Fatigue macht mir zu schaffen

Also was mich ein Jahr nach Ende der Bestrahlung bzw. Ende der Krebstherapie noch wirklich wirklich nervt ist die ständige Erschöpfung, Müdigkeit bzw. Fatigue. Und ich kann nichts dagegen tun. Also einfach mal zehn Stunden schlafen und ich bin nicht mehr Erschöpft, das klappt nicht. Denn nach sechs Stunden schlaf bin ich nicht mehr müde. Aber eben weiterhin erschöpft. Nervig. Mittags lege ich mich meist eine Stunde hin, danach ist es, wenn ich einschlafen konnte, meist für drei, vier Stunden etwas besser, aber danach tun mir wieder die Musklen weh, so erschöpft bin ich. Und danach muss ich mich wach halten bis etwa Mitternacht, damit ich eine Chance habe, bis ca. 8 Uhr zu schlafen. Ich hab nämlich keine Lust bereits um 5 Uhr aus dem Bett zu fallen. Zumal sich dann ja auch nur alles verschieben würde.

So halbwegs habe ich diese Fatigue mit einem gewissen Zeitmanagement im Griff. Aber teilweise ist es wirklich sehr anstrengend über den Tag zu kommen. An Tagen an denen wir zum Beispiel größer Einkaufen fahren (was ich inzwischen versuche zu vermeiden, früher war es Hobby), brauch ich gar nicht mehr über Arbeiten oder Kochen nachdenken. Das sind die Tage wo ich Abends lustlos mein Müsli in mich reinlöffle und mein Mann froh sein kann, wenn ich ihm was aus der Friteuse mache. Aber er kennt das ja inzwischen.

Auch unser Hund weiß, dass es einfach Tage gibt, an denen ich eben keine Stunde mit ihm durch die Gegend spazieren kann. Dabei kann man das noch nicht mal Sport nennen, denn er ist ein absoluter Bummelfrosch. Und an Pausen mangelt es einem wirklich nicht, wenn man mit ihm durch die Gegend zieht. Aber meinen müden Knochen ist es egal ob sie stehen oder laufen, zumindest wenn sie einfach nur aufs Sofa wollen. Argh ….

Veröffentlicht von

Anabell

45 Jahre, weiblich, Krebsart: Pharynxkarzinom, genauer: Oropharynx (T3). Und mehr über mich hier im Blog. Oder hier: Wer ich bin.

2 Gedanken zu „Fatigue macht mir zu schaffen“

  1. Hallo Anabell, die Sache mit dem Fatique wird im Laufe der Jahre besser. Oder man gewöhnt sich dran – keine Ahnung. Mittlerweile schlafe ich mittags nur noch, wenn ich nachts kein Auge zu
    bekommen habe. Ich gehe aber auch wirklich dann erst ins Bett, wenn mir die Augen fast zufallen, sonst siele ich mich nur sinnlos im Bett rum. dieses Gefühl, ständig „kaputt“ zu sein, bleibt aber. Chemo und Strahlen schwächen den Körper nun mal. Die gute Nachricht ist: es wird nicht mehr schlimmer 😉 Alles Gute für dich.

    1. Hallo Petra, danke Dir. Wobei ich das ganz schön verrückt finde: Man ist vollkommen erledigt, kann aber nicht schlafen. Kannte ich früher gar nicht. Das vermisse ich ja wirklich ein wenig, sich einfach im Bett lümmeln und schlafen können. Aber langsam kann ich dem einfach nur im Bett liegen und nix tun auch etwas abgewinnen und das erholt ja auch ein wenig. Dir auch alles gut. Grüße, Anabell

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