: Ich bin froh, dass ich da nicht gefragt werde und die das entscheiden. Das klingt alles wenig lustig. Im Moment bin ich so deprimiert, dass mir eigentlich am liebsten wäre, sie stellen fest, Operation funktioniert so nicht und sie lassen es und ich kann am Wochenende zu Hause sein. Allerdings würde das meine Chancen gegen den Krebs zu gewinnen wohl nicht wirklich verbessern.

Ich bin wirklich froh, dass die Entscheidungen von anderen gefällt werden. Ich mein, was soll ich auf eine Frage wie: Sollen wir Ihnen lieber den Kiefer aufsägen? Oder fänden Sie es besser, wenn wir Ihnen den Hals aufschneiden? Antworten??? Also ganz ehrlich, mir fällt da nicht wirklich was zu ein.

Naja, wenn operiert wird, habe ich es hoffentlich bald hinter mir.

Krebsdiagnose Oropharynxkarzinom

So, meine Diagnose lautet nun nicht mehr einfach auf Krebs oder auf Kehlkopfkrebs, nein, ich habe ein Oropharynxkarzinom. Und wahrscheinlich sind die Lymphknoten am Hals auch betroffen.

Immerhin bleibt mir bei einem Oropharynxkarzinom wohl die Entfernung des Kehlkopfs erspart. Ich darf also damit rechnen, schon bald nach der Operation wieder reden und essen und trinken zu können.

Dennoch bedeutet Oropharynxkarzinom nichts anderes als Mundrachenkrebs. Und insgesamt ist der Tumor wohl schon recht groß, seit dem ich Ende Oktober zur Probenentnahme hier war, ist das Teil wohl ziemlich gewachsen. Das habe ich beim Essen ja selbst schon gemerkt.

Mein Oropharynxkarzinom gehört zusammen mit dem Hypopharynxkarzinom und dem Nasopharynxkarzinom zu der Gruppe der Rachenkrebse (Pharynxkarzinome). Laut der Klassivikation ICD-10 wäre das ein C09 (Tonsillenkarzinom) bzw. C10 (bösartige Neubildung des Oropharynx. Insgesamt habe ich damit einen Tumor der Klasse Kopf-Hals-Tumore.

Die Ärzte hier sind zwar etwas erstaunt, dass ich mir diese Krebsart mit 45 Jahren zugezogen habe, aber es ist wohl auch nicht gänzlich unmöglich. Schließlich sei ich ja Raucherin. Rauchen ließe nun mal das Risiko für eine Krebserkrankung im Hals- und Rachenraum erheblich ansteigen.

Zweiter Krankenhausaufenthalt – Dem Krebs soll es an den Kragen gehen

Letzte Woche war ja das Ergebnis meiner ersten Operation da. Ein Tumor an der Rachenhinterwand. Zwei Möglichkeiten hätte ich: Erst Operation und dann Bestrahlung und Chemotherapie oder auf Operation verzichten und mein Glück nur mit Bestrahlung und Chemotherapie versuchen.

Hm. Irgendwie fände ich das etwas seltsam, den Tumor im Hals zu lassen und ihm nur mit Bestrahlung zu bekämpfen. Daher habe ich mich für die Operation entschieden. Morgen. Geht es zum zweiten Mal ins Krankenhaus. Am ersten Tag stehen wohl wieder tausend Untersuchungen an. Ich hab das Gefühl, dass der Tumor in den letzten Tagen gewachsen ist. Schlucken fällt mir zunehmend schwerer. Trotzdem gibt es heute Abend noch mal selbstgemachte Hamburger.

Wie lange ich im Krankenhaus bleiben muss? Wohl zehn Tage bis zwei Wochen, so jedenfalls die erste Prognose. Ich hab natürlich wieder tolles Glück und ausgerechnet am ersten Wochenende, dem Wochenende jetzt an dem ich bestimmt noch vollständig neben mir stehen werde und im Bett bleiben muss, da ist El Clasico, Real Madrid empfängt FC Barcelona. Und so schlecht wie im Krankenhaus der Empfang war, werde ich das Spiel wohl verpassen. Grmpf.

Aber Gesundheit geht vor.

Achja, morgen ist nicht nur Einlieferung sondern auch mein letzter Tag als Raucherin. Ich habe zwar in den letzten Tagen drei ernsthafte Versuche unternommen das Rauchen endlich sein zu lassen, aber ich hab es nur einmal bis zum Mittag ausgehalten. Am Dienstag ist also um 22 Uhr Ende mit Rauchen. Ich freue mich schon auf meine letzte Zigarette am Abend (wahrscheinlich in der Kälte, mit Glück ohne Regen).

So. Koffer sind gepackt. Schlafanzüge, mein Bademantel und viel zu lesen.

Zwei Wochen Krankenhaus. Zwei Wochen kein Kuscheln mit Hund auf der Couch. Zwei Wochen Krankenhauskost (uuuh). Und zwei Wochen mein Mann nur auf Besuch. Ich hab ja sowas von keine Lust.

Googlen nach Larynx TM

Natürlich habe ich inzwischen auch gegoogelt und versucht etwas über Larynx TM in Erfahrung zu bringen. Gefällt mir gar nicht, was ich da so lese. Kehlkopfkrebs. Recht selten, normalerweise trifft es ältere Männer. Und vor allem trifft es Raucher. Hm. Und natürlich komme ich auch auf die Seiten, die was von vollständiger Kehlkopfentfernung schreiben. Ganz schön erschreckend.

Auf den Schreck zünde ich mir erst Mal eine Zigarette an. Ächtz. Ja. Ich rauche, ich rauche auch trotz der Vermutung meiner Hals-Nasen-Ohren-Ärztin erst einmal weiter. Ich will zwar eh aufhören, dass hat jetzt mit der Krebsdiagnose rein gar nichts zu tun, aber das ist natürlich extrem schwierig, wenn sich die Gedanken rund um Tumor und Krebs kreisen. Auf die ein, zwei Wochen kommt es nun wirklich nicht an.

Aber das nach Diagnosen und Krebs suchen lasse ich nun besser.

Ich zähle die Tage bis zum Termin im Krankenhaus. Vielleicht ist es ja doch ganz harmlos. Wie war das? Die Hoffnung stirbt zuletzt???

Termin im Krankenhaus gemacht wegen TM-Larynx

So. Das erste Krankenhaus auf meiner Liste hat erst im Oktober Platz für mich. So lange kann ich nicht warten. Daher habe ich jetzt das Krankenhaus in Winsen (Luhe) angerufen. Diese können mich Ende Oktober noch rein nehmen. Waren sehr nett da. Habe denn auch erklärt, dass ich unbedingt noch in diesem Monat einen Termin brauche, auch wegen unserem Hund, denn mein Mann würde ja ab November arbeiten und dann wäre es ja etwas ungünstig, wenn ich im Krankenhaus liege.

Nun, ich habe für Ende Oktober noch einen Termin bekommen. Am Donnerstag ist Tag der Aufnahme, Freitag wäre dann die Operation bzw. die Entnahme der Probe und am Sonntag könnte ich wohl wieder nach Hause. Inzwischen muss ich auch Larynx nicht mehr buchstabieren, ich weiß nun inzwischen auch, dass das das der medizinische Begriff für Kehlkopf ist. Und TM ist wohl die Abkürzung für Tumor.

Wobei ja noch nicht feststeht, ob ich nun wirklich Krebs habe oder nicht. Es könnte immer noch nur ein Geschwulst sein.

Aber irgendwie glaube ich das nicht. Aber in ein paar Tagen komme ich ins Krankenhaus und dann haben wir hoffentlich bald Gewissheit. Jetzt bereite ich erst Mal meinen Krankenhausaufenthalt vor. Ich brauche unbedingt noch einen Schlafanzug.