Heute Krise

Heute war Krisentag angesagt. Am Morgen das Theater mit der Krankenkasse. Ich muss einen Fragebogen ausfüllen, da ich zu Anfang Dezember von der Arge abgemeldet worden bin. Öhm. Toll. Dann bin ich zur Bestrahlung gefahren und war schon um 13.35 Uhr da. Natürlich mit der leisen Hoffnung, dann nicht nur pünktlich dran zu kommen sondern vielleicht etwas früher.

Nix wars. Um 13.50 Uhr wurde ein anderer Mann aufgerufen, für eine der drei Umkleidekabinen, die zum Bestrahlungsgerät gehören, das auch für mich ist. Dann kam der, ohne das noch mal jemand aufgerufen worden wäre, um 14.05 Uhr wieder aus. Und erst um 14.15 Uhr wurde ich dann aufgerufen. Und saß dann mehrere Minuten auf der Wartebank. Drinnen ein älterer Herr, der wohl glücklich war, endlich mal jemanden zum reden gefunden zu haben. Ich war innerlich am toben. Und motzig sowieso. Dann lag ich auf der Liege und nach der Bestrahlung haben die die Maske nicht mehr abbekommen. Boh. Die Maske ist zum einen schwer, zum anderen liegt sie eng an und dann wird sie noch richtig fixiert. Ohne meine Trachealkanüle würde ich zudem keine Luft unter der Maske bekommen, denn es gibt nur zwei kleine Luftlöcher für die Nase. Und dann bekommen die die Maske nicht ab. Dann hatten sie mich endlich da raus und dann meint die eine noch, ja, das kommt, wenn Sie dagegen arbeiten und vielleicht dagegen drücken. Ich fragte ziemlich irritiert nach, ob ich jetzt schuld dran sei. Dann ging die Diskussion los, wegen dem Dienstag, denn ich hatte ja am Mittwochnachmittag erfahren, dass Dienstag die Chemotherapie ist, die fünf Stunden dauert und ich damit wohl kaum 13.45 Uhr zur Bestrahlung in St. Georg sein könnte. Ja, dann sollte ich doch um 8 Uhr zur Bestrahlung kommen. In dem Moment hat es mir gereicht. Ok, die gute Frau konnte ja nicht wissen, dass ich keinen Taxischein habe und wohl auch kaum bis Dienstag haben werde, dank meinem Krankenkassenproblem. Aber als ich sagte, dass da kaum geht mit 8 Uhr und ich außerdem irgendwann mit dem Hund raus müsste und schlecht um 5 Uhr aufstehen könnte und sie nur meinte, der Hund wäre ja wohl nicht wichtig, da ist mir innerlich der Kragen geplatzt. Ist ja nett, dass man immer hört, man sei jetzt selbst wichtig und man solle sich um sich kümmern. Aber es kann ja nicht sein, dass man deswegen alle Verpflichtungen in die Mülltonne tritt. Und unser Hund kann ja wohl nichts dafür, dass ich Krebs habe. Und dann kam sie mit, dann müsse mein Mann Urlaub nehmen. Wieder so ein toller Tipp. Irgendwann hat sie mir dann einen Termin für Freitag mit einen der Ärzte gemacht.

Naja. Der Donnerstag war nicht mein Tag. Um kurz vor 16 Uhr war ich dann erst zu Hause. Völlig fix und alle. Immerhin hat sich unser Hund gefreut, mich zu sehen.

Veröffentlicht von

Anabell

45 Jahre, weiblich, Krebsart: Pharynxkarzinom, genauer: Oropharynx (T3). Und mehr über mich hier im Blog. Oder hier: Wer ich bin.

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