Viel passiert – Ein Schicksalsschlag mehr

Irgendwie reicht es mir ja langsam. Erst erfahren wir, dass der neue Freund der Tochter meines Mannes gestorben ist, dann ich, dass meine Mutter Lungenkrebs hat (da ging es ihr noch gut). Wir gehen nach Deutschland zurück. Dort bekommt erst meine Schwägerin Brustkrebs (der geht es heute so weit gut) und dann bekomme ich meinen Krebs. Dann überstehe ich meinen Krebs inklusive Bestrahlung und Chemotherapie und trotz Kanüle im Hals ganz gut, dann stirbt meine Mutter. Nach Beerdigung etc. gehen wir zurück nach Gran Canaria, dort stribt unser bester Freund. Und jetzt stirbt mein Mann.

Mein Mann ist nicht an Krebs gestorben. Er hatte bis zum Schluss Angst, wegen seiner Raucherei ebenfalls Krebs zu bekommen und hat in diesem Jahr mehrfach versucht mit dem Rauchen aufzuhören. Mal waren es ein, zwei Tage, die er durchgehalten hat, mal sogar fast zwei Wochen. Am Ende hat ihn ein angeborener Herzfehler erwischt.

Dabei bin ich davon ausgegangen, dass wenigstens ein Vorteil, wenn man selber Krebs hat, ist, dass man eben nicht 25 Jahre alleine ist, weil die Wahrscheinlichkeit nun mal höher ist, dass man vor seinem Partner stirbt.

Ich vermisse ihn sehr. Aber das soll nicht Gegenstand dieses Blogs werden. Es ist auf jeden Fall nun alles noch mal so anstrengend, schon vom Kopf her. Vorher wusste ich immer: Ja, ok, du hast Krebs. Aber wenn was ist, sogar wenn du tot umfällst, dein Mann ist da. Und der kümmert sich um alles. Vor allem um unseren Hund. Seufz. Ich war auf jeden Fall, das wusste ich schon, jetzt merke ich es, sehr glücklich darin, während der schweren Zeit der Behandlung einen so liebevollen und zuverlässigen Menschen wie meinen Mann an meiner Seite gehabt zu haben.

Gestorben ist er im Juli. Ich befinde mich teilweise immer noch sehr im emotionalen Ausnahmezustand. Aber es hilft ja nichts, es muss ja erstmal irgendwie weitergehen. Wobei ich meinen Check-Up Termin in Deutschland, meine Krebsnachsorge, erstmal auf Oktober verschieben werde.

Veröffentlicht von

Anabell

45 Jahre, weiblich, Krebsart: Pharynxkarzinom, genauer: Oropharynx (T3). Und mehr über mich hier im Blog. Oder hier: Wer ich bin.

Ein Gedanke zu „Viel passiert – Ein Schicksalsschlag mehr“

  1. Meine Liebe! Das ist ja furchtbar für Dich! Das ist ja der absolute Horror, den Du gerade durchmachst! Ich übermittle Dir mein aufrichtigstes Mitgefühl und wünsche Dir alles alles Gute für Dein Leben! Ich hoffe, Dir gehts „gut“ ? Wie geht es Dir in der Zwischenzeit? Lebst Du wieder hier? Ich wünsche Dir, dass Du nicht aufgibst! Ich drück Dich aus der Ferne! LG Petra

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