Zweite Chemotherapie hinter mich gebracht

So, Dienstag hatte ich das zweite Mal Chemotherapie. Entsprechend fühle ich mich heute auch: Schlecht. Und das ist auch wieder wörtlich zu nehmen. Allerdings ist mir nicht ganz so übel wie vor drei Wochen, ich habe diesmal bereits am Tag der Chemotherapie damit begonnen die Tabletten zu nehmen. Ich nehme diesmal tatsächlich die Ondansetron Hexal 8 mg. Beim letzten Mal habe ich den Fehler gemacht und als es mir schon richtig schlecht ging die Nebenwirkungen durchgelesen. Und die klangen mir dann doch zu furchteinflößend.

Die schlimmen Nebenwirkungen vom Ondansetron sind bei mir zwar nicht aufgetreten, dafür habe ich seit gestern Kopfschmerzen. Ist aber noch auszuhalten.

Chemotherapie bekommen ist ja nicht schlimm. Fünf bis sechs Stunden rumliegen und was in die Venen zu bekommen ist ja wirklich kein Akt. Aber die Nebenwirkungen sind einfach nur gemein.

Gestern kam dann auch noch mein Arzt vorbei. Zweimal. Beim ersten Mal wollte er wissen welche Nebenwirkungen ich beim letzten Mal hatte und wie lange mir übel war. Und er meinte, dass der Arzt von der Bestrahlung angerufen hätte, denn der hatte eigentlich unbedingt gewollt, dass ich die Chemotherapie voll begleitend bekommen sollte und damit jede Woche. Der von der Chemotherapie hatte dann aber entschieden, da ich keine Port habe und die Chemo daher direkt in die Venen kommt, dass das besser wäre, das auf zwei Mal zu bündeln. Irgendwie gab es darüber dann wohl einen ärztlichen Disput. Mein Arzt von der Chemotherapie hat sich dann wohl durchgesetzt.

Und irgendwie bekomme ich nur zwei Mal Chemotherapie statt, was wohl bei sieben Wochen Bestrahlung üblicher wäre, drei Mal. Das liegt daran, dass ich aufgrund eines der vielen Missverständnisse in meiner Behandlung eine Woche später mit der Chemotherapie angefangen habe. Soll mir recht sein. Die eine fehlende Chemotherapie wird sicherlich keinen zweistelligen Prozentsatz bei meiner Überlebensrate bedeuten. Und da mir die Chemotherapie ja gar nicht bekommt, werde ich eine dritte nicht unbedingt vermissen.

Als ich mit der Chemotherapie dann fast durch war und die beiden anderen Damen, die auch Infusionen bekommen haben, raus aus dem Zimmer waren, kam mein Chemo Arzt erneut. Diesmal erklärte er mir, dass die Zahl meiner Leukozyten heute wohl überhaupt nicht gut gewesen sein, wohl fast grenzwertig für die Chemotherapie. Als ich das erste Mal da gewesen sei, also eine Woche vor der ersten Chemotherapie hätte die Zahl meiner weißen Blutkörperchen noch bei 5000 gelesen. Das sei gut, der Normalwert sei nämlich bei 4000 bis 10.000. Bei der letzten Chemotherapie habe man wohl die Zahl nicht ermittelt und heute seien sie dann bei nur 2.500 gewesen. Besondere Vorsichtsmaßnahmen meinerseits seien jetzt nicht vonnöten, von offensichtlich kranken Menschen sollte ich mich halt fernhalten. Und außerdem hätte ich jetzt noch Sondertermine für die Freitage, Blut abnehmen und Leukozyten zählen. Na, toll. Aber ich sag es immer wieder, Krebs haben ist und bleibt ein Fulltime Job.

Ich bin mal gespannt, wie viele weiße Blutkörperchen am Freitag in meinem Blut rumschwimmen.

Veröffentlicht von

Anabell

45 Jahre, weiblich, Krebsart: Pharynxkarzinom, genauer: Oropharynx (T3). Und mehr über mich hier im Blog. Oder hier: Wer ich bin.

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