Voruntersuchungen Krebs Operation

Morgen ist die Operation angesetzt, um meinen Tumor an der Rachenhinterwand zu entfernen. Wobei es noch nicht ganz sicher ist, das alles so läuft wie geplant. Achso, wenn ich das richtig verstanden habe, hae ich ein Oropharynxkarzinom, zu deutsch: Mundrachenkrebs.

Ich hatte heute noch Kernspin. Dabei ist heraus gekommen, dass mein Tumor wohl ziemlich gewachsen ist, fast vier Zentimeter und das man wohl noch am Hals ran muss, da wohl auch die Lymphknoten befallen sind. Und alles in allem sieht es nicht so günstig aus, wie gehofft. Das Problem ist auch, dass ich wohl einen komischen kleinen Kopf habe und der alles kompliziert macht. Das kenne ich schon. Wenn ein Zahnarzt bei mir eine Wurzelbehandlung machen will, verzweifelt der auch immer daran, dass er nicht an den Zahn dran kommt, weil irgendwas mit meinem Kopf nicht so ist, wie es sein sollte.

Die Ärzte hier im Krankenhaus befürchten wegen meinem seltsamen kleinem Kopf nicht an den Tumor in meinen Hals ran zu kommen. Schon als die Probe vor knapp drei Wochen entnommen worden ist, gab es Probleme da ran zu kommen.

Es gibt jetzt wohl einige Möglichkeiten den Krebs zu operieren:

  1. Mit einer 50 Prozent hohen Wahrscheinlichkeit gehe ich morgen in Narkose, die gucken und stellen fest, dass nichts geht bzw. es gar keinen Sinn macht mich zu quälen, weil der Tumor viel zu groß ist. Dann wach ich nach kurzer Zeit in meinem Zimmer wieder auf und dem Tumor muss doch nur mit Bestrahlung und Chemotherapie zu Leibe gerückt werden. Große Operation würde nicht statt finden.
  2. Mit 50 Prozent Wahrscheinlichkeit kommt es zur großen Operation. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten: Sie machen es so, wie sie es gerne machen würden und gehen durch den Hals und versuchen den Tumor so zu erwischen. Es könnte passieren, dass sie mir, um da ran zu kommen irgendwie den Kiefer aufsägen müssen. Ahja. Oder sie versuchen es von außen, also schneiden sich praktisch durch den Hals zum Rachen durch. Egal wie sie operieren, in diesem Fall werde ich wohl auf jeden Fall auf der Intensivstation aufwachen. Hm.

Ganz ehrlich: Ich bin froh, dass ich da nicht gefragt werde und die das entscheiden. Das klingt alles wenig lustig. Im Moment bin ich so deprimiert, dass mir eigentlich am liebsten wäre, sie stellen fest, Operation funktioniert so nicht und sie lassen es und ich kann am Wochenende zu Hause sein. Allerdings würde das meine Chancen gegen den Krebs zu gewinnen wohl nicht wirklich verbessern.

Ich bin wirklich froh, dass die Entscheidungen von anderen gefällt werden. Ich mein, was soll ich auf eine Frage wie: Sollen wir Ihnen lieber den Kiefer aufsägen? Oder fänden Sie es besser, wenn wir Ihnen den Hals aufschneiden? Antworten??? Also ganz ehrlich, mir fällt da nicht wirklich was zu ein.

Naja, wenn operiert wird, habe ich es hoffentlich bald hinter mir.

Veröffentlicht von

Anabell

45 Jahre, weiblich, Krebsart: Pharynxkarzinom, genauer: Oropharynx (T3). Und mehr über mich hier im Blog. Oder hier: Wer ich bin.

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