Rachenhinterwandkrebs – Sechs Monate nach der Diagnose

Gute sechs Monate ist die Diagnose nun her, die da lautete Rachenhinterwandkrebs. Und das mit 45. Mitte November letzten Jahres bin ich dann operiert worden, an einem T3. Im Januar begann dann die kombinierte Radio-Chemo-Therapie, die bis Mitte Februar ging.

Wie geht es mir heute?

Eigentlich gut. Meine Kondition wird sogar langsam etwas besser. Vor gut einem Monat habe ich noch ganz schön geächtzt, wenn ich über die Brücke auf die andere Straßenseite gegangen bin, heute ist mir aufgefallen, dass ich da fast schon rüberlaufe, wie vor meiner Krebserkrankung.

Ich bin auch immer noch Nichtraucherin. Und hab auch vor es zu bleiben.

Meine Trachealkanüle bin ich ja seit Ende Februar los. Ich habe aber immer noch meine PEG für die Sondennahrung. Immerhin kann ich endlich wieder selbst genug trinken und das mit dem Essen wird ganz, ganz, ganz langsam auch wieder. Dazu schreib ich aber gleich noch etwas. Ich schmecke einige Dinge auch wieder. Aber von dem Genuß, den mir Essen früher bereitete, bin ich noch sehr weit weg. Kein Wunder: Schluckprobleme und immer noch so gut wie kein Speichel.

Ich schlafe inzwischen aber recht gut durch. Und habe nicht mehr so Einschlafprobleme wie noch im Frühjahr. Mein Restless Leg Syndrom ist weg, das war wohl wirklich eine Folge der Chemotherapie. Zum Glück.

Ich schlafe allerdings immer noch nicht so wie vor der Erkrankung. Nach sechs Stunden Schlaf bin ich halbwegs fit und kann auch nicht weiterschlafen. Mittags muss ich mich dann aber zwingend hinlegen und mindestens eine Stunde schlafen. Früher hatte ich Abends meine Hochphase beim Arbeiten, da bin ich aber nun immer ziemlich kaputt und fertig. Eigentlich könnte ich dann ins Bett gehen, aber ich habe keine Lust, dann schon um 4 Uhr morgens wach zu sein, daher lese ich dann viel.

Das ich schnell ermüde merke ich auch an meiner Arbeitsleistung. So ganz auf dem alten Niveau bin ich noch nicht. Aber da ich selbständig bin, stört das höchstens mich und mein Geldbeutel. Da ich aber noch immer viel Geld beim Essen spare, kompensiert sich das aber wenigstens.

Angst vor Rückfall

Gerade durch den Tod meiner Mutter ist mir aufgefallen, wie fragil die derzeitige Diagnose ist, dass alles gut aussieht. Die Angst vor dem Rückfall ist weniger vor der Angst zu sterben geprägt als davor, dann Entscheidungen zu treffen. Klar ist immerhin eine zweite Bestrahlung wäre nicht möglich, aber würde ich mich noch mal mit einer Chemotherapie quälen lassen? Im Moment würde ich eher nein sagen, aber das ist leicht gesagt, wenn man das am grünen Tisch sagen kann und ohne die Alternative dazu richtig bedenken zu müssen. Sterben wäre natürlich schon ziemlich doof (ich weiß jetzt wirklich nicht, wie ich es anders ausdrücken sollte), aber eh, ich bin nun schon 46 Jahre alt, ich hab viel erlebt, klar, ich will nicht gehen, aber unsterblich sind wir nun mal nicht. Mich stört beim Gedanken vorm Sterben eher, was ist mit meinen Mann, mit unserem Hund etc. Aber ok, diese Gedanken bekomme ich ab und an, normalerweise bin ich doch sehr optimistisch und denke, ich habe alles gut überstanden.

Allerdings treibe ich gerade gedanklich unsere Rückwanderung nach Spanien voran. Wenn ich vielleicht doch ein Rückfall haben sollte, dann möchte ich doch wenigstens wieder eine Zeitlang im warmen Spanien gelebt haben.

Also, mir geht es eigentlich ziemlich gut.

Veröffentlicht von

Anabell

45 Jahre, weiblich, Krebsart: Pharynxkarzinom, genauer: Oropharynx (T3). Und mehr über mich hier im Blog. Oder hier: Wer ich bin.

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