Wer ich bin

Ich stelle mich mal kurz vor:

Mein Name ist Anabell, ich bin Jahrgang 1970. Bis April 2015 habe ich im Ausland gelebt, dann sind wir wegen Familie und Co. zurück nach Deutschland und wollen hier allerdings Ende 2016, spätestens 2017 wieder weg. Ganz ehrlich: Hunde sind toll, aber Winter mit Hund in Deutschland ist echt heftig: Die Kälte und der Dreck, das macht wenig Spass.

Ende 2016 mit Rückkehr nach Spanien wird schon etwas knapp. Zum einen sollte ich dafür meine Krebserkrankung erst einmal überleben (das sieht zwar gut aus, aber bei 100 Prozent bin ich wohl noch nicht). Und zum anderen, wenn ich sie überlebe, darf man als überlebender Krebspatient in den nächsten fünf Tagen sehr oft zum Arzt. Erst wenn man die fünf Jahre wohl überlebt hat, wollen die Ärzte einen nur noch jährlich sehen.

Mein Krebs ist ein Rachenkrebs. Der Überbegriff ist Pharynxkarzinom. Da sich der Rachen in drei Abschnitte teilt, nämlich Nasopharynx, Oropharynx und Hypopharynx gibt es auch drei verschiedene Arten des Pharynxkarzinom und ich schlage mich mit einem Oropharynxkrzinom herum. Damit lag mein Tumor im mittleren Abschnitt des Rachen. Wobei zu diesem mittleren Abschnitt wohl auch der Mesopharynx gehört. Mein Krebs hat sich aber an der Rahenhinterwand angesiedelt gehabt. Bei einem Oropharynx wäre wohl auch der weiche Gaumen oder der Zungengrund möglich gewesen.

Da Krebs ja meist recht siedlungsfreudig ist und sich gerne nach erfolgreicher Ansiedlung ausbreitet, wurde ich auch noch an den Lymphknoten operiert, dort wurde rechts wohl auch was bösartiges entdeckt. Ansonsten gab es bislang aber keine Streuung.

Erstes Sympthom bei meinem Oropharynx: Ohrenschmerzen

Ob es jetzt Juni oder Juli war? Mein erstes Sympthom (vielleicht gab es noch andere, die ich aber nicht so gedeutet habe, z.B. meine Gewichtsabnahme seit April) waren Ohrenschmerzen. Und zwar rechtsseitig. Anfangs nur ab und an, fast immer erträglich, dann öfters, dann öfters auch mal unerträglich und insgesamt waren die Ohrenschmerzen irgendwann etwas nervig. Als erstes bin ich damit dann, nachdem ich endlich nicht nur in der Krankenkasse zurück war sondern auch ein Kärtchen hatte, im September zum Zahnarzt gegangen. Der hat alles geröngt, aber von den Zähnen kam es nicht. Dann war ich noch im September bei einem HNO-Arzt, dummerweise hatte ich nun auch noch leichte Halsschmerzen. Daraufhin hat mir der HNO Antibiotika gegen Halsschmerzen gegeben. Mit meinen Ohren wäre alles gut, nichts zu sehen.

Das Antibiotika hat natürlich nichts genutzt.

Im Oktober war ich dann bei einer HNO-Ärztin in Bergedorf. Die hatte dann den Verdacht, dass ich einen Tumor im Hals habe. Das könnte aber auch was harmloses sein. Sie könnte mir noch mal Antibiotka verschreiben (falls es doch ein falscher Verdacht und doch eine Entzündung ist) oder, was sie mir auch raten würde, sie gibt mir eine Überweisung fürs Krankenhaus mit. Ich hab mich für die Einweisung Krankenhaus entscheiden.

Ab ins Krankenhaus für gesicherte Diagnose

Zwei Wochen später, Ende Oktober, war ich dann das erste Mal für vier Tage im Krankenhaus. Dort wurde eine Probe aus meinem Hals entnommen. Es hat dann noch ein paar Tage gedauert, bis dann die Probe untersucht war und die Diagnose vorlag. Am 1. November habe ich dann das Krankenhaus nach vier Tagen wieder verlassen dürfen. Und musste noch bis Mittwoch warten.

Bestätigung Krebs ist kein Verdacht mehr

Am Mittwoch ging es dann wieder ins Krankenhaus. Und mir wurde mitgeteilt, dass ich eben einen Tumor an der Rachenhinterwand habe.
Möglichkeit eins: Erst Operation, dann Bestrahlung und Chemotherapie.
Möglichkeit zwei: Keine Operation, nur Bestrahlung und Chemotherapie.
Da ich es irgendwie seltsam gefunden hätte, den Tumor als solches zu behalten, wenn er doch auch rausgeschnitten werden könnte, habe ich mich für Möglichkeit eins entscheiden.
Ich bekam einen Termin für die Operation für zwei Wochen später.

Krebsoperation

am 17. November 2015 wurde dann der Tumor an der Rachenhinterwand entfernt. Aus der Operation ging es im weiteren Tiefschlaf auf die Intensivstation. Am 18. November ging es von dort zur nächsten Operation, diesmal wurde mir ein Luftröhrenschnitt verpasst, seit dem habe ich eine Trachealkanüle.
Eine Woche später wurde bei einer weiteren Operation noch etwas aus dem Hals entfernt, mit Laser. Und ich hatte eine Operation am Hals, beidseitig, da die Lymphknoten verdächtig waren. In einem fand sich dann auch was bösartiges.
Dann habe ich mir noch eine PEG legen lassen, da ich Probleme mit dem Essen hatte. Im Krankenhaus konnte ich auch nicht sprechen. Außerdem wurde dort begonnen, meine Zähne so herzurichten, dass ich zur Bestrahlung kann.

Kombinierte Bestrahlung und Chemotherapie

Erst im Januar 2016 begann dann meine Bestrahlung kombiniert mit Chemotherapie. Da ich keinen Port habe (PEG reicht nicht) wird die Chemotherapie so gestrafft, dass ich nur zwei Mal dahin muss. Bekomme da irgendwie ein Langzeitdepotmittel. Insgesamt habe ich 33 Bestrahlungstermine und zwei Termine Chemotherapie. Ich werde dann wohl im Februar fertig sein.

Probelem während meiner Krebsbehandlung

Von Juli bis November 2015 waren wir als Aufstocker bei Hartz IV. Das heißt, das Amt hat in der Zeit auch meine Krankenkassenbeiträge bezahlt. Ich selbst hatte im Sommer auch eine freiberufliche Tätigkeit angemeldet. Und als Texterin und Webseitenbetreiberin verdiene ich sogar Geld, während ich eben Krebskrank bin. Das heißt, ich habe auch im Dezember Geld mit meinen Internetprojekten verdient. Das heißt, ich brauche eine eigene Krankenkasse, denn ich verdiene eben mehr als 415 Euro, die es nur sein dürften, wenn ich in die Familienversicherung meines Mannes wollte (was ja seit November, seit dem hat er ja wieder Arbeit möglich wäre). So. Leider hat mich das Jobcenter, obwohl die ja genau wissen müssten, wieviel ich verdiene, schließlich haben die eine vEKS von mir, Anfang Dezember von meiner Krankenkasse abgemeldet. Was ich erst im Januar erfahren habe. Auch darum geht es in meinem Blog.

– So. Das reicht erst mal. –

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