Smalltalk übers Rauchen

Die Tage war ich mal wieder drüben bei unserem Edeka. Ich bin da bekannt, die meisten wissen natürlich, dass ich gerade eine Kanüle im Hals habe etc. An der Fleischbedienung hatten die ja im Dezember auch richtig Spaß mit mir und meinen Zettel als ich noch gar nicht sprechen konnte. Die Tage hat der nette Mann mich auch gefragt, ob die Kanüle irgendwann wieder raus kommt. Ich konnte ihn zum Glück beruhigen. Auch dass ich dann irgendwann wieder richtig essen kann.

Weiter ging es an die Kasse. Auch da habe ich mich kurz mit der Kassiererin unterhalten. Die raucht auch. Also meinte ich zu ihr, das ich das auch mal getan hätte, aber jetzt natürlich aufgehört hätte. Und sie kam mit ihrem Opa, der seit seinem 12. Lebensjahr oder so geraucht habe. Und zwar nicht das saubere Zeug von heute, sondern den Dreck von früher (irgendwie glaube ich ja fast, dass Tabak vor sechzig Jahren sauberer war, als das Zeug heute. Oder meint jemand, dass man in den 1950er Jahren bereits Hustenmittel oder Zucker untergemischt hat?). Und ihr Opa sei nicht am Rauchen oder gar Krebs gestorben, der würde wahrscheinlich immer noch leben, aber irgendwann sei er überfahren worden.

Also eine typische private Helmut Schmidt Geschichte. Ich glaube, so jemand, der trotz Rauchen stein alt geworden ist, kennt doch jeder. Spätestens wenn man dann doch selbst an Krebs erkrankt, weiß man, dass jemanden zu kennen, der uralt geworden ist, nicht dafür schützt selbst krank zu werden.

Krebsrisiko senken

Inzwischen erkrankt ja fast jeder Zweite in Deutschland an Krebs. Um genau zu sein, sind es 51 Prozent der Männer und 43 Prozent der Frauen, die im Laufe ihres Lebens an Krebs erkranken. Wer kein Krebs hat, stirbt wahrscheinlich vorher an eine andere Zivilisationskrankheit.

Seit dem ich zu den 43 Prozent der Frauen gehöre lese ich natürlich fast alles über Krebs, was es so gibt. Gerade bei Google News gibt es ja immer wieder Meldungen rund um das Thema. Gerade nach dem David Bowie, Lemmy Kilmister und Alan Rickman an den Folgen ihrer Krebserkrankungen gestorben sind.

Jetzt gibt es eine Liste mit Möglichkeiten das persönliche Krebsrisiko zu senken. Es sind acht Tipps rund um das Thema. Versprochen wird natürlich nicht, das wer sich daran hält, garantiert nicht an Krebs erkrankt oder womöglich daran stirbt sondern man senkt eben sein Krebsrisiko.
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Informationsfluss ist und bleibt seltsam Wie oft werde ich eigentlich bestrahlt?

Also irgendwie finde ich das total seltsam mit der Bestrahlung. Ich habe jetzt drei Mal nachgefragt, ich weiß aber eigentlich immer noch nicht wie oft ich insgesamt Bestrahlung habe. Ganz am Anfang meinte eine MTA es wären 33 Bestrahlungen. Neulich bekomme ich einen Zettel auf den Steht ca. 30/60 Gray. Also heißt wohl: Etwa 30 Bestrahlungen, insgesamt 60 Gray. Ich frage nach, dann heißt es erst 28. Dann guckt sie nach, dann heißt es wieder 33. Dann sag ich heute der MTA, die immer alles einrichtet und mir die Maske aufsetzt, dass ich heute Halbzeit habe. Guckt sie am Computer und meint, das wäre längst gewesen, schließlich wäre ich heute zum 18. Mal da und es wären ja nur 28 Termine. Ehm. Was denn nun?

Auch mit der 18. Bestrahlung habe ich so nicht auf den Zettel. Für mich ist es die 17. Bestrahlung. Wobei ich denke, dass es für die der 18. Termin ist und sie auch den ersten Termin mitrechnen, den ich nicht mitrechne, da ich davon ausgegangen bin, dass da nur die Striche auf der Maske eingezeichnet worden sind.

Als vorsichtiger Mensch, der lieber positiv überrascht werden möchte, gehe ich nun davon aus, dass ich heute Termin Nr. 17 hatte und es 33 Termine sind. Natürlich habe ich aber auch schon das ganze mit Termin 18 von 33 ausgerechnet und, wobei das glaube ich nicht wirklich, mit 18 von 28.

Nach meiner bisherigen Rechnung habe ich am Donnerstag, dem 18. Februar 2016 meine letzte Bestrahlung. Also in drei Wochen und einem Tag. Wenn es heute aber Termin Nr. 18 bei der Bestrahlung war, dann bin ich in genau drei Wochen, am 17. Februar 2016 fertig.

Sollten es, soviel Glück habe ich aber sicherlich nicht, doch wirklich nur 28 Bestrahlungen sein, dann wäre ich bereits in zwei Wochen, also am 10. oder 11. Februar mit der Bestrahlung fertig.

Tsja. Eigentlich sollte ich mir mal wieder einen Arzttermin geben lassen. Aber außer der Frage nach der Bestrahlung hab ich gerade nichts. Ich rechne mal weiter mit 33 Terminen.

Halbzeit bei der Bestrahlung

So, heute ist es soweit. Ich bin bei der Mitte angekommen. Heute liegen ebenso viele Bestrahlungstermine vor mir wie hinter mir, nämlich genau 16. Aber erst, wenn ich auf der Pritsche liege. Insgesamt 33 Mal muss ich demnach zur Bestrahlung.

Im Moment habe ich mit folgenden Nebenwirkungen zu kämpfen:

Meine Mundschleimhaut ist immer noch stark angegriffen. Wie ich es mir aber fast gedacht habe, kam wohl die Hauptschädigung von der Chemotherapie und nicht von der Bestrahlung selbst. Denn die Chemotherapie war vor genau zwei Wochen und einem Tag und seit zwei Tagen kann ich deutlich besser schlucken, seit gestern ist es sogar fast schmerzfrei. Wäre die Mundschleimhaut einzig von der Bestrahlung zerstört, dürfte es ja eine Besserung erst geben, wenn ich keine Bestrahlung mehr habe. Und ich kann auch besser sprechen. Bevor sich die Mundschleimhaut aber völlig erholt haben wird, gibt es wohl die zweite Zerstörung. Am Dienstag ist nämlich mein zweiter Termin Chemotherapie. Aber ok. Jetzt weiß ich ja, wie lange es dann ungefähr dauert, bis ich wenigstens wieder Wasser trinken kann. Vielleicht versuche ich heute Abend auch zur Feier des Tages ein wenig Spargelcremesuppe.

Die zweite Nebenwirkung ist Schlaflosigkeit. Wobei sich das gebessert hat. Letzte Woche bin ich nachts jede Stunde aufgewacht und habe ewig gebraucht um wieder einzuschlafen. Wenn ich es überhaupt hinbekommen habe. An ein Schläfchen tagsüber war gar nicht zu denken. Zudem hatte ich ein Problem mit meinen Beine, die waren absolut ruhelos und zuckten im Bett vor sich hin. Nervig. Kann man nicht wirklich mit schlafen.

Das mit den Beinen ist zu 95 Prozent weg. Vielleicht liegt das auch daran, dass ich mich inzwischen dazu zwinge jeden Tag mindestens 1,5 Liter Wasser zu konsumieren (trinken ist ja nicht wirklich). Und ich schlafe inzwischen doch tatsächlich auch mal drei Stunden am Stück. Und ich brauche nicht ganz so lange zum wieder einschlafen. Mehr als sechs Stunden Schlaf gibt es nachts für mich nicht. Ich zwinge mich jetzt immer, obwohl hundemüde, erst um 1.30 Uhr ins Bett zu gehen. Ab 7 Uhr bin ich meist dann richtig wach. In der Hoffnung wenigstens noch ein wenig zu dösen bleib ich dann meist bis 8 Uhr im kuschligen Bett. Das geht also noch.

Und mittags lege ich mich auch wieder zwei Stunden hin. Allerdings auch mehr zum ausruhen als zum schlafen. Obwohl ich meist wieder komplett erschöpft bin, einschlafen gelingt mir mittags derzeit so gut wie gar nicht. Und es ist ja nicht so, dass man sagen könnte, wovon sollte ich auch müde sein? Um 15 Uhr war ich schon zwei Mal mit dem Hund draußen (insgesamt zwischen 1,5 und 2 Stunden an der frischen Luft also). Ich war bei der Bestrahlung und ich war meist noch einkaufen. Dazu kommen Dinge wie Duschen, ein wenig aufräumen, ein bisschen arbeiten. Also, es gäbe wirklich Grund müde zu sein. Ich bin ja auch müde. Schlafen geht trotzdem nicht.

Aber ok. Gibt schlimmeres als keinen Mittagsschlaf halten zu können. Zwar würde ich gerne Abends noch was arbeiten, aber dafür bin ich dann einfach zu fertig. Aber ich muss ja nicht.

HNO-Konzil zur Halbzeit – Zoff mit Krankenhaus

Da ich ja gerade mit der Hälfte der Bestrahlung fertig bin soll ich zum HNO Arzt. Eigentlich sollte ich zu den Ärzten, die mich operiert haben. Aber was soll ich sagen, das Krankenhaus Winsen hat seine Stärken, aber ist nicht unbedingt wirklich flexibel. Die haben mir schon im Dezember einen Termin für die Tumorsprechstunde gegeben, allerdings erst für Ende März. Vorher wollen die mich nicht sehen, die haben sich am Telefon ziemlich vehement gewehrt. Das wäre bei ihnen so nicht üblich, ich sollte zu meinem HNO-Arzt gehen und wenn der nicht weiterkommt, dann, aber nur dann, dürfte der mir eine Einweisung geben und sie würden es dann vielleicht doch tun. Mir in den Hals gucken. Augen verdreh.

Ok.

Ich dachte, ich bin ganz clever und versuche mir, wenn ich eh schon mit denen telefoniere, mir alsbald einen Termin geben zu lassen, bei dem vielleicht mal geklärt wird, wie lange ich noch meine Trachealkanüle tragen muss. Tsja. Ich habe mich lange nicht mehr so aufregen müssen. Auch das würde erst Ende März geklärt werden. Einen Termin vorher würde es nicht geben. Dafür bestünde keine Notwendigkeit.

Ich glaube, dieser Sprechstundendame sollte man einfach mal auch eine solche Trachealkanüle für zwei Wochen legen. Nur damit sie weiß, dass es absolut nervig ist und dass jeder Tag, denn so ein Teil früher raus kann, Gold wert sein könnte. Und wenn es dann auch noch um vier Wochen geht …

Also Löcher in einen rein schneiden tut man in Winsen. Wieder zu machen ist wohl andere Baustelle. Meint zumindest die Frau am Telefon. Grübel.

Langsam weiß ich nämlich wirklich nicht, warum und wozu ich diese doofe Trachealkanüle noch brauche. Inzwischen blocke ich die noch nicht mal mehr und tagsüber habe ich immer die Sprechkanüle drin. Also, ich kann wieder richtig schlucken. Wobei sich das richtig darauf bezieht, wo das, was ich schlucke, landen soll. Mit meiner kaputten Mundschleimhaut ist ja momentan kaum mehr als Suppe oder Wasser drin. Das klappt also ziemlich gut. Wozu brauche ich also eine Kanüle im Hals?

Naja. Vielleicht hilft mir ja der HNO-Arzt weiter, bei dem ich morgen zur Bestrahlungs-Halbzeit nun Termin habe. Das war allerdings der Hals-Nasen-Ohren-Arzt bei dem ich im September wegen meiner Ohrenschmerzen war und der den Tumor nicht gesehen oder erkannt hat und mir wegen einer Halsentzündung Antibiotika verschrieben hat. Das Antibiotika hat nichts genutzt und deswegen war ich ja dann im Oktober bei der anderen Hals-Nasen-Ohren-Ärztin. Die hat zwar den Tumor dann erahnt und mich deswegen ins Krankenhaus geschickt, aber so richtig zufrieden bin ich mit ihr auch nicht. Na, mal sehen, was morgen bei dem ersten HNO-Arzt ist.

Aber das Krankenhaus und die Kanüle ist ja eh so eine Geschichte. Die haben mir im Prinzip die Kanüle verpasst (im November). Mir noch kurz gezeigt, wie man die selbst wechselt und das war es. Kein Hinweis darauf, was ich machen muss, um die wieder los zu werden (Stichwort Schlucktraining). Schon im November nicht. So als wenn so eine zusätzliche Öffnung im Hals was ganz normales wäre, was nicht stört. Aber es stört ganz erheblich. Und als ich mal meine Hausärztin nach Logopädie gefragt habe, meinte die, dass müsste mein HNO verschreiben. Die HNO-Ärztin erklärte sich ebenfalls für nicht zuständig und verwies mich ans Krankenhaus. Und das Krankenhaus will mich ja erst Ende März sehen. Seltsam.

Dritte Woche Bestrahlung überstanden

So, die dritte Woche Bestrahlung ist überstanden. Bleiben nur noch vier Wochen. Ächtz.

Zwischenfazit: Meine Mundschleimhaut hat sich (entweder durch die Bestrahlung und/oder durch die Chemotherapie vor zehn Tagen) verabschiedet. Ohne meine PEG würde ich verhungern. Aber immerhin, gestern Abend habe ich eine kleine Kartoffel mit ein wenig Soße geschafft. Heute Abend werde ich das erneut versuchen. Nicht, dass ich noch das Schlucken verlerne. Selbst Trinken geht derzeit so gut wie nicht. Wenn es hoch kommt, schaffe ich so 100 ml Wasser am Tag durch den Mund zu schleusen. Ich will die ganze Zeit schon Eis probieren. Aber irgendwie habe ich mich dazu noch nicht aufraffen können.

Außerdem ist mir immer noch etwas übel. Gar kein Vergleich zu der Übelkeit in den drei Tagen direkt nach der Chemotherapie, aber so eine Grundübelkeit ist immer noch als leicht nerviges Element vorhanden.

Ebenfalls nervig: Ich kann nicht schlafen. Da hätte ich mal die Gelegenheit, den ganzen Tag auf Schlafmütze zu machen und was ist? Schlafen geht nicht. Mittags lege ich mich zwar zwei Stunden ins Bett, aber wenn ich da dann 20 Minuten döse, das ist schon voll. Und nachts wache ich ständig auf. Gestern Nacht bin ich um 1.10 Uhr ins Bett gegangen. Irgendwann bin ich aufgewacht, fühlte mich fast ein wenig erholt und dachte, prima, waren bestimmt drei Stunden. Geh ins Bad, guck da auf den Wecker: 2:03 Uhr. Grrrrr. Immerhin hatte ich letzte Nacht kaum Probleme mit meinen Beinen, in der Nacht davor hatten die eine volle Tanzkarte und haben mangels Tanzpartner so im Bett getanzt. Restless Legs nennt sich das Phänomen wohl. Sehr nervig. Mit ruhelosen Beinen kann ich nämlich nicht schlafen.

Naja. Noch vier Wochen Bestrahlung und noch eine Chemotherapie. Noch ziemlich lange. Seufz. Wenn ich wenigstens was richtiges Essen könnte.

Ein Drittel der Bestrahlung rum

Heute war der elfte Bestrahlungstermin. Damit habe ich ein Drittel der insgesamt 33 Termine zur Bestrahlung geschafft. Allerdings geht es mir derzeit nicht wirklich gut. Mir ist nach Kopf in den Sand stecken. Zwar habe ich keinen Pils im Mund wie befürchtet, aber die Alternative ist eigentlich schlechter. Meine Mundschleimhaut hat sich bereits am Wochenende verabschiedet. Und laut Arzt wird sie sich bis zum Ende der Bestrahlung nicht erholen. Mir schmeckt derzeit noch nicht mal Wasser. Alles gruslig. Gut, dass ich auch Wasser über die PEG konsumieren kann.

Hoffentlich überstehe ich diese dritte Woche. Noch nicht mal Halbzeit und ich hänge voll durch. Noch nicht mal ins Bett flüchten hilft. Denn statt zu schlafen, wälze ich mich hin und her.

Ich bin also in Woche drei von sieben. Es fehlen nur noch 4,6 Wochen. Geschafft habe ich elf von 33, also ein Drittel. Halbzeit ist nächste Woche Mittwoch. Seufz.

Heute Tag des Nachtrags

Ja, Dienstag die Chemotherapie war eigentlich easy. Sechs Stunden rumliegen und vollgepumpt werden mit Zystostatika und Kochsalzlösung und jede Menge gegen Übelkeit. Warum ich auf meine Frage: Kann es denn Nebenwirkungen geben? Nur ein: Vielleicht ist ihnen morgen (Mittwoch) ein klein wenig übel gehört habe, das ist mir bis heute ein Rätsel.

Zum einen weil die Ärzte in der Strahlentherapie es überhaupt nicht verwunderlich fanden, dass ich mir ab Mittwoch dreckig ging. Die waren eher verwundert, dass mich die Übelkeit nach der Chemotherapie überraschte. Und zum anderen, weil mir ja nicht einfach nur ein wenig übel war, sondern so übel, dass ich beinahe nichts mehr machen konnte.

Trinken ging auch nicht. Und auch Ingwer hat nichts mehr geholfen. Bei mir war schon alles so gestört von Zytostatika, weiter als Magen ging nicht, das war die absolute Einbahnstraße, von da kannte der Inhalt dann nur noch den Weg nach oben und raus.

Am Freitag habe ich dann von dem Arzt in der Strahlentherapie zwei neue Medikamente verschrieben bekommen. Samstag waren die dann auch bei meiner Apotheke und seit dem ich die gegen 11.45 Uhr dann auch genommen habe, ging es mir auch langsam besser. Wobei meine Hauptbeschäftigung am Samstag noch aus Fernsehen gucken bestand. Heute, Sonntag, habe ich nicht nur einen halben Teller Spargelcremesuppe plus eine Flasche Sondennahrung konsumiert und einiges getrunken, nein, ich war sogar mit unserem Hund zur Mittagsrunde. Morgenrunde habe ich allerdings geschwänzt, gleich geht es aber alle gemeinsam zur Abendrunde.

Ach, ich habe außerdem endlich meine Trachealkanüle gewechselt. Da hatte ich ja ziemlich Bammel vor. Das letzte Mal hatte ich die am Montag gewechselt. Eigentlich sollte die täglich gewechselt werden, da ich aber nicht so schlimm von Schleim betroffen bin, mache ich das inzwischen nur noch alle zwei Tage. Aber Wechseln bedeutet Husten. Und Husten bei Übelkeit ist nicht gut 🙁 Aber der Wechsel nach sechs Tagen heute hat gut geklappt.

Medikament gegen Übelkeit nach Chemotherapie mit Zytostatika

Etwas verwundert waren die Ärzte bei der Strahlentherapie auch, das ich mich geweigert habe das eine Medikament gegen Übelkeit zu nehmen, was mir am Mittwoch verschrieben worden war. Ich habe dem einen Arzt mehrfach versucht zu erklären, dass ich bei 1:10 für Kopfschmerzen schon wenig begeistert war, aber als ich 1:100 für Krampfanfälle und 1:100 Bewegungsstörungen, darunter auch Störungen bei der Okulomotorix (also was am Auge), da konnte ich das nicht mehr nehmen. Wie stellen die sich das vor? Ich bin vormittags alleine zu Hause, muss mit dem Hund raus, schlimm genug, dass mir schlecht ist, dann bekomme ich noch Krampfanfälle? Und wenn ich dann in Richtung Bus muss, um zur Bestrahlung zu fahren? Und dann Augenprobleme habe? Ehm, geht doch gar nicht. Was denken die? Das ich eine voll ausgebildete Krankenschwester zu Hause habe? Ja, dann müsste man mich einweisen. Ehm, geht’s noch? Für mich heißt die Alternative dann eben, ich nehme die grauenhafte Übelkeit. Ok, vielleicht nicht die allerbeste Idee, vor allem, wenn man nicht mal trinken kann. Verhungern tut man so schnell ja nicht, aber verdursten bzw. austrocknen ist da doch eine größere Gefahr.

Am Freitag gab es dann auch eine ziemliche Standpauke vom Arzt bei der Bestrahlung, der mich so gar nicht verstehen konnte. Den Hund habe ich erst mal lieber gar nicht erwähnt, auf den reagieren die dort immer etwas allergisch. So als wenn der total unwichtig wäre. Staun. Als wenn man als Krebspatient einen Hund im Tierheim abzugeben habe. Sehr unsympathisch also dort. Ich hab es halt erklärt, mit alleine zu Hause und dann mit Bus und Bahn zur Bestrahlung, da ja immer noch kein Taxischein. Und das ich nicht riskieren wollte, die Bestrahlung zu verpassen, weil ich mit Krampanfällen irgendwo in der Ecke liege.

Wobei ich ganz ehrlich sagen muss: Am meisten hat mich die Nebenwirkung mit den Augen gestört. Das ging gar nicht.

Naja, der Arzt hat mir dann zwei andere Medikamente aufgeschrieben. Da wir aber erst kurz vor 17 Uhr wieder in heimischen Gefilden waren, konnte die Apotheke mir die aber erst für Samstag besorgen. Inzwischen weiß ich, das ist ja ein Nachtrag, dass sie was genutzt haben.

Aber man kommt sich doch etwas entmündigt vor.

Zwei von sieben Wochen Bestrahlung geschafft

Ob ich das durchstehe? Zwei von sieben Wochen Bestrahlung habe ich überstanden. Wow. Noch fünf liegen vor mir.

In Wochen gerechnet habe ich also 28,6 Prozent der Bestrahlungen und 50 Prozent der Chemotherapie absolviert. Fähnchen schwenk.

Nach Sitzungen habe ich neun von 33 Bestrahlungen hinter mich gebracht. Es fehlen also nur noch 24. Ganz toll. Dann sind es übrigens nur 27,3 Prozent, die ich überstanden habe. Nach Wochen rechnen ist also derzeit günstiger.

Ein Drittel ist geschafft, wenn ich elf Sitzungen hinter mir habe. Das ist dann also am Dienstag der Fall. Und für 50 Prozent brauche ich 16,5 Sitzungen. Damit wäre Halbzeit Mittwoch in einer Woche.

Und mir fällt gerade mit Schrecken auf, dass heute Sonntagabend ist. Das heißt, morgen geht es also weiter mit Bestrahlung. Wenigstens hat mein Mann eine Woche Urlaub, das heißt, eine Woche muss ich mindestens nicht mit Bus und Bahn fahren und mich vor allem nicht vor der Bestrahlung und direkt danach um unseren Hund kümmern. Sehr angenehm. Und vielleicht klappt es dann ja zur Woche drauf mit dem Taxischein, die Hoffnung stirbt schließlich zuletzt.