Weltnichtrauchertag

Heute ist Weltnichtrauchertag. Zeit mal meine App hervorzukramen und mir selbst auf die Schulter zu klopfen.

Es sind jetzt 560 Tag seit meinem Aufhören vergangen. Die letzte Zigarette habe ich am 17. November 2015 geraucht. Kurz vor 22 Uhr, denn um 22 Uhr wurde im Krankenhaus unten die Tür geschlossen. Es hat geregnet, mein Feuerzeug wollte nicht so ganz und ich hatte gerade noch telefoniert. Und am nächsten Tag war meine große Krebsoperation. Da die ja im Krankenhaus wußten, wie viel ich vorher geraucht habe, hatten die irgendwie Angst davor, mich so auf kalten Entzug zu setzen und haben mir für die OP und die Intensivstation noch ein Nikotinpflaster aufgeklebt. Aber das war die einzige Hilfe die ich hatte.
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Heute undenkbar – Zigarettenstopfmaschine vor einem Jahr

Vor ziemlich genau einem Jahr hab ich zusammen mit meinem Mann ein lustiges Webprojekt ins Leben gerufen. Da wir beide damals ja noch rauchten, Zigaretten in Deutschland aber ziemlich teuer sind, haben wir unsere Zigaretten ja gestopft. Ich hab immerhin zwei bis drei Schachteln am Tag geraucht. Diese Zigaretten aber komplett zu stopfen, hat uns ziemlich viel Zeit gekostet, schließlich mussten ja auch noch ein bis zwei Päckchen pro Tag für meinen Mann gestopft werden. Mit den herkömmlichen kleinen Zigarettenstopfmaschinen war das kaum zu schaffen. Mit den Ritsch-Ratsch-Geräten war das ein echter Zeitkiller. Da ich ein unheimlich fauler Mensch bin, bin ich natürlich bald auf die richtigen Zigarettenstopfmaschinen gestoßen. Mit denen war unser Problem gelöst, die tägliche Ration an Zigaretten war für uns beide nun in zehn Minuten zusammenzustopfen.
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Smalltalk übers Rauchen

Die Tage war ich mal wieder drüben bei unserem Edeka. Ich bin da bekannt, die meisten wissen natürlich, dass ich gerade eine Kanüle im Hals habe etc. An der Fleischbedienung hatten die ja im Dezember auch richtig Spaß mit mir und meinen Zettel als ich noch gar nicht sprechen konnte. Die Tage hat der nette Mann mich auch gefragt, ob die Kanüle irgendwann wieder raus kommt. Ich konnte ihn zum Glück beruhigen. Auch dass ich dann irgendwann wieder richtig essen kann.

Weiter ging es an die Kasse. Auch da habe ich mich kurz mit der Kassiererin unterhalten. Die raucht auch. Also meinte ich zu ihr, das ich das auch mal getan hätte, aber jetzt natürlich aufgehört hätte. Und sie kam mit ihrem Opa, der seit seinem 12. Lebensjahr oder so geraucht habe. Und zwar nicht das saubere Zeug von heute, sondern den Dreck von früher (irgendwie glaube ich ja fast, dass Tabak vor sechzig Jahren sauberer war, als das Zeug heute. Oder meint jemand, dass man in den 1950er Jahren bereits Hustenmittel oder Zucker untergemischt hat?). Und ihr Opa sei nicht am Rauchen oder gar Krebs gestorben, der würde wahrscheinlich immer noch leben, aber irgendwann sei er überfahren worden.

Also eine typische private Helmut Schmidt Geschichte. Ich glaube, so jemand, der trotz Rauchen stein alt geworden ist, kennt doch jeder. Spätestens wenn man dann doch selbst an Krebs erkrankt, weiß man, dass jemanden zu kennen, der uralt geworden ist, nicht dafür schützt selbst krank zu werden.

Ein Monat Nichtraucher

Wow, ich bin schon einen ganzen Monat Nichtraucherin. Das bedeutet außerdem, dass ich vor ziemlich genau einem Monat meine erste große Operation hatte und sie mir im Krankenhaus meinen Rachenhinterwandtumor rausgeschnitten haben. Einen Tag später wurde dann der Luftröhrenschnitt gemacht und eine Woche darauf gab es erst die Operation am Hals und dann die PEG verpasst.

Wie die Zeit vergeht. Und in wenigen Tagen ist Weihnachten und in zwei Wochen beginnt die Bestrahlung.

Mit dem nicht mehr Rauchen komme ich eigentlich sehr gut klar. Den körperlichen Entzug habe ich ja schon längst hinter mir. Ab und an blitzt bei mir so ein kleines Raucherteufelchen durch den Kopf. Aber eigentlich immer nur in Situationen, bei denen ich früher unter Garantie eine geraucht hätte und das als Belohnung verkauft hätte (zum Beispiel nach einer Runde putzen oder ähnlichem). Ich brauch also irgendwie mal ein kleines Belohnungsritual ohne Rauchen. Wäre es nicht gerade Dezember und dauernd so regnerisch hätte ich gesagt: Paar Minuten an die frische Luft setzen und kräftig durchatmen. Es ist zwar gerade nicht wirklich kalt draußen, ich glaube dieser Dezember hat das Zeug für den Titel wärmster Dezember seit Jahren, aber gemütlich ist es eben auch nicht.

Mir wird noch etwas einfallen.

Ansonsten muss ich sagen fühle ich mich deutlich besser (mal abgesehen von der Trachealkanüle im Hals und das ich ja noch einiges an Medikamenten gegen Schmerzen nehme). Aber ich stehe morgens auf und bin sofort fit. Als Raucherin habe ich meist so eine halbe Stunde gebraucht, bis ich so halbwegs ansprechbar war. Heute schwinge ich die Beine aus dem Bett und bin eigentlich gleich bei 100 Prozent. Und kann direkt einiges erledigen. Es spart also wirklich nicht nur einiges an Geld, das Nichtrauchen, sondern auch einiges an Zeit.

Nichtraucher bleiben – Kleine Tricks zum ablenken

So ein paar kleine Tricks habe ich, damit ich auch ja Nichtraucherin bleibe. Neben dem mehrmaligem Lesen von Allen Carr Endlich Nichtraucher sind das:

  • Notfalls anfangen was aufzuräumen. (Nur im schlimmsten Notfall.)
  • Zähne putzen.
  • Ein Becher Brühe zubereiten und dann, wenn genügend abgekühlt, langsam löffeln und/oder trinken. Schon das Zubereiten lenkt ab.
  • Inhalieren.
  • Glas Wasser trinken.
  • Mit dem Hund rausgehen.
  • Die Szene in The Mentalist vorstellen: Und immer wenn Sie eine rauchen wollen, dann stellen Sie sich einen kleinen fetten Zigarettenfabrikanten vor, der sich über Sie totlacht.
  • Das Buch Endlich Nichtraucher immer griffbereit haben, um immer mal wieder lesend den Inhalt aufzufrischen.

Wobei ich das Rauchen nicht vermisse. Ich hab schließlich das Rauchen nicht aufgegeben, sondern mit meiner Selbstvergiftung aufgehört. Nur manchmal juckt es so ein wenig. Da es ja in der Wohnung immer noch Zigaretten und Feuerzeuge gibt, wäre der Schritt nicht so weit weg. Aber bislang habe ich eigentlich keine großen Probleme damit, dem Stinkefeind aus dem Weg zu gehen.

Ich bin übrigens in der beneidenswerten Lage mir trotz Nichtraucher werden keinerlei Gedanken über mein Gewicht machen zu müssen. Im Krankenhaus habe ich fünf Kilogramm abgenommen und davor auch schon fünf Kilogramm. Eigentlich hab ich glaub jetzt mein Idealgewicht. Dennoch soll ich wieder zwei, drei Kilogramm zunehmen. Und da ich ja selbst nur wenig essen kann, bekomme ich den Hauptteil meiner notwendigen Vitamine und Kalorien über Sondennahrung direkt per Magensonde. Ich hab also ziemlich gut im Griff, wieviel und was ich gerade esse. Eine halbe Liter Flasche Sondennahrung von Hipp sind schließlich genau 750 Kalorien.

Normalerweise würde ich ja mit Sport gegen arbeiten. Aber das geht im Moment ja schlecht, daher muss mit dem Hund aus gehen reichen.

Nichtraucherin Mit dem Rauchen natürlich aufgehört

Seit dem 17. November 2015 bin ich nun Nichtraucherin. Es ist zwar unsäglich doof so lange zu warten, bis man dann tatsächlich an Krebs erkrankt und dann erst mit dem Rauchen aufzuhören, aber besser spät als nie. Ich kenne tatsächlich auch Menschen, die eine Krebsdiagnose erhalten haben und munter weiter geraucht haben. Oder auch den einen oder anderen, der erst während der Chemotherapie aufgehört hat.

Ich hätte ja gerne schon zum ersten Krankenhausaufenthalt von vier Tagen mit dem Rauchen aufgehört. Aber irgendwie hat das nicht geklappt. Ich musste ja noch fünf Tage auf das Ergebnis warten und das war natürlich die willkommene Ausrede, weiter zu qualmen. Und zu Hause habe ich dann zwar mehrfach den Versuch unternommen, aber meist war spätestens Mittags Schluss mit dem Willen.

Also habe ich zum endgültig aufhören die Strategie Hilfsmittel Krankenhaus gewählt und vor meinem Termin dort noch das Buch Endlich Nichtraucher von Allen Carr gelesen. Am Tag der Einweisung kam ich dann Abends auf neun Zigaretten, um 21.55 Uhr habe ich dann die letzte ausgemacht. Und seit dem habe ich keine mehr angezündet. Zwar hat man mir dann während der Operation (immerhin ging die erste Schlafphase über zwei Tage) noch ein Nikotinpflaster aufgeklebt, da man wohl auf Nummer sicher gehen wollte, aber seit dem schaffe ich es locker ohne solche Hilfsmittel.

Natürlich habe ich mir auch eine App fürs Handy besorgt. Heute gibt es für alles eine App also gibt es auch eine App zum Nichtraucher werden. Quit Now heißt meine. Nach der bin ich nun seit fast 27 Tagen Nichtraucher und habe dabei 1534 Zigaretten nicht geraucht. Immerhin sind das 322,73 gesparte Euro und gut 6 Tage gesparte Zeit.

Wobei das mit der gesparten Zeit stimmt so nicht. Ein Großteil meiner Zigaretten habe ich ja so nebenher geraucht. Und ob ich als Beifahrerin nun Rauche oder nicht, das spart ja nicht wirklich Zeit. Aber morgens bin ich nun wirklich schneller, die obligatorischen erst mal wach werden Zigaretten haben ziemlich aufgehalten.

Achja, auch gesundheitlich hat sich schon eines durch das mit dem Rauchen aufhören bei mir getan. Zum einen befindet sich der Co- (Kohlenmonoxid) und 02-Pegel (Sauerstoff) wieder auf Normalwert und zum anderen ist mein Infarktrisiko bereits gesunken. Meine Geruchs und Geschmacksnerven haben sich angeblich regeneriert. Davon merke ich aber noch nichts, aber ich hatte ja auch noch die Operation am Hals. Und da ich ja nicht durch die Nase atme dank der Kanüle, rieche ich eh kaum etwas. Aber die Normalisierung der Atemwegsfunktionen kann ich bestätigen und das ich mit der körperlichen Abhängigkeit schon lange durch bin ebenfalls.

Der letzte Meilenstein, den ich laut App komplett geschafft habe, war vor ein paar Tagen die Verbesserung der Durchblutung, Hautfeuchtigkeit, sowie das Verschwinden von vorzeitigen Falten. Es fehlt allerdings noch einiges, so habe ich erst zu 29 Prozent meine Kondition verbessert. Aber es geht aufwärts 🙂

Mir fehlt außerdem nichts. Rauchen ist Schwachsinn gewesen und hat mir null gebracht. Die einzigen halbwegs Zigaretten, die einen Hauch von Sinn gehabt hatten, waren die Zeitmesserzigaretten. Also, wenn man warten musste, konnte man anhand der gerauchten Zigaretten ungefähr erahnen, wie lange man schon wartet. Aber um das zu messen wurde ja eigentlich die Uhr erfunden 🙂

Manchmal lauert in meinem kleinen Kopf noch das kleine Abhängigkeitsmonster und flüstert: Na, normalerweise würdest du doch jetzt eine rauchen, tus doch einfach. Aber ich bleib stark. Schließlich ist die Situation auch ohne dämliche Zigarette gut.

Achja. Jetzt läuft ja der neue Star Wars Film an. Ich war schon seit Jahrzehnten nicht mehr im Kino. U.a. weil man da ja nicht rauchen darf. Aber im Januar werde ich dann doch ins Kino gehen und mir wird das nichts ausmachen, dass im Kino Rauchverbot ist 🙂

Rauchen aufhören – So erholt sich der Körper

Ja, das Schöne, wenn man mit dem Rauchen aufhört, ist, die Regeneration im Körper ist eigentlich recht schnell spürbar. Selbst wenn man gerade eigentlich recht krank ist und sich von einer Krebsoperation erholt.

Angeblich haben Raucher, die vor dem 35. Lebensjahr aufhören, die gleiche Lebenserwartung wie Nichtraucher. Dafür bin ich aber nun wirklich zehn Jahre zu spät 🙂 Wobei das übrigens auch nicht heißen soll, dass man mit 18 ruhig mit dem Rauchen anfangen darf, solange man einfach bis 35 wieder aufhört. Zum einen ist Aufhören nicht immer so einfach und zum anderen gibt es sicherlich auch die eine oder andere Krebsart, die diese Statistik nicht kennt.

Aber die Regeneration geht eben schnell und hier sind einige Punkte, die ich laut einer Liste bereits absolviert habe, seitdem ich mit dem Rauchen aufgehört habe:

  • Bereits 20 Minuten danach fällt der Blutdruck und die Temperatur von Händen und Füßen steigt auf den Normalwert.
  • Bereits acht Stunden danach (das ist so die Zeitspanne, bei der die meisten Raucher mit schlafen fertig sind und sich nach dem Aufstehen wieder eine Zigarette anzünden) hat der Kohlenmonoxidgehalt des Blutes wieder Normalwert.
  • 24 Stunden nach Rauchstopp verringert sich das Herzinfarktrisiko.
  • Zwei Wochen bis drei Monate später ist die Durchblutung verbessert und die Lungenkapazität erhöht sich um bis zu 30 Prozent.
  • Ein bis neun Monate später lässt der Husten nach, man ist weniger kurzatmig und wacher. Die Lunge kann sich außerdem besser vor Infektionen schützen.

Und so weiter und so weiter.

Wobei ich als Raucherin wohl eine chronische Bronchitis hatte (steht jedenfalls in meinem Patientenbrief aus dem Krankenhaus), aber eigentlich fast nie gehustet habe. Den typischen Raucherhusten hatte ich nicht. Dafür huste ich jetzt wie bekloppt, aber das liegt ja an der Kanüle in der Luftröhre. Wobei das Husten auch schon etwas besser geworden ist, wenn ich das so mit vor drei Wochen vergleiche. Einmal Kanüle wechseln und ich hatte eine halbe Stunde Spaß. Jetzt habe ich mich schon nach zwei, drei Minuten an den neuen Fremdkörper in der Luftröhre gewöhnt.

Achso: 15 Jahre nach dem man mit dem Rauchen aufgehört hat, sind alle Risiken (ich nehme mal an, es sind die gesundheitlichen Risiken gemeint) auf das Niveau eines Nichtrauchers gesunken. Das wäre dann ja bei mir mit 60 der Fall. Wenn ich so alt werde.