Sprechkanüle – Reden können ist wirklich einfacher

So, ich habe ja zwei Trachealkanülen für den Alltag mitbekommen. So richtig erklärt hat mir die ja niemand, aber ich habe mir heute mal die Anleitung rausgesucht und durchgelesen.

Meine Kanülen haben zwei kleine Innenteile, die werden Seele genannt. Ich habe also dank den Kanülen jetzt eine auswechselbare Seele. Eine rote Seele und eine weiße Seele 🙂

Die weiße Seele ist ein geschlossenes gebogenes Röhrchen und wird in die Trachealkanüle rein geschoben. Das hat den Vorteil, wenn irgendwas verstopft, kann die weiße Seele raus geholt und gesäubert werden und ich bekomme sehr wahrscheinlich sofort wieder Luft. Denn das verstopfte Teil ist ja raus. Die rote Seele ist auf der äußeren gebogenen Seite geöffnet. Das ist die Sprechkanüle. Wenn die drin ist, ist die Blockung der Trachealkanüle zwar noch da, aber praktisch umgangen, denn durch die Öffnung bekomme ich Luft in den oberen Bereich, also dorthin wo Mund und Nase ist. Verschließe ich dann die Öffnung der Trachealkanüle zum Beispiel mit einem Finger, dann kann ich sogar reden. Und man versteht mich auch. Klar, in dem Moment strömt die Luft ja an den Stimmbändern vorbei. Die rote Seele braucht es eigentlich gar nicht zum reden, reden kann ich auch wenn ich die Trachealkanüle pur trage, also ohne irgendeine Seele drin.

Zusätzlich waren noch zwei kleine Stopfen in der Packung. Einmal geschlossen, die ist zum Duschen. Und eine, die ist wohl auch geschlossen, sieht aber von vorne aus, wie ein Gitter und die dient als Hustenschutz. Vorhin, nach dem erfolgreichen Trachealkanülenwechsel, war ich auch mit roter Seele und Duschschutz erst Duschen und anschließend habe ich auf Hustenschutz gewechselt und war einkaufen und konnte dabei sogar reden. Denn der Hustenschutz verschließt die Trachealkanüle wohl auch vorne, so als wenn ich einen Finger drauflege. Das heißt ich kann reden, ohne mit den Fingern dran rumfummeln zu müssen. Was natürlich sehr praktisch ist, wenn man einkaufen ist und schon jede Menge dreckige Dinge angefasst hat.

Ok, ich werde jetzt versuchen mindestens zwei Mal am Tag ca. zwei Stunden in den Sprechmodus zu gehen. Am Besten in der Zeit, in der ich mit dem Hund gehe. Auf Zeichensprache reagiert unser Hund nicht so wirklich, bzw. er guckt zu selten her, um mitzubekommen, wenn ich was will. Und außerdem habe ich dann auch nicht sofort die kalte Luft in der Lunge, wenn ich durch den Mund atme. Ich werde das heute Mittag gleich mal testen.

Veröffentlicht von

Anabell

45 Jahre, weiblich, Krebsart: Pharynxkarzinom, genauer: Oropharynx (T3). Und mehr über mich hier im Blog. Oder hier: Wer ich bin.

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