Entmündigung durch Ärzte? Drohung mit Einweisung …

Freitag war ja Tag drei der Übelkeit nach Behandlung mit Zystostatikum am Dienstag. Mir ging es auch echt schlecht an dem Tag. Morgens habe ich mich mit Mühe und Not mit unserem Hund aus dem Haus gequält, danach mehr oder weniger ab ins Bett. Normalerweise habe ich um 13.45 Uhr meinen Termin bei der Bestrahlung, den habe ich auf 15.30 Uhr verlegt, denn mein Mann hatte mir zugesichert rechtzeitig von der Arbeit zurück zu sein, so dass wir bis spätestens 15.30 Uhr dort sein konnten.

Begeistert waren die bei der Bestrahlung nicht. Ich sollte doch wenn irgend möglich schon um 15 Uhr oder wenigstens 15.15 Uhr da sein. Konnte ich nicht zusichern. Da waren wir dann um 15.18 Uhr. Aber auch nur wegen einem Trick. Und zwar hat mich mein Mann bislang immer vor dem Gelände im Sackgassenkreisel aus dem Auto gelassen. Von dort sind es aber noch ca. 200 Meter bis zur Praxis. Dahin führt eine Straße, davor eine Schranke. Wir dachten bislang, da dürften wohl nur Taxen durch. Aber wir haben es ausprobiert. Pförtner-Klingel und Termin Bestrahlung mit Namen und die Schranke öffnete sich. Zeit gespart.

Dann war ich drin. Wie gesagt, ich ging davon aus, nur einen Termin zur Bestrahlung zu haben. Aber irgendwie fühle ich mich ja gar nicht halb Entmündigt, wenn dann plötzlich wie aus dem Nichts mein Arzt vor mir steht. Hätte mich man ja mal kurz vorwarnen können? Hätte ich nämlich meinen Mann Bescheid sagen können, dass es länger dauert und er schon mal alleine mit dem Hund an die Alster geht. Und ich hätte mir vielleicht die eine oder andere Frage zurechtlegen können? Nö, einfach so, gibt’s den Arzt als Termin. Ok. Natürlich besser, als wenn sich keiner kümmert. Aber das muss die bei der Anmeldung doch gewusst haben. Warum also keinen Hinweis?

Der Arzt hat mich dann ziemlich rund gemacht, warum ich den das Ondansetron nicht nehmen würde, das mit den Nebenwirkungen würde da ja mehr pro Forma drin stehen, nach dem Motto.

Ehm, also ich glaube ja nicht, dass die Firma Hexal aus Jux und Dollerei in ihren Beipackzettel schreibt, dass mit einer Wahrscheinlichkeit von 1:100 Krampfanfälle und Bewegungsstörungen auftreten können. Kann ich mir nicht vorstellen. Mag sein, dass es nur 1:200 ist, aber dennoch. Ich werde wohl aufgrund von Nebenwirkungen und Co. doch noch selbst entscheiden dürfen, ob und welche Medikamente ich nehme? Ok, ich hätte vielleicht aber mal nach einer Alternative fragen sollen, aber bis zu dem Zeitpunkt, Freitag 15.30 Uhr, sah mein Plan ja eigentlich noch so aus, dass ich, am Samstag das Medikament nehme. Ab Samstag hat mein Mann nämlich neun Tage frei. Sollte ich also total ausfallen wegen Nebenwirkungen, könnte er sich kümmern, um den Hund und um mich.

Achja, der Arzt kam mir dann wieder mit Einweisen. Hallo! Ich bin ja wohl kaum entmündigt! Zwangseinweisung ist also nicht. Die einzige wirksame Drohung, die sie hätten, wäre, dass sie ansonsten die Behandlung abbrechen. Aber einweisen lassen können die mich nicht einfach. Grmpf.

Das Wort Einweisung fiel dann noch mal bei der Bestrahlung selbst. Ich rein, Hinweis, mir wäre immer noch übel. Ok, aber heute müssten Bilder gemacht werden. Das hat dann auch noch ewig gedauert und ist ja toll: Ich liege da wie angenagelt mit meiner Maske auf der Liege und es dauert ewig. Ab und an kommt dann eine Helferin rein und dreht was an der Liege rum. Sehen kann ich die Dame nicht, ich merke aber, dass jemand rein kommt. Kein Ton. Kein Hinweis. Nur rein, wieder raus, wieder rein, ich liege da wie doof. Na ganz toll. Es ist schon ein Unterschied, ob man nur für die Bestrahlung vier oder fünf Minuten unter der Maske zubringen muss oder eben zehn Minuten. Anschließend habe ich gemeint, sie hätte ja mal was sagen können. Echt.

Achja, beim rausgehen meinte sie dann, ich sollte was essen, wenigstens eine Brühe oder so. Ansonsten bliebe wohl nur die Einweisung.

Ehm, hallo, geht’s noch?

Wenigstens war Freitag. Grmpf.

Ich war froh, als ich bei meinem Mann im Auto war.

Chemotherapie Heftige Übelkeit am nächsten Tag

Mich hat es jetzt so richtig von den Nebenwirkungen erwischt. Am Dienstag war die erste Chemotherapie und da habe ich mit der netten Schwester noch Witze gemacht, dass mir nie wieder im Leben übel werden kann, bei den ganzen Mitteln gegen Übelkeit, die ich mit dem Zytostatika bekommen habe.

Dienstag ging es mir was das betrifft auch noch gut. Ich war nach dem Stress (von Chemotherapie im Eiltempo zur Bestrahlung) fix und alle, aber sonst ging es mir gut. Heute nicht mehr. Seit dem ich wach bin ist mir übel. Eine solche Übelkeit habe ich noch nicht erlebt. Seit 8 Uhr heute morgen geht das so. Eigentlich hätte ich heute die Trachealkanüle wechseln müssen. Aber dabei huste ich immer stark. Und Übelkeit und Husten und dann eine Trachealkanüle in der Hand? Das habe ich lieber gelassen.

Mit dem Hund war ich trotz Übelkeit im Wald. Statt von da dann direkt zur Praxis zu gehen, in der ich gestern die Chemotherapie erhalten habe, habe ich erst einmal Belege und Schreiben für meine Krankenkasse zusammengesucht, damit ich endlich ganz offiziell wieder kranken versichert bin und auch einen Beförderungsschein erhalte. Dann ging es aber zur Chemo-Praxis. Da hat sich dann nach 20 Minuten Warten auch der Arzt um mich gekümmert, der hat mir eine Infusion mit Cortison verpasst. Dazu gab es noch ein Rezept für Ondansetron Hexal mg Schmelztabletten.

Tsja. Das Cortison hat entweder nichts genutzt oder hat sich sofort verflüchtigt, nachdem ich ja von der Praxis erst noch zum Bahnhof laufen musste und von dort nach Hamburg rein zur Bestrahlung musste. In der Klinik dort ging es mir dann richtig übel, aber die Bestrahlung habe ich irgendwie überstanden. Mir ist zum Glück nur übel, aber ich habe nicht den Reiz, das auch wirklich ausleben zu müssen. In der Bestrahlungsklinik habe ich dann noch einen Arzt gesehen, da gab es noch ein Rezept für Ondansetron. Aber das wars auch. Offenbar kann man wohl gegen diese Übelkeit nicht wirklich was tun? Die Ärztin war nur etwas erstaunt zu hören, dass ich nur zwei Mal zur Chemotherapie muss. Zwischen ihrer Klinik und der Klinik mit der Chemotherapie war eigentlich jede Woche ausgemacht. Ganz ehrlich, bei der Übelkeit nach dem ersten Termin bin ich sehr froh, dass ich das nicht jede Woche mitmachen muss.

Naja. Von der Klinik in Hamburg ging es mit S-Bahn und Bus wieder nach Hause. Zuvor ging es noch in die Apotheke. Ich gebe der guten Dame mein Rezept, bin schon kaum noch in der Lage mich wirklich aufrecht zu halten. Meint die: Das haben wir nicht da. Meine ich: Das ist nicht gut, das ist gegen Übelkeit und mir ist richtig schlecht. Hat sie sich wohl schon gedacht. Medikament kommt am Abend per Bote.

Dann noch mit dem Vierbeiner an die Frische Luft. Dann habe ich noch meine Schmerzmittel genommen. Immerhin blieben die drin im Magen. Und dann ins Bett. Schlafen ging zum Glück auch. Aber seit dem ich wach bin, ist mir wieder übel. Inzwischen kam das Medikament an. Werde ich gleich mal nehmen.

Ich hab ihm Internet nachgelesen, dass es wohl den einen oder anderen Patienten gibt, der so auf Zytostatika reagiert. Eine so heftige Übelkeit nach der Chemotherapie, die ich hatte, ist wohl nicht die Regel. Schließlich habe ich Krebs im Mundbereich, nicht im Magen-Darm-Trakt oder so.

Kanüle hab ich immer noch nicht gewechselt. Was mach ich nur, wenn es mir morgen immer noch so übel geht? Seufz.

Chemotherapie und Bestrahlung

Chemotherapie und Bestrahlung an einem Tag ist wirklich anstrengend. Zwar ist bei der Chemotherapie wenig Aktion angesagt, aber man sitzt nun mal sechs Stunden angeleint an die Beutel und Flaschen da und kann nichts tun. Außer hoffen, dass es möglichst schnell vorbei ist, damit man endlich zur Bestrahlung hetzen darf.

Naja. Avisiert war die Chemotherapie mit fünf Stunden, es hat dann fast sechs Stunden gedauert, bis auch der letzte Beutel durch war, beziehungsweise der zweite Literbeutel Kochsalzlösung reingelaufen war. Unten saß schon mein Mann in Pole-Position, direkt vor dem Eingang des Krankenhauses, um mich möglichst schnell zur Bestrahlung nach St. Georg zu fahren. Um 15.25 Uhr war ich dann da und kam auch fast sofort dran, ich war wohl die letzte Bestrahlungspatientin des Tages.

Danach ging es auch fast direkt nach Hause, bei einem türkischen Supermarkt haben wir noch angehalten und was fürs Abendessen eingekauft. Ich habe es sogar gerade geschafft eine Kleinigkeit zu essen, aber auch heute bin ich wieder sehr froh über meine PEG. Ich kann was essen, aber ich muss nicht, denn alles Lebenswichtige wie Vitamine und Co. bekomme ich bequem über die PEG.

Wenn ich auch noch für mich gesund kochen müsste, oder noch anstrengender, das ganze auch noch essen, das würde ich gerade einfach nicht schaffen. Zum einen fehlt mir die Zeit, mich noch in die Küche zu stellen (und auch die Kraft). Und beides fehlt mir eben auch, zum Essen. Schließlich bin ich immer noch sehr langsam im Kauen und Schlucken. Aber es wird besser.

Achso: Nebenwirkungen von der Chemotherapie spüre ich derzeit noch keine. Ich bin einfach nur fertig und müde. Das war die erste von nur zwei Chemotherapie-Sitzungen. Ich bekomme wohl ein Medikament, dass eine Langzeitwirkung hat. Zweite Chemotherapie ist in genau drei Wochen und zwar am 2. Februar 2016. Obwohl, das was ich heute noch so gegessen und getrunken habe, hat irgendwie anders als gestern geschmeckt. Sogar das Wasser hatte nach der Chemotherapie einen anderen Geschmack als gestern. Aber kann natürlich auch an meiner Müdigkeit liegen.

Wie die Chemotherapie ablief

Da ich ja keinen Port habe, wurde mir alles über die Venen, also intravenös, iv, gegeben. Daher habe ich auch ein Medikament nicht erhalten, da es das nicht als praktische IV-Version gibt. Vielleicht habe ich deswegen noch wenig gespürt, denn das was sie mir nicht gespritzt haben (vielleicht bekomme ich noch raus, was das war) soll ziemlich heftige Nebenwirkungen haben.

Nachdem der Zugang gelegt wurde, hat mir die freundliche Helferin erst mal ein Röhrchen Blut abgezapft und dann ein Röhrchen voll von einem Medikament gegeben, dass gegen Übelkeit helfen soll. Danach gab es den ersten Liter NaCl (Kochsalzlösung) und dann wieder was gegen Übelkeit. Dann die erste Hälfte von 250ml von meinem Medikament (ja, ich musste nachgucken, wie es geschrieben wird, es ist natürlich Zytostatikum) und dann einen kleinen Beutel NaCl und dann die zweite Hälfte des Chemotherapie-Medikaments. Dann wieder NaCL, wieder ein Liter.

Unnötig zu sagen, dass ich auch ständig abgeklemmt werden musste, um die Kochsalzlösung auch wieder los zu werden. Das ist wohl wichtig, um eben das Krebsmedikament erst schnell in den Körper zu bekommen, um es dann eben ganz schnell wieder rauszuspülen. Klingt irgendwie unlogisch, aber ist eben so.

In den ersten zwei Stunden habe ich ein wenig dösen können, am Ende war es dafür einfach zu unruhig. Am Anfang war mir auch ziemlich kalt, denn der erste Beutel NaCl kam wohl direkt aus dem Kühlschrank und hat mich dann, je länger er in meine Venen lief, gut ausgekühlt. Aber zum Glück gab es da nicht nur bequeme Liegesessel sondern auch eine weiche Decke für mich.

Lustigerweise wurden die anderen Mitpatientinnen dort immer wieder gefragt, ob sie was trinken wollen. Nur ich nicht. Da ich eine Trachealkanüle und eine PEG habe, nimmt wohl jeder immer an, dass mein Mund nur noch zum Reden ist. Aber ich hab dann auch Wasser bekommen und mir ein Milky Way gegeben. Zum Glück gebe ich mir die Sondennahrung schon lange nicht mehr über Schwerkraft und Beutel sondern über Spritze. Bei 3,5 Stunden pro Beutel hätte ich heute keine 1200 Kalorien (ok, mein Ziel waren 1500, aber ich habe ja sogar etwas zu Abend gegessen) geschafft.

Fortschritt Chemotherapie

Jöh, die Hälfte geschafft 🙂 Ok, ich habe nur zwei Sitzungen Chemotherapie und eine ist erlidgt, aber mathematisch habe ich nun mal die Hälfte geschafft. Chemotherapie erleidgt ist in drei Wochen, am 2. Februar 2016. dann habe ich 100 Prozent.

Fortschritt Bestrahlung

Von 50 Prozent bin ich bei der Bestrahlung doch noch sehr weit entfernt. Ich bin in Woche zwei von sieben Wochen. Und ich habe nun sechs Bestrahlungen hinter mich gebracht, sechs von 33. Das entspricht 18,2 Prozent. Noch nicht mal ein Fünftel. Immerhin, außer leichten Geschmacksveränderungen und ein ganz ganz leicht seltsames Gefühl im Mund geht es mir gut. Also bislang kaum Nebenwirkungen, aber die sollen ja erst in der dritten Woche kommen.

Krankenkasse Strahlenklinik will es ganz genau wissen

Heute sah es gut aus. Ich war um 13.31 Uhr in der Klinik und hatte mich damit klar vor den Patienten gesetzt, der ansonsten vor mir bestrahlt werden würde und daher mir wohl immer den 13.45 Uhr Termin wegschnappt. Heute hatte ich es aber geschafft und war vor ihm da und 13.44 Uhr wurde mein Name aufgerufen und fast sofort ging es zur Bestrahlung. Ich lag gut in der Zeit, freute mich schon auf zu Hause da hieß es: Frau Ditzel, schauen Sie doch gleich noch bei Herrn Doktor P. vorbei.

Erst habe ich mich gefreut, ich habe nämlich noch eine Frage wegen der Zahnschiene, die ich nicht habe. Aber die Freude verging schnell und meine Frage ist immer noch nicht beantwortet. Es ging nämlich um meine Krankenkasse bzw. meine Versicherung, um den schnöden Mammon. Klar ist, solange nicht klar ist, ob ich in der Krankenkasse bin oder nicht und ich wohl auch eine Krebstherapie kaum aus eigener Tasche bezahlen kann, müsste ich eigentlich die Behandlungen unterbrechen. Vor allem, wenn ich eben weiß, dass ich es kaum privat zahlen kann. Und wer gibt schon jemanden mit Krebs Kredit? Lasse ich die Behandlungen durchführen, wäre das Betrug. Und der ist strafbar.

Ok, die Klinik mit der Bestrahlung weiß ja schon Bescheid, was ich aber völlig verdrängt habe, ist ja am Dienstag die Chemotherapie. Während die Bestrahlung wohl ungeachtet der unklaren finanziellen Lage wohl weiter gehen wird, wobei der Arzt wohl eher pessimistisch ist, was die Bezahlung angeht, ist das bei der Chemotherapie wohl noch nicht klar. Das sehe ich wohl erst morgen früh.
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David Bowie ist tot

Ja, eigentlich gehört das ja gar nicht in diesen Blog, in dieses Krebstagebuch. Aber im Moment machen mich Todesnachrichten allesamt etwas nervös. Wenn es dann noch einen Star oder eine Berühmtheit erwischt hat, die ich selbst kannte, die ich vielleicht selbst irgendwann einmal bewundert habe, dann ist das noch mal mehr etwas Besonderes. Und wenn David Bowie im Alter von 69 Jahren an Krebs stirbt, dann muss ich schon schlucken.

Morbider Weise versuche ich bei solchen Meldungen nun immer raus zubekommen, was für eine Krebsart derjenige oder diejenige hatte. Als wenn es etwas bedeuten würde, dass in den letzten Wochen noch keine Berühmtheit an einen Rachenhinterwandtumor gestorben ist. Zum einen nutzen Statistiken mir persönlich gar nichts. Ob ich oder ob ich nicht dem Tod noch mal von der Schippe springe, das hat wenig damit zu tun, wie im allgemeinen die Fünfjahreswahrscheinlichkeit für meine Krebsart ist. Und zum anderen ist Oropharynx eh eine etwas seltenere Krebsart.

Im übrigen starb David Bowie an Leberkrebs, der vor ca. 18 Monaten bei ihm zum ersten Mal festgestellt worden war. Die relative 5-Jahres-Überlebensrate für Leberkrebs beträgt laut dem Zentrum für Krebsregisterdaten 15 Prozent. Obwohl Leberkrebs recht selten ist (6020 Neuerkrankungen Männer, 2560 Neuerkrankungen Frauen pro Jahr) gehört er aufgrund seiner schlechten Prognose zu den zehn häufigsten Krebstodesursachen. Nur bei Bauchspeichelkrebs ist die Prognose wohl noch schlechter. Krebsdaten Leberkrebs.
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2. Woche Bestrahlung hat begonnen

So, die zweite von sieben Wochen Bestrahlung hat begonnen. Wenn alles gut geht, mit dem morgigen Höhepunkt einer ersten von zweien Chemotherapie-Einheiten.

Ich habe jetzt also fünf von 33 Bestrahlungen hinter mir. Damit habe ich 15 Prozent geschafft. Liegt also nur noch 85 Prozent vor mir 🙂 Oder fast sechs Wochen. Augenverdreh.

Ich muss in den nächsten Tagen auf jeden Fall mal schauen, dass ich das mit der Bestrahlung etwas kräfte-schonender hin bekomme. Ab und an mal eine Stunde richtig arbeiten, wäre ja doch nett 🙂

Im Moment sieht mein Tagsplan in etwa so aus:
9 Uhr aufstehen. Kanüle wechseln, etwas essen (ok, etwas mit der Spritze in die PEG drücken). Salbei Tee kochen.
10 Uhr bis 11 Uhr Gassi gehen mit Hund.
11 Uhr bis 12.20 Uhr: Hund füttern. Rest der Flasche in die PEG drücken. Salbei Tee gurgeln. Duschen. Jeden dritten Tag mit Haare waschen. Wenn ohne Haare waschen, dann ein wenig Zeit am PC verbringen.
12.20 Uhr: Anziehen, da Winter dauert das.
12.28 Uhr: Abmarsch S-Bahn
12:52 Uhr: S-Bahn fährt mit mir ab 🙂
13.31 Uhr: Ankunft St. Georg.
13:45 Uhr: (das hat erst einmal geklappt) Bestrahlung
14:30 Uhr (phi mal Daumen): Zurück nach Reinbek.
15:30 Uhr: Zuhause, Hund schnappen, Gassi gehen.
16:00 Uhr: Essen und/oder PEG.
16.30 bis 17.30 Uhr: Bett, nicht immer klappt es mit dem Schlafen, hauptsache liegen und warme Füße.
18 Uhr: einkaufen oder aufräumen oder Computer oder oder oder
19 bis 20 Uhr: Hund
danch Essen. TV. Computer
Mitternacht bis 1 Uhr etwa: Ab ins Bett.
Da mein Mann Schicht arbeitet und auch langen Fahrweg hat, haben wir derzeit entweder vormittags eine Stunde oder Abends zwei, drei Stunden Zeit. Aber Abends bin ich meist zu erschöpft. Da gibt es dann nur essen und kurze Gespräche. Aber wir unterhalten uns derzeit über Whatsapp ein wenig 🙂 Irgendwie zwar pervers, aber besser als nichts.

Ärger mit der Krankenkasse

Irgendwie ist bei mir gerade wirklich der Wurm drin. Bis Donnerstag habe ich mir gar keine Gedanken um die Krankenkasse gemacht. Überhaupt keine. Denn im Juli hatte ich es ja nach einigem hin und her geschafft wieder aufgenommen zu werden, nach den Jahren im Ausland. Den Juni habe ich dann auch rückwirkend bezahlt, denn da es in Deutschland ja eine Versicherungspflicht gibt, muss man auch für die Monate zahlen, in denen man die Krankenkasse gar nicht genutzt hat. Ich hab noch Glück gehabt, bei mir war es nur ein Monat. Mein Mann hat gleich 2,5 Monate zahlen müssen für nichts und wieder nichts. Ab Juli bis November hat dann eigentlich die Arge für uns die Krankenkassenbeiträge bezahlt. Denn wir waren als Aufstocker für fünf Monate da gemeldet. Ich aber immer mit dem Hinweis, dass ich selbständig bzw. freiberuflich tätig bin. Da ich der Arge auch eine vEKS ausfüllen musste, war der Arge das also auch bekannt, dass ich keinen Arbeitgeber habe, sondern meine Krankenkassenbeiträge selbst zahlen muss, sobald dass mit Hartz IV wieder erledigt war.

Ende Oktober lag ich dann das erste Mal im Krankenhaus und ab dem 17. November waren es dann fast drei Wochen. Seit November arbeitet mein Mann wieder, erst Mitte Dezember bekam er das erste Mal Gehalt, so dass unser Hartz IV Anspruch bis einschließlich November lief und ich ab Dezember dann wohl wieder selbst meine Krankenkassenbeiträge zahlen musste. Dachte ich.

Die Arge hat mich am 2. Dezember 2015 einfach mal von meiner Krankenkasse abgemeldet. Und keiner hat mich informiert. Also weder kam von meiner Krankenkasse ein Schreiben nach dem Motto, denken Sie daran, ihr Kärtchen nicht mehr zu nutzen noch von der Arge ein Hinweis darüber, dass man abgemeldet sei.
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Endlich Wochenende – Erste Woche Bestrahlung geschafft

In den letzten Jahren war es für mich eigentlich immer recht gleich, ob nun Wochenende ist oder nicht. Einer der Vorteile, wenn man Selbständig ist und sich seine Zeit absolut frei einteilen kann. Ok, Wochenende waren die Tage, an denen meist Fußball war. Aber ansonsten?

Heute habe ich selbst mal das Gefühl Endlich Wochenende. Zwei Tage mal nicht nach Hamburg fahren, zwei Tage keine Bestrahlung. Zwei Tage mal Kräfte schonen und nicht mit der S-Bahn rumgurken. Zwei Tage mal nicht im Wartezimmer sitzen und auf den eigenen Namen warten, damit die Bestrahlung gleich los geht.

Ansonsten lief die erste Woche Bestrahlung recht unspektakulär. Ich merke schon ein wenig im Mund. Aber immerhin Essen und Trinken geht alles noch gut. Das wird sich wohl aber so ab Woche vier ändern. Aber bis dahin genieße ich das selber Essen noch.

Müde bin ich, aber das kann auch die Anstrengung sein, hin und her fahren zu müssen. War ich ja auch nicht mehr gewohnt.

Ich hab jetzt vier von 33 Bestrahlungen hinter mir, eine von sieben Wochen. Ich bin mal gespannt, wie es mir nächstes Wochenende geht.

Krisengespräch mit Arzt

Nach dem ich mich gestern ja ganz schön hab hängen lassen und die Frau am Bestrahlungsgerät wohl irgendwann verstanden hat, dass mir gerade ein Ansprechpartner fehlt, hatte ich heute in St. Georg einen extra Arzttermin.

Der Arzt war sehr nett, hat sich viel Zeit genommen und vor allem mal jede Menge Fragen beantwortet und auch ein paar Tipps gegeben. Das werde ich auch noch mal zusammenfassen.

Zum Punkt Trachealkanüle meinte er, dass ich ja eigentlich einfach die Kanüle nicht mehr rein tun müsse, dann würde das Loch dort innerhalb von vier bis sieben Wochen zu wachsen. Ich kann das zwar nicht so ganz glauben, aber ich hätte gerne das Gesicht von meinen Ärzten aus dem Krankenhaus gesehen, wenn sie den Tipp gehört hätten. Nein, solange die Bestrahlung läuft, werde ich das auch nicht tun, denn ich brauch das Loch ja zum atmen unter der Bestrahlungsmaske. Aber amüsant war die Vorstellung schon.

Jo, außerdem hat der Arzt die unklare Situation mit meiner Krankenkasse angesprochen. Und mir da ziemlich Angst gemacht. Ich hoffe ja, er hat Unrecht, und das ganze ist geregelt, wenn ich den Fragebogen ausgefüllt und zurück geschickt habe. Tröstlich zu wissen, dass mir St. Georg aber versuchen wird eine möglichst kleine Rechnung auszustellen, wenn ich alles selbst zahlen muss. Im Moment seien auch nur 7000 Euro offen.

Ein Krisengespräch, das gleich die nächste Krise auslöst. Aber ich versuche ruhig zu bleiben.

Heute Krise

Heute war Krisentag angesagt. Am Morgen das Theater mit der Krankenkasse. Ich muss einen Fragebogen ausfüllen, da ich zu Anfang Dezember von der Arge abgemeldet worden bin. Öhm. Toll. Dann bin ich zur Bestrahlung gefahren und war schon um 13.35 Uhr da. Natürlich mit der leisen Hoffnung, dann nicht nur pünktlich dran zu kommen sondern vielleicht etwas früher.

Nix wars. Um 13.50 Uhr wurde ein anderer Mann aufgerufen, für eine der drei Umkleidekabinen, die zum Bestrahlungsgerät gehören, das auch für mich ist. Dann kam der, ohne das noch mal jemand aufgerufen worden wäre, um 14.05 Uhr wieder aus. Und erst um 14.15 Uhr wurde ich dann aufgerufen. Und saß dann mehrere Minuten auf der Wartebank. Drinnen ein älterer Herr, der wohl glücklich war, endlich mal jemanden zum reden gefunden zu haben. Ich war innerlich am toben. Und motzig sowieso. Dann lag ich auf der Liege und nach der Bestrahlung haben die die Maske nicht mehr abbekommen. Boh. Die Maske ist zum einen schwer, zum anderen liegt sie eng an und dann wird sie noch richtig fixiert. Ohne meine Trachealkanüle würde ich zudem keine Luft unter der Maske bekommen, denn es gibt nur zwei kleine Luftlöcher für die Nase. Und dann bekommen die die Maske nicht ab. Dann hatten sie mich endlich da raus und dann meint die eine noch, ja, das kommt, wenn Sie dagegen arbeiten und vielleicht dagegen drücken. Ich fragte ziemlich irritiert nach, ob ich jetzt schuld dran sei. Dann ging die Diskussion los, wegen dem Dienstag, denn ich hatte ja am Mittwochnachmittag erfahren, dass Dienstag die Chemotherapie ist, die fünf Stunden dauert und ich damit wohl kaum 13.45 Uhr zur Bestrahlung in St. Georg sein könnte. Ja, dann sollte ich doch um 8 Uhr zur Bestrahlung kommen. In dem Moment hat es mir gereicht. Ok, die gute Frau konnte ja nicht wissen, dass ich keinen Taxischein habe und wohl auch kaum bis Dienstag haben werde, dank meinem Krankenkassenproblem. Aber als ich sagte, dass da kaum geht mit 8 Uhr und ich außerdem irgendwann mit dem Hund raus müsste und schlecht um 5 Uhr aufstehen könnte und sie nur meinte, der Hund wäre ja wohl nicht wichtig, da ist mir innerlich der Kragen geplatzt. Ist ja nett, dass man immer hört, man sei jetzt selbst wichtig und man solle sich um sich kümmern. Aber es kann ja nicht sein, dass man deswegen alle Verpflichtungen in die Mülltonne tritt. Und unser Hund kann ja wohl nichts dafür, dass ich Krebs habe. Und dann kam sie mit, dann müsse mein Mann Urlaub nehmen. Wieder so ein toller Tipp. Irgendwann hat sie mir dann einen Termin für Freitag mit einen der Ärzte gemacht.

Naja. Der Donnerstag war nicht mein Tag. Um kurz vor 16 Uhr war ich dann erst zu Hause. Völlig fix und alle. Immerhin hat sich unser Hund gefreut, mich zu sehen.