Meine Ernährungsumstellung bisher – Gemüsesäfte sollen helfen

Bevor ich die Diagnose Krebs bekam, habe ich mit Mühe und Not ein bis zwei Portionen Obst oder Gemüse am Tag geschafft. Außerdem war ich Kettenraucherin und habe gerne einmal im Monat auch Alkohol konsumiert. Ernährt habe ich mich wirklich nicht gesund, außerdem habe ich über einen Liter Coca Cola am Tag getrunken. Dazu gerne Fleisch und Obst fast nie und Gemüse eher selten. Wenn es Obst gab, dann als fertigen Saft. Gemüse schaffte es immerhin als Brokkoli oder Karotte auf meinen Teller.

Damit ist ja nun Schluss. Zum einen habe ich vor 47 Tagen mit dem Rauchen aufgehört und mein letzter Schluck Alkohol ist nun auch zwei Monate her. Silvester habe ich mal versucht einen Schluck Coca Cola zu trinken, wäre auch gegangen, aber meinen Zähnen war das eindeutig zu kalt. Die sind derzeit ziemlich empfindlich.

Essen kann ich ja nur mit Mühe, daher hat man mir im Krankenhaus eine PEG verpasst und über die konsumiere ich nun jeden Tag ein bis zwei Flaschen a 0,5 Liter Sondennahrung hochkalorisch von HIPP (für eine sichere und vollbilanzierte Ernährung auf der Basis natürlicher Lebensmittel). Sehr praktisch, da ist nämlich eigentlich so gut wie alles drin, was man so braucht, auch an Vitamine und ähnlichem. Das heißt ich kann ansonsten wirklich essen, was mir Spaß macht und worauf ich Lust habe, vorausgesetzt ich kann es kauen und schlucken. So eine Flasche hat 750 ml und eigentlich über die Magensonde bzw. PEG gegeben (man könnte es natürlich auch trinken und dafür sogar nachwürzen). Das dauert mir aber zu lagen, ich haue mir das inzwischen mit der großen Spritze in die PEG. So brauche ich für den halben Liter nur ca. 10 Minuten statt 3,5 Stunden. Allerdings sollte man das mit der Spritze nur tun, wenn man es auch verträgt. Aber mein Magen kann das ab, schlecht ist mir noch nicht davon geworden. Achso, das das so lange dauert, liegt auch daran, dass bei mir die Sondennahrung nur per Schwerkraft zugeführt wird. Mit einer Ernährungspumpe würde das wohl um einiges schneller gehen.

Ansonsten versuche ich zwei Mal am Tag wenigstens eine Kleinigkeit zu essen. So was wie zwei Scheiben Brot mit Butter und Salz und/oder Salami zum Beispiel. Oder frisches Brot mit Tartar. An Silvester gab es sogar ein wenig Fondue für mich und auch Schokolade kann ich konsumieren (zum Glück). Und außerdem versuche ich mich an Gemüsesäften. Karottensaft vor allem, gerne mit ein wenig Sellerie, Apfel oder angereichert mit einem Orangensaft. Sogar rote Beete habe ich schon in den Entsafter geschmissen und sogar Fenchel (das hat sich allerdings nicht gelohnt, kam nicht gerade viel Saft raus). Zu den meisten Säften gibt es dann ein wenig Leinöl und natürlich Ingwer in Pulverform aus der Apotheke. Mittags mach ich mir meist auch einen Karottenbrei. Ich nehme dafür ein bis zwei Karotten und koche die mit Wasser und einem ca. 10 bis 15 Gramm großen Stück Ingwer ca. 15 Minuten weich. Dann etwas abkühlen lassen. Dann wird das ganze mit dem Zauberstab püriert und im Moment noch mit der Spritze durch die PEG gedrückt. Demnächst werde ich mal schauen, ob ich nicht so eine Karottensuppe hinbekomme, die ich richtig essen kann. Allerdings wird das dann mit den 10 bis 15 Gramm Ingwer etwas viel sein.

Mit dem ganzem Gemüse und Ingwer versuche ich natürlich meinen Körper fit zu machen im Kampf gegen böse Krebszellen und ich hoffe natürlich fit zu sein für die Strahlentherapie und die Chemotherapie. Ob es was nutzt? Naja, schaden wird es hoffentlich nichts und wenn die vielen Vitamine dafür sorgen, dass ich während der sieben Wochen nach Hamburg rein und wieder rausfahren von Erkältungen verschont bleibe, dann ist es ja schon einmal ein großer Erfolg.

Ich werde aber auf jeden Fall versuchen mit den Gemüsesäften auch über die sieben Wochen Behandlung weiter zu machen. Immerhin gewöhne ich mich so schon mal ans schnippeln, machen und wieder sauber machen des Entsafters. Später muss ich mich dann nur noch mit an den Geschmack gewöhnen. Und ich lerne so schon mal einige Gemüsesorten kennen und kann diese austesten, ohne den Druck, ob das, was ich da presse auch schmeckt 🙂

Mein Mann beteiligt sich ein wenig an der Umstellung. Er trinkt immerhin ein Glas (ca. 300 ml) Saft mit. Da er seinen Saft ja selbst trinken muss), gibt es für seinen auch eine Art Rezept: Einen drittel Löffel Ingwerpulver ins Glas geben und mit ca. 50 ml fertigen Orangensaft (ich nehme den von Hohes C milde Orange) auffüllen und verrühren. Dann etwa drei Karotten mit dem Sparschäler schälen. In der Zwischenzeit löst sich das Ingwerpulver im Orangensaft auf. Dann die Karotten durch die Gemüsepresse jagen, das Glas wird dabei fast voll. Zum Schluss noch mit einem Teelöffel Leinöl anreichern (schließlich ist Vitamin A fettlöslich) und nochmal durchrühren. Sofort servieren. Wird von meinem Mann in einem Zug geleert, den Schaum mag er nicht so, aber selbst den trinkt er meist mit.

Ich mach mir meist ein Glas genauso und ein Glas mit frisch gepresstem Apfelsaft statt dem Orangensaft. Und ein drittes Glas mit Selleriesaft und Karottensaft gemischt. Ingwerpulver nehme ich nur im ersten Glas und auch nur, wenn ich es nicht schaffe frischen Ingwer zu nutzen.

Veröffentlicht von

Anabell

45 Jahre, weiblich, Krebsart: Pharynxkarzinom, genauer: Oropharynx (T3). Und mehr über mich hier im Blog. Oder hier: Wer ich bin.

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