Tracheostoma am Hals ist verschlossen

So, wie erwartet, ist mein Tracheostoma am Hals natürlich nicht von alleine zu gewachsen. Ende Februar ist mir ja die Trachealkanüle entfernt worden und danach wurde das Loch im Hals nach und nach immer Kleiner, nur ganz zu ist es nicht gewachsen, kein Wunder, es war ja chirurgisch angelegt worden.

Bei der letzten Tumor-Sprechstunde im Krankenhaus im Mai wurde mir daher angeboten, dass ich noch einmal ins Krankenhaus kommen sollte, um das Tracheostoma endgültig operativ zu verschließen.
Ich hab mir dann noch mal vier Wochen Zeit gelassen und der Termin zum Tracheostomaverschluss war dann Ende Juni.

Knapp eine Woche sollte ich zum Tracheostomaverschluss im Krankenhaus bleiben, rein gegangen bin ich am Dienstag. Der Tag war recht langweilig, so viele Untersuchungen waren es nicht. Natürlich stand auch das Gespräch mit dem Anästhesiearzt an. Dort machte ich ausdrücklich darauf aufmerksam, dass ich meinen Mund nicht so weit aufbekomme und das das bei den letzten Operationen im Haus zu Problemen geführt hat. Jaja, ok.

Ok, ich wieder aufs Zimmer, weiter langweilen und auf die Operation warten. Immerhin kannte ich schon einige der Krankenschwestern vom letzten Mal, die haben sich auch alle gefreut, dass es mir so gut geht (und das ich reden kann). Diesmal hatte ich natürlich kein Einzelzimmer, aber die beiden Zimmergenossinnen waren im großen und ganzen ganz nett.

Am Abend kam noch mein Süßer mit Hund vorbei und damit war der Dienstag gelaufen.

Am nächsten Tag ging es dann für mich gleich als erstes zur Operation. Da ich als Multiresistenter Keim eingestuft worden war (naja, nicht ganz, aber das Ergebnis der tausend Abstriche war noch nicht da und da ich ja erst im November im Krankenhaus war und da noch Antibiotika bekommen hatte, war man halt recht vorsichtig), musste ich mich noch speziell waschen und spülen und auch die Nase mit so einer Creme ausspülen.

Dann ging es zur Operation. Diesmal war es ganz wo anders, aber ich bin dann doch rechtzeitig eingeschlafen. Nach knapp einer Stunde war ich dann schon im Aufwachraum.
Klingt alles unspektakulär, war es aber nicht. Dazu aber im nächsten Post mehr.

Mir ging es an dem Tag zumindest recht gut (richtig schlecht und schlapp fühl ich mich, weiß ich inzwischen, bei solchen Operationen immer erst am nächsten Tag). Und so kam irgendwann auch Schatzi mit Hund vorbei.

Bis Sonntag bin ich dann im Krankenhaus geblieben. Inzwischen ist die Wunde auch schon ganz gut verheilt. Ich muss auch nicht mehr ständig auf sie drauf drücken, das sollte ich zu Beginn machen, um zu verhindern, dass Luft unter die Haut kommt.

Immerhin, ein Loch schon mal weg, jetzt muss ich nur noch die PEG loswerden.

Als ich im Krankenhaus lag, lief noch die Fußball-Europameisterschaft. War das nervig, Viertelfinale auf so einen Mini-Fernseher zu gucken. Aber es war wenigstens etwas Abwechslung.

Veröffentlicht von

Anabell

45 Jahre, weiblich, Krebsart: Pharynxkarzinom, genauer: Oropharynx (T3). Und mehr über mich hier im Blog. Oder hier: Wer ich bin.

4 Gedanken zu „Tracheostoma am Hals ist verschlossen“

  1. Hallo ich habe seit dem 5.8.18 ein Tracheostoma und habe große Probleme mich damit anzufreunden. Ich habe 12 KG verloren weil ich Angst habe zu essen. Ich esse nur Suppen, weil ich immer denke es landet was in der Lunge. Ich würde so gerne mal eine Pizza essen oder ein Stück Fleisch bzw ein Burger. Habe sehr starke Schleimbildung (klar) was ich nur aus dem Stoma abhusten kann. Dazu muss ich alle 30 Minuten den Sprachaufsatz abnehmen, sonst klappt es nicht. Meine Luftröhre ist durch das husten sehr gereizt weil das Stoma wohl reibt (Schmerzen). Ich fühle einen Fremdkörper im Hals und fühle jeden Schluckvorgang. Ich muss dazu sagen ich habe keinen Krebs, sondern Krampfadern im Hals. Um diese zu veröden brauchte ich das Stoma damit ich bei der OP nicht ersticke. Wie war die Umgewöhnung wieder ohne Stoma zu leben? Kann man schnell wieder essen? Ich habe noch 3 OPs vor mir. Hoffentlich werde ich dieses Ding bald wieder los, es ist ein Alptraum für mich. Netten Gruß

    1. Hallo Basti, ich kann bis heute nicht richtig essen. Allerdings ist daran die Bestrahlung schuld. Wenn du zu viel abnimmst und damit auch zu viel Kraft verlierst, solltest du nachfragen, ob du nicht eine Magensonde haben kannst. Eigentlich sollte ein geschlossenes Stoma verhindern, dass etwas in die Luftröhre gerät. Die Umgewöhnung war problemlos: Stoma raus, endlich wieder richtig leben. ich drücke die Daumen, dass du das Teil auch bald los wirst. Ein Alptraum war es auch für mich. Grüße.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.