Halbzeit bei der Bestrahlung

So, heute ist es soweit. Ich bin bei der Mitte angekommen. Heute liegen ebenso viele Bestrahlungstermine vor mir wie hinter mir, nämlich genau 16. Aber erst, wenn ich auf der Pritsche liege. Insgesamt 33 Mal muss ich demnach zur Bestrahlung.

Im Moment habe ich mit folgenden Nebenwirkungen zu kämpfen:

Meine Mundschleimhaut ist immer noch stark angegriffen. Wie ich es mir aber fast gedacht habe, kam wohl die Hauptschädigung von der Chemotherapie und nicht von der Bestrahlung selbst. Denn die Chemotherapie war vor genau zwei Wochen und einem Tag und seit zwei Tagen kann ich deutlich besser schlucken, seit gestern ist es sogar fast schmerzfrei. Wäre die Mundschleimhaut einzig von der Bestrahlung zerstört, dürfte es ja eine Besserung erst geben, wenn ich keine Bestrahlung mehr habe. Und ich kann auch besser sprechen. Bevor sich die Mundschleimhaut aber völlig erholt haben wird, gibt es wohl die zweite Zerstörung. Am Dienstag ist nämlich mein zweiter Termin Chemotherapie. Aber ok. Jetzt weiß ich ja, wie lange es dann ungefähr dauert, bis ich wenigstens wieder Wasser trinken kann. Vielleicht versuche ich heute Abend auch zur Feier des Tages ein wenig Spargelcremesuppe.

Die zweite Nebenwirkung ist Schlaflosigkeit. Wobei sich das gebessert hat. Letzte Woche bin ich nachts jede Stunde aufgewacht und habe ewig gebraucht um wieder einzuschlafen. Wenn ich es überhaupt hinbekommen habe. An ein Schläfchen tagsüber war gar nicht zu denken. Zudem hatte ich ein Problem mit meinen Beine, die waren absolut ruhelos und zuckten im Bett vor sich hin. Nervig. Kann man nicht wirklich mit schlafen.

Das mit den Beinen ist zu 95 Prozent weg. Vielleicht liegt das auch daran, dass ich mich inzwischen dazu zwinge jeden Tag mindestens 1,5 Liter Wasser zu konsumieren (trinken ist ja nicht wirklich). Und ich schlafe inzwischen doch tatsächlich auch mal drei Stunden am Stück. Und ich brauche nicht ganz so lange zum wieder einschlafen. Mehr als sechs Stunden Schlaf gibt es nachts für mich nicht. Ich zwinge mich jetzt immer, obwohl hundemüde, erst um 1.30 Uhr ins Bett zu gehen. Ab 7 Uhr bin ich meist dann richtig wach. In der Hoffnung wenigstens noch ein wenig zu dösen bleib ich dann meist bis 8 Uhr im kuschligen Bett. Das geht also noch.

Und mittags lege ich mich auch wieder zwei Stunden hin. Allerdings auch mehr zum ausruhen als zum schlafen. Obwohl ich meist wieder komplett erschöpft bin, einschlafen gelingt mir mittags derzeit so gut wie gar nicht. Und es ist ja nicht so, dass man sagen könnte, wovon sollte ich auch müde sein? Um 15 Uhr war ich schon zwei Mal mit dem Hund draußen (insgesamt zwischen 1,5 und 2 Stunden an der frischen Luft also). Ich war bei der Bestrahlung und ich war meist noch einkaufen. Dazu kommen Dinge wie Duschen, ein wenig aufräumen, ein bisschen arbeiten. Also, es gäbe wirklich Grund müde zu sein. Ich bin ja auch müde. Schlafen geht trotzdem nicht.

Aber ok. Gibt schlimmeres als keinen Mittagsschlaf halten zu können. Zwar würde ich gerne Abends noch was arbeiten, aber dafür bin ich dann einfach zu fertig. Aber ich muss ja nicht.

Veröffentlicht von

Anabell

45 Jahre, weiblich, Krebsart: Pharynxkarzinom, genauer: Oropharynx (T3). Und mehr über mich hier im Blog. Oder hier: Wer ich bin.

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