Erschöpfung schränkt immer mehr ein – Fatigue wird schlimmer

Ich dachte ja, desto länger meine Chemotherapie und Bestrahlung (und damit hoffentlich auch die akute Krebserrkankung) zurückliegen, desto besser wird es mir gehen. Teilweise stimmt das auch, zwar verzeichne ich immer mal wieder tagesformbedingte Rückschläge beim Essen, aber gerade was das betrifft, geht es mir langsam immer besser.

Einzig meine Kondition lässt weiterhin schwer zu wünschen übrig und schränkt mich derzeit auch wirklich sehr ein. Meine Fatigue hat sich gerade in den letzten Tagen stark verschlimmert. Inzwischen stehe ich morgens auf und bin direkt müde und erschöpft, bis vor zwei Wochen war das erst am Mittag der Fall. Es stört sogar beim Arbeiten. Ich arbeite gerade an einer Seite zu Grillpavillons und möchte da etwas völlig neues ausprobieren, was die Programmierung betrifft. Aber ich komme da nicht weiter und ich bin schon kurz davor, der Grillpavillon Seite doch ein WordPress aufzudrücken. Und auch bei den Seiten für die Nischenseiten Challenge komme ich nicht wirklich weiter. Denn auch dort will ich was eigenes Programmieren (siehe auch Traumjob Internet).

Ich habe schon beschlossen, dass das langfristig die letzten beiden Programmierungen sein werden. Jedenfalls so lange ich dermaßen müde bzw. erschöpft bin.

Das schlimme bei meiner Fatigue ist ja, dass es keine echte Müdigkeit ist. Dann könnte ich ja einfach ins Bett gehen. Aber ich bin eigentlich mehr erschöpft, zu erschöpft zum schlafen dann meist auch. Oder ich lege mich dann Mittags doch eine Stunde hin und habe dann am Abend das Problem, dass ich dann gar nicht einschlafen kann. Obwohl ich eigentlich stehend KO bin. Wenn ich aber nicht einschlafen kann, dann schlafe ich noch weniger als die so oder so schon so mageren sechs Stunden jede Nacht und bin am nächsten Tag dann nicht nur erschöpft, sondern auch müde.

Teilweise bin ich so erschöpft, dass es körperlich fast weh tut. Die Muskeln tun dann weh, wobei es nicht wirklich ein Schmerz ist, es ist wie ein ungemütliches Jucken.

Ich mein, ich geh trotzdem dann mit unserem Hund raus und zwing mich auch auf die große Runde mit ihm. Aber teilweise muss ich dann doch mal die eine oder andere Pause einlegen.

Ich hasse diese Erschöpfung

Irgendwie hasse ich das ganze gerade ziemlich sehr.

Früher war ich wie ein Duracell-Häschen. Ich konnte laufen und laufen und laufen. Ich konnte zudem schlafen und schlafen, wann ich wollte. Heute? Ich bin völlig groggy, aber ich kann nicht schlafen.

Hoffentlich wird das noch mal besser mit dieser Fatigue. Langsam weiß ich aber, warum man fünf Jahre lang nach einer Krebserkrankung einen Behindertenausweis bekommt. Ich mein, ich hab noch Glück. Ich bin selbständig. Wenn ich länger brauche für die Programmierung, dann ist das ärgerlich. Aber ich werde mich schon nicht selbst entlassen (wobei es schon zu finanziellen Einbußen deswegen kommt). Aber ich muss wenigstens keinem Arbeitgeber erklären, dass ich nicht faul, sondern krankerschöpft bin. Und ich merk ja schon, wenn ich Bekannten davon erzähle, das sehe ich direkt in den Augen: Wie 1,5 Jahre danach macht die noch so ein Theater? Die sucht wohl eine Ausrede…. grrrr
Naja, ich arbeite mal weiter.

Heute werde ich es mal wieder mit einer kurzen Mittagspause versuchen. Ich bin diesmal aber nicht nur erschöpft, sondern wirklich auch noch richtig müde. Bin mal gespannt, wie das dann heute Abend wird …

Veröffentlicht von

Anabell

45 Jahre, weiblich, Krebsart: Pharynxkarzinom, genauer: Oropharynx (T3). Und mehr über mich hier im Blog. Oder hier: Wer ich bin.

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