Ärger mit der Krankenkasse

Irgendwie ist bei mir gerade wirklich der Wurm drin. Bis Donnerstag habe ich mir gar keine Gedanken um die Krankenkasse gemacht. Überhaupt keine. Denn im Juli hatte ich es ja nach einigem hin und her geschafft wieder aufgenommen zu werden, nach den Jahren im Ausland. Den Juni habe ich dann auch rückwirkend bezahlt, denn da es in Deutschland ja eine Versicherungspflicht gibt, muss man auch für die Monate zahlen, in denen man die Krankenkasse gar nicht genutzt hat. Ich hab noch Glück gehabt, bei mir war es nur ein Monat. Mein Mann hat gleich 2,5 Monate zahlen müssen für nichts und wieder nichts. Ab Juli bis November hat dann eigentlich die Arge für uns die Krankenkassenbeiträge bezahlt. Denn wir waren als Aufstocker für fünf Monate da gemeldet. Ich aber immer mit dem Hinweis, dass ich selbständig bzw. freiberuflich tätig bin. Da ich der Arge auch eine vEKS ausfüllen musste, war der Arge das also auch bekannt, dass ich keinen Arbeitgeber habe, sondern meine Krankenkassenbeiträge selbst zahlen muss, sobald dass mit Hartz IV wieder erledigt war.

Ende Oktober lag ich dann das erste Mal im Krankenhaus und ab dem 17. November waren es dann fast drei Wochen. Seit November arbeitet mein Mann wieder, erst Mitte Dezember bekam er das erste Mal Gehalt, so dass unser Hartz IV Anspruch bis einschließlich November lief und ich ab Dezember dann wohl wieder selbst meine Krankenkassenbeiträge zahlen musste. Dachte ich.

Die Arge hat mich am 2. Dezember 2015 einfach mal von meiner Krankenkasse abgemeldet. Und keiner hat mich informiert. Also weder kam von meiner Krankenkasse ein Schreiben nach dem Motto, denken Sie daran, ihr Kärtchen nicht mehr zu nutzen noch von der Arge ein Hinweis darüber, dass man abgemeldet sei.

Am 2. Dezember lag ich zudem ja noch im Krankenhaus. Einen dezenten Hinweis auf ein Krankenkassenproblem bekam ich dann so um den 15. Dezember herum, da meinte der Pflegedienst so etwas. Gleichzeitig fragte der aber auch nach meiner Heiratsurkunde und daher nahm ich an, dass das nur wieder um meinen geänderten Nachnamen ging. Pflegedienst erwähnte auch nichts mehr. Kurz nach Weihnachten bekam ich dann auch noch von der Krankenkasse zwei Briefe. Einmal darüber, dass 2016 das ganze wieder teurer wird und dann noch der Hinweis, dass ich von Juni noch 20 Euro schuldig wäre (hab die Mahngebühren vergessen zu bezahlen). Der zweite Brief ging sogar an mich unter meinen neuen Nachnamen. Also ging ich davon aus, dass es mit der Krankenkasse kein Problem gibt. Wunderte mich höchstens noch ein wenig, dass die noch kein Geld von mir haben wollten, aber das schob ich auf Weihnachten.

So. Jetzt habe ich ja im neuen Jahr mit der Bestrahlung begonnen. Und nächste Woche Dienstag habe ich auch meine erste Chemotherapie. Da es ja für solche Dinge eigentlich von der Krankenkasse Beförderungsscheine gibt, so dass man im geschwächten Zustand nicht öffentlichen Verkehrsmitteln fahren muss (selbst Autofahren darf ich ja schon wegen der Schmerzmittel nicht), dachte ich mir am Donnerstag, rufst du mal bei der Krankenkasse an wegen dem Taxischein. Denn sonst wird das Donnerstag mit erst fünf Stunden Chemotherapie und dann mit Bus-und-S-Bahn zur Bestrahlung und wieder zurück echt heftig. Und spätestens in der vierten Woche, wenn nicht sogar in der dritten Woche schon der Bestrahlung wäre Taxi auch besser.

Ich ruf also bei der Krankenkasse an. Was ja mit Trachealkanüle nicht ganz so einfach ist, ich nuschele ja damit mehr. Jo, also Taxischein gäbe es, müsste ich zum abstempeln hinschicken, bei Bestrahlung würden sie das zahlen. Ich wollte gerade fragen, wie das denn bei denen ist, denn jede Krankenkasse handhabt das andere. Bei einigen muss man selbst wirklich nur einmal zehn Euro zahlen, bei anderen einmal die erste und die letzte Fahrt mit zehn Euro und es gibt auch Krankenkassen, die wollen zu jeder Fahrt zehn Euro haben! Und ich wollte wissen, welches Taxiunternehmen ich nehmen dürfte.

So weit kam ich nicht. Der Mensch am Telefon kam mit einem: Aber ich sehe gerade im Computer, dass Sie Anfang Dezember abgemeldet worden sind, um die Ecke.

Mir ist in dem Moment erst mal so richtig schön schlecht geworden. Gut, die Operationen waren alle noch im November. Aber fünf Tage Krankenhaus mit ein paar hundert Euro pro Nacht. Plus Pflegedienst. Plus Grundausrüstung Trachealkanüle. Plus die begonnene Strahlentherapie. Plus der Termin wegen der Chemotherapie am Mittwoch? Puh. Das will ich gar nicht in Euro wissen, was das kosten soll.

Bis dahin: Wie kann das angehen, dass mich die Arge einfach von der Krankenkasse abmeldet? Ich dachte es gibt hier in Deutschland Pflichtversicherung??? Ich bin nun wirklich gespannt, ob das alles von der Krankenkasse auch bezahlt wird. Der Arzt bei der Bestrahlung erzählte mir am Freitagnachmittag schon mal was von 7000 Euro, was der ganze Spaß bislang gekostet habe. Und der Arzt gab mir auch schon mal Adressen Verbraucherberatung und Rechtsanwalt mit. Seit dem ist mir richtig, richtig übel. Denn wenn die Krankenkasse der Meinung sein sollte, sie zahlt die Behandlung seit Dezember nicht, dann brauch ich eigentlich nicht wieder gesund werden. Und wenn die Krankenkasse sich weigern sollte, die weitere Behandlung zu bezahlen, dann wird es richtig lustig, dann muss ich diese eigentlich sofort abbrechen. Alles andere wäre juristisch Betrug, da ich ja seit Freitag weiß, das ich mir das gar nicht leisten kann.

Ich denke mal den dringend benötigten Taxischein für Dienstag kann ich schon mal vergessen. Wobei ich den ja theoretisch gar nicht brauche, denn wenn ich nicht in der Krankenkasse bin, muss ich die Behandlungen ja eh kanzeln. Wobei der Arzt bei der Bestrahlung nun nicht so klang, als wenn er mich verklagen wollte. Aber er ist ja nicht die Krankenhausverwaltung.

Boh, da hat man schon Krebs und sollte seine ganze Kraft in Bewältigung der Behandlungen stecken und sich in positiven Denken üben und dann kommt einen die Krankenkasse so um die Ecke.

Wobei es mir ein Rätsel ist, wieso das keinem vorher schon aufgefallen ist? Und wie kann mich jemand anders von der Krankenkasse abmelden?

Ich bin ja weiterhin optimistisch, dass sich das jetzt alles am Montag, Dienstag klärt, nur ich hätte dringend den Taxischein gebraucht und vor allem habe ich eigentlich gerade anderes im Kopf, als mich um so was zu kümmern. Statt Montag zur Bestrahlung zu gehen und ansonsten meine Kräfte zu sparen für den anstrengenden Dienstag, darf ich nun erst mal Tango mit der Krankenkasse tanzen.

Ich versuche gerade zu verdrängen, wie hoch mein Schuldenberg sein könnte, wenn die Krankenkasse sich auf stur stellt. Ich glaube, dann werde ich aber extrem ungemütlich werden.

Veröffentlicht von

Anabell

45 Jahre, weiblich, Krebsart: Pharynxkarzinom, genauer: Oropharynx (T3). Und mehr über mich hier im Blog. Oder hier: Wer ich bin.

10 Gedanken zu „Ärger mit der Krankenkasse“

  1. Hallo Anabell,
    durch Zufall habe ich letzte Nacht dein Krebstagebuch gefunden und mit grossem Interesse gelesen.
    Ich habe mich in deinem Niedergeschriebenen sofort wiedererkannt, da mich das gleiche Schicksal ereilt hat, wie dich (ich konnte allerdings nicht operiert werden). Die meisten geschriebenen Passagen von dir, habe ich auch so erlebt und gefühlt. Du bist mir zeitlich, so ca. 2 Wochen voraus….habe morgen das Erstgespräch bei der Strahlentherapie 🙁

    Ich hoffe wirklich für dich, dass sich der ganze Scheiss mit der Krankenkasse aufklärt und du nicht auf den Kosten sitzen bleibst. Da ist man durch diese Scheisskrankheit sowieso am Ende, dann kommt noch ein Bürokratiehammer dazu….ich frag mich wirklich so oft, was manche Menschen in ihrem Leben verbrochen haben müssen, um SO vom Schicksal gebeutelt zu werden.
    Alles erdenklich Gute wünsche ich dir….gib nicht auf…..es MUSS sich einfach zum Guten wenden.

    P.S.: Ich warte gespannt auf deinen nächsten Eintrag hier

    Liebe Grüsse, Marc

    1. Hallo Marc,
      oh, mein erster Kommentar. Ich hoffe, es hat dir ein wenig geholfen, zu lesen, dass du nicht ganz alleine bist und vielleicht war ja der eine oder andere Tipp oder Mutmacher dabei?

      Ich hoffe, du musst das nicht ganz alleine durchstehen? Ich bin verheiratet, klar nerve ich meinen Mann nicht mit Allem, was mir auf der Seele brennt, aber es hilft, zu wissen, dass er da ist.
      Und wie alt bist du? Marc klingt nun ja nicht gerade nach sehr alt? Bei mir waren die Ärzte ja etwas überrascht, da ich erst 45 bin und Oropharynxkarzinom wohl eher ältere Menschen trifft. Inzwischen habe ich aber in dem einen oder anderen Krebsforum gelesen, dass es auch deutlich jüngere Menschen gibt, die diesen Krebs haben.

      Das du nicht mehr operiert werden konntest, tut mir leid, das klingt nach T4 (ich hab noch einen T3, bei mir stand es mit der OP auf der Kippe). Andererseits wenn ich mir so meine Trachealkanüle und ähnliches betrachte, es gibt genug Momente, wo ich mich frage, warum ich auf die OP und die Kräfte zerrenden Begleiterscheinungen nicht lieber verzichtet habe. Vor allem die Kanüle raubt mir den letzten Nerv und viel Kraft.

      Von der Krankenkasse lasse ich mich zwar immer dann, wenn das Thema hochkocht runterziehen, aber es geht da ja erst mal eigentlich nur noch um Geld. Wenn ich das richtig verstanden habe, wird die Bestrahlung auch ohne Kostenzusage durchgezogen. Wäre natürlich sehr ärgerlich, wenn die Chemotherapie deswegen abgesagt wird, aber die soll meine Chance ja nur um 2 Prozent verbessern. Klar, hätte ich die gerne, aber wenn die Bestrahlung deswegen ausgefallen wäre, wäre es wohl noch viel schlimmer. Aber im Moment sieht es ja gut aus, als wenn sich alles zum Guten wendet.

      Ja, die Schicksalsfrage. Eigentlich glaube ich weder an Gott noch an so etwas wie Schicksal. Auch nicht an kosmische Strafaktionen. Aber dann denke ich auch manchmal kurz wie du über so etwas, aber dann auch wieder: Eigentlich hatte ich schon sehr viel Glück in meinem Leben. Ich bin in Deutschland geboren, zu einer Zeit, in der alle alle Möglichkeiten hatten. Ich hatte bislang ein tolles, selbstbestimmtes Leben mit sehr wenig Krankheit. Und selbst wenn ich jetzt ins Gras beißen sollte, ich hatte eigentlich vier recht gute Jahrzehnte. Nicht jedes Jahr war immer toll und super, einige waren nur gut und ok, aber insgesamt kann ich mich nicht beklagen. Und ich kann mir noch viel schlimmere Szenarien vorstellen. Der Mensch ist nun mal nicht unsterblich, ich schon gar nicht, und ich kann mich wenigstens noch darüber ärgern, dass ich so blöd war und trotz der ganzen Warnungen geraucht habe. Und mich über den einen oder anderen Drink ärgern, der sicherlich auch ein klein wenig zu meinem Krebs beigetragen hat.

      Ich lasse den Kopf also auch nicht hängen. Warum auch. Es nervt einiges derzeit sehr. Und sicherlich wird die Bestrahlung kein Spaziergang. Aber immerhin gibt es Hoffnung.

      Ich danke dir also sehr für deinen Kommentar. Ich hab mir mal das ganze notiert und wenn du mir dein OK gibst, schreibe ich dir gerne auch mal eine Email, alle Unterhaltungen, jeder Austausch muss ja nicht öffentlich sein 🙂 Aber erst wenn ich den Dienstag und die Chemo überstandne habe.

      Schöne Grüße,

      Anabell

  2. Hallole Anabell 🙂
    bin 1 Jahr älter, als du, also 46 .
    Ja, es hat mir sehr geholfen, als ich deinen Bericht hier gefunden hatte…endlich nicht mehr alleine zu sein, mit so einem Rohr im Hals, das mir jeden Tag und jede Nacht das Leben extrem schwer macht….endlich nicht mehr alleine, mit etwas, was einen umbringen kann und man es nicht mal sehen kann…..endlich nicht mehr alleine sein, mit einem Schmerz, der so ungewöhnlich sein kann….

    Leider bin ich beziehungstechnisch momentan alleine…aber ich hab´ ein liebes Mädel, welche sich um meine Tiere kümmerte, mir beim einkaufen hilft etc. ….ihr einen ganz lieben Dank, ohne sie wärs bisher noch schwerer bzw. unmöglich gewesen.

    Und ja, bei mir ist es ein T4 🙁
    Leider bin ich von keinem der Ärzte aufgeklärt worden, was ich wirklich habe und wie das alles weitergehen soll….alleine gelassen, in der heutigen Zeit….man sollte es nicht glauben.

    Das mit deiner Krankenkasse wird schon klappen, ich drücke dir ganz fest die Daumen….das ist ja auch ein sinnloses unterfangen, was die da mit dir gemacht haben, mit dem abmelden….es ist unglaublich 🙁

    Und natürlich kannst du mir gerne eine Mail schreiben, muss ja nun wirklich nicht jeder alles wissen 😉

    Das liebe Rauchen, ja….DAS bereue ich auch…..aber die Drinks? nä, die bereue ich nicht 😉
    Ich weiss nicht, obs nur am Rauchen und Saufen gelegen hat….glaub ich eigentlich nicht, ansonsten müssten hier 95 % der Bevölkerung mit der gleichen Krankheit rumlaufen….

    Ich hoffe, wir überstehen den Tag morgen beide gut….du deine Chemo und ich meine 1. Vorstellung in der Strahlenklinik….Chemo steht mir ja auch noch bevor, hoffe die klären mich morgen genau über alles auf. Taxi muss ich dann irgendwann auch noch abchecken, da ich ja eigentlich auch nicht mehr selbst fahren darf (Schmerzmittel)….alles ein Wirrwarr in meinem Kopf, ich hab absolut den Überblick verloren 🙁

    Machs gut morgen und berichte bitte detailliert, wie alles ablief 🙂

    Liebe Grüsse, Marc

  3. Hallo Marc,
    Chemo war ok. Nur ewig gedauert. Aber immerhin 50 Prozent geschafft 🙂
    Oje, haben sie dir auch eine Trachealkanüle verpasst? Ich muss noch mal was dazuschreiben, das die im KH mir gesagt haben, essen nur mit vollständiger Blockung, ich aber jetzt esse ohne Blockung und damit wenigstens auch essen kann. Und erstickt bin ich immer noch nicht seitdem ich das so tue. Ok, mein Tumor, kurz vor der OP hab ich ihn ja auch als Hindernis gespürt, ist natürlich auch raus. Aber ich hab dafür wohl immer noch eine Reizung von der OP im Hals.

    Ich weiß das meiste auch aus dem Arztbrief für meine HNO. Im Krankenhaus haben die mir zwar ab und an auch etwas erzählt, aber da stand ich meist neben mir. Zur Prognose hat sich bislang auch nur der Strahlen-Doc geäußert. Es ist mühselig. Aber wenn man ein wenig Druck macht (ich hatte ja letzten Donnerstag eine kleine Krise und da haben die mir gleich einen Arzttermin gegeben), kümmern die sich wohl schon. Und der hat mir dann endlich mal meine Schmerzmedikation erklärt, wegen Pflaster und Tropfen und wie ich die Tropfen sinnvoll reduzieren könne (wenn ich wollte, heute will ich definitiv nicht). Mein Tipp: Erstgespräch, erste Bestrahlungen, und dann Zittern bekommen. Oder einfach mal sagen, dass du dich schlecht beraten/betreut fühlst. Die denken wohl teils, das irgendein anderer Arzt wohl schon was erklärt hat…

    Ob t3 oder t4 würde ich jetzt wegen der Langzeitgeschichte nicht so hoch hängen. Mich hätten sie auch beinahe nicht operiert, weil ich knapp vor einem t4 war. Klar, die Chancen sind ohne OP, so hat man es mir zumindest mal erklärt, etwas schlechter, aber da geht es wohl um fünf bis zehn Prozentpunkte (selbst wenn es mehr sind, mit einem t4 sind sie trotzdem nicht null, sondern deutlich besser). Ich glaube aber, wenn du (wie ich auch), rundherum möglichst viel für die Gesundung tust, bewirkt das eben sehr viel. Ich hab natürlich beim zweiten Krankenhausaufenthalt mit dem Rauchen aufgehört. Und seit dem ersten schon keinen Alkohol mehr getrunken (aber du hast recht, den einen oder anderen leckeren Whisky bereue auch ich nicht). Und ich gehe immer noch viel mit dem Hund raus, bin froh, über die gesunde Ernährung via PEG. Ich glaube das alles, sind noch einem 5 Prozent und zwar die wichtigsten 5 Prozent. Und die hast du ja auch in der Hand. Zu diesen fünf Prozent gehört auch ein wenig Reden (dein nettes Mädel, aber eben auch Internet) und eben halbwegs positiv sein. Geht nicht immer, merk ich selbst oft genug, aber wenn du auch Tiere hast (was denn eigentlich), wirst du denen ja auch nicht ständig nur das Fell nass heulen, sondern ihnen auch mal ein fröhliches Gesicht zeigen wollen?

    Schreib mir unbedingt schon mal auf, wie dein Termin Vorgespräch Bestrahlung war. Ich melde mich auf jeden Fall noch per Email bei dir.

    Schöne Grüße,
    Anabell

    Bei der Bestrahlung ist die Trachealkanüle übrigens recht praktisch (wenigstens einmal), damit kann ich unter der Maske wenigstens in Ruhe atmen. Bei mir in der Klinik haben sie auch solche Masken für Menschen ohne Kanüle, immer wenn ich die sehe, frag ich mich, wie atmen die???

  4. Hallo Anabell,

    schön, dass du noch was von dir hören lässt, hatte schon Angst, dass die dich im KH behalten haben 😉
    Prima, dass du alles so gut überstanden hast heute.
    Ich hatte nach der Tracheal-OP nur die ersten 3 Tage eine geblockte Kanüle drin, dann kam gleich die Sprachkanüle, die nicht mehr blockbar ist. Ab und zu geht Spaghetti mit Tomatensosse runter, muss aber schon aufpassen, dass nix in der Luftröhre landet…..aber geht wie gesagt eh nichtr immer, kommt auf die Tagesform des Tumors an.

    Nun ja, kurz zu mir heute: alles komplett anders gelaufen, wie erwartet und das ganze Programm wurde komplett geändert. Erst mal ein ganzes grosses Lob, an den Prof. , bei dem ich heute war…. ein Mann, der endlich sagt, was Sache ist und der sich auch Gedanken macht.
    Werd nun das volle Programm an Chemo bekommen, um den Tumor kleiner zu bekommen und eventuelle Methastasen in der Lunge gleich mit zu erwischen. Ausserdem ist dann der Tumor kleiner und die Stärke der Bestrahlung kann dann dadurch verringert werden. Am kommenden Dienstag gehts in die Klinik, also wieder ne Woche warten. Dann gibts ne PEG, nen Port und all den ganzen andern Scheiss 🙁
    Muss mir jetzt erst Mal irgendwo ne Mütze bestellen, wenn mir dann die Haare ausfallen….au Mann, dass es so heavy kommt, hätt ich dann doch nicht gedacht…
    Bin verzweifelt heute…..ich weiss, das ist nicht gut für mich, aber ich kanns nicht ändern 🙁

    Muss das alles erst mal sacken lassen und ne Nacht rumgehn lassen….pennen werd ich eh nicht können, bin zu aufgewühlt.

    Ich schau morgen wieder rein….wünsch dir morgen gutes Gelingen bei deiner täglichen „Beschäftigung“ ….mögen die Strahlen mit dir sein 😉

    Grüssle, Marc

  5. Hallo Marc,
    nur ganz kurz, muss eigentlich dringend ins Bett:

    PEG: Fand ich auch erst nervig. Jetzt liebe ich die Magensonde. Sie ist derzeit einer meiner neuen besten Freunde. Ganz wichtig finde ich es nämlich sich während der Kampfzeit gegen den Krebs gut und gesund zu ernähren. Nur woher die Kraft nehmen auch noch so zu kochen oder das ganze auch noch regelmäßig zu essen? Wobei ja einige Dinge gar nicht mehr gehen (ich vertrug schon immer schlecht Obst wegen der Säure, du erzählst ja selbst Tagesform des Tumors – Nudeln schaffe ich aber noch gar nicht, Tortellini gehen zwei oder drei). Die PEG hilft also super Zeit und damit auch und ganz wichtig in meinen Augen: Kraft zu sparen. Und die Ernährung ist eben auch recht gut und gesund. Falls du es verträgst und du eine PEG mit Beuteln ohne Pumpe erhälst, versuch entweder eine mit Pumpe zu bekommen oder versuch mehr Spritzen zu bekommen und dir damit die Sondennahrung durch die PEG zu geben (spart Zeit, die man mit den ganzen KH-Terminen nicht immer hat). Ich schreib dazu demnächst auch mal extra Artikel.
    Um es kurz zu machen: Die PEG ist wirklich nützlich. Für kleine oder größere Lichtblick in der Ernährung kannst du ja immer noch oral selbst sorgen, mach ich auch so (klar, kann natürlich irgendwann wegen Bestrahlung nicht mehr gehen, aber solange nehme ich das mit). Da muss ich aber eben dann nicht drauf achten, ob es gesund ist, sondern ob es schmeckt 🙂 Ich muss ja dank der Kanüle noch nicht mal drauf achten, ob ich beim Essen ersticken könnte. Aber das ist natürlich kein gutes Kriterium. Hatte heute ein Milky Way bei der Chemo, gut, dass ich auch sehr viel Wasser mit dabei hatte …
    PEG-OP ging, Narkose ist ja in unserem Fall meist etwas einfacher, zumindest der Teil mit der Beatmung 🙂
    Ich hatte halt zwei Wochen Schmerzen wie bei einem Muskelkater. Aber irgendwann war der auch weg.
    Port hätte ich gerne am Dienstag gehabt. Klar, einerseits freut es mich, einen Teil der ChemoMedis nicht bekommen zu haben, da ich keinen Port habe, da dieser wohl auch einige Nebenwirkungen hat. Ich hab meinen Tumor aber schon klein bzw. operiert.
    Siehe PEG und Port einfach als neue gute Freunde an.
    Da ich einen Teil meiner Haare verliere, kann ich so ein wenig nachvollziehen was du meinst. Aber die Haare kommen doch wieder? Sag jetzt nicht, für Männer gibt es keine Perücken via Krankenkasse? Wäre ja sehr unnett, eh, diskriminierend. Aber ich glaube, Haare sind gar nicht so wichtig. Es ist halt etwas greifbares. Und falls sie für dich doch wichtiger sind: Jetzt fällt das mit der Mütze wenigstens nicht so auf, ist ja Winter 🙂

    Verzweifelt sein kann dir keiner verbieten. Auch nicht die, die mit Allgemeinplätzen kommen oder gar mit der Raucherkeule. Sei ruhig auch mal richtig verzweifelt. Heul, Schrei, Tob. Steht dir zu. Verdrängen ist nämlich auch nicht gut. Versuch halt einfach nicht, es zum Allgemeinbefinden werden zu lassen. Und verschwende nicht zu viel Kraft dabei. In unserem Zustand ist Schreiben besser als Sandsäcke verprügeln 🙂

    Denk dran, deinen Prof notfalls auch nach einen Ansprechpartner zu fragen, der vielleicht mehr Zeit hat, als ein Prof eben manchmal Zeit hat.

    Ich drück dir die Daumen.

    Mann ich Troll, ich wollte doch Email schicken.

    Morgen denke ich dran.

    Was hast du jetzt eigentlich für Haustiere?

    Viele Grüße, lass den Kopf ruhig ein wenig hängen, aber versprich mir, ihn dann auch möglichst oft wieder hoch zu heben und auch länger wieder oben zu lassen.

    Mir hat, klingt doof, geholfen, bzw. hilft, das ich ja weiß, dass es auch bei mir immer noch schief gehen kann und ich vielleicht nächste Weihnachten gar nicht mehr erlebe: Aber nicht der Krebs bestimmt wie meine letzten Wochen und Monate sein werden (ok, teils schon, Nebenwirkungen Behandlung, aber eben nicht alles wird diktiert), sondern immer noch ich selbst. Also gibt es Zeiten zum heulen und hadern aber eben auch Zeiten für Planen, Hoffen, etwas tun und wenn es nur eine extra Portion Kalorien einfahren ist.

    Mögen die Strahlen auch bald mit dir sein 🙂

    Ich war übrigens, vielleicht sogar wegen dem Krebs, es war aber auf jeden Fall eine Hilfe, dass ich deswegen ja nicht mehr rauche, nach Weihnachten zum ersten Mal im Kino. Star Wars natürlich. Ok, war eine Wiederholung von Teil IV. Aber cool.

    So, mein Bett schreit nach mir.

    Viele Grüße,
    Anabell

  6. Hallo Anabell,

    aufgrund von 2 dummen E-Mails, die ich bekommen habe, möchte ich hier nicht mehr öffentlich schreiben.
    Falls du weiterhin an unserem „Erfahrungsaustausch“ interessiert bist, würde ich mich freuen, wenn wir dies privat tun könnten.

    Liebe Grüsse nach Hamburg,

    Marc 🙂

  7. Hallo Marc und Anabell! Das ist ja krass. Ich kann dazu sagen, dass ich während meiner „heißen Phase“ 2014, also vor, während und nach der OP einen separaten Blog hatte. nach einiger Zeit muße ich für den ein Passwort vergeben für die Leute, die es lesen sollen. Da gabs es so ne doofen bescheueren Kommentare, das war absolut niveaulos und diese Leute haben mich echt hart getroffen. Würde mich in euren Erfahrungsaustausch mit einbringen, wenn ihr wollt. aber ich forste mich jetzt erst mal hier durch! Sonnige Grüße Petra

    1. Hallo Petra, bis jetzt geht es von den Kommentaren. Sind noch nicht mal so viele. Trolls gibt es im Internet immer wieder. Wenn es wirklich schlimm werden sollte, dann schließ ich notfalls die Kommentarfunktion hier. Viele Grüße zurück, Anabell
      Deinen Blog hab ich schon auf der Liste, ich hoffe, ich komme heute Abend dazu.

    2. Liebe Petra,
      gerade lese ich das Krebstagebuch von Anabell, als ich Dein Beitrag gesehen habe.
      Könntest Du mir bitte den Link zu Deinem Blog aus 2014 senden?
      Herzlichen Dank im Voraus,
      Beste Grüße,
      Niki

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